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Zwölf Stunden sind kein Tag: Der Praktikanten-Roman
 
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Zwölf Stunden sind kein Tag: Der Praktikanten-Roman [Taschenbuch]

Boris Fust
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

Arne gehört zur Generation Praktikum, entsprechend sind seine Lebensumstände. Er jobbt zur Zeit in einer Werbeagentur bei einem größenwahnsinnigen Agenturchef. Und zu Hause wohnt über ihm der Junkie Herr von Eisen, auch kein Vergnügen. Mitpraktikantin Jeanette dagegen ist ein Lichtblick, Arne verliebt sich. Doch Jeanette zieht an ihm vorbei, dass ihm der Fahrtwind nur so um die Ohren pfeift. Arne muss etwas tun. Sollte am Ende Herr von Eisen ihm auf die Sprünge helfen? Boris Fust erzählt temporeich, schonungslos offen und sehr witzig, wie es ist, heute ein Praktikant zu sein.

Über den Autor

Boris Fust, geboren 1973, studierte an der Humboldt-Universität in Berlin. Der Autor des Praktikanten-Romans »Zwölf Stunden sind kein Tag« arbeitet als Senior Copywriter für den Intro Verlag, hat aber keine Ahnung, was man als solcher den ganzen Tag eigentlich macht (irgendwas mit Internet vermutlich). Allerdings weiß er, wie man Praktikanten mit Kommaregeln schikaniert – wie man die Praktikantin ins Bett bekommt, muss er allerdings noch lernen. Journalistische Arbeiten erschienen unter anderem in Playboy, Berliner Zeitung, Bravo und Bild am Sonntag. Außerdem schreibt er für Style & The Family Tunes. Er lebt und arbeitet in Berlin.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Was macht Senior Copywriter Boris Fust, wenn er feststellt, dass einfach nur Gras und Alkohol, obwohl ungemein breuhigend, auch nicht wirklich gluecklich machen, dass Eltern und Freunde immer noch regelmaessig mit ihrem Mensch-wann-wird-denn-mal-was Richtiges-aus-Dir- Gesabbel nerven und die meisten guten Frauen mittlerweile mit McKinsey-Beratern verheiratet sind? Er schreibt ein Buch. Sowas kann natuerlich anstrengend sein und wertvolle Zeit kosten, die man sonst mit Grasrauchen, Biertrinken und Polka-Metal spielen verbringen koennte. Nur gut, dass Fust aus seinen Taetigkeiten als eifriger Kolummnenschreibling und Intro-Texter ueber ein reiches Repertoire an einfachst neu abmischbaren Textbausteinen verfuegt.

Die hier verwendeten Blurps drehen sich hauptsaechlich um irgendwelche Klischees aus der Werbe/Journalismus-Nische oder die Rezension von mehr oder weniger alten Platten, meist Indie. Munter verwurschtelt Fust weiterhin alle moeglichen Sprueche, die schon zur Schul- und Studienzeit irgendwie cool waren, und allerlei Weltweisheit, die er wohl schon immer mal loswerden wollte. Mit in die Tunke wirft er gefuehlte 50.000 nods zu diesem und jenem mehr oder weniger bemerkenswerten Opus der juengeren Musik- und Literaturgeschichte. Das entstandene Wortwerk wird halbherzig durch eine vollkommen nebensaechliche Storyline zusammengehalten, deren einzige Funktion ist, dass das Ganze nicht irgendwo als schwer zu betitelnde Kolummnensammlung verstaubt, sondern als Roman vertickt werden kann.

Anfangs liest sich das sogar ganz unterhaltsam und ist durchaus geeignet, wohlige "Genau! So isses!"-Reaktionen zu triggern. Dabei aehnelt vieles von Fusts Schreibe aufgebratenem Katoffelbrei von gestern - trotz aller Muehe recht vorhersagbar und nichts, was irgendwelche Vorfreuden ausloesen koennte. Fust, sich sowohl seines Recycling-Problems als auch der Tatsache, dass Neues zu erfinden viel zu muehsam waere, offenbar vollkommen bewusst, sucht Witz und Originalitaet in blumigem und ausschweifendem Gebrabbel. Warum etwas auf 2 Seiten sagen, wenn man auch 25 dafuer benutzen kann? So laden viele Kapitel ausladenden Gefasels zum Ueberspringen ein. Nebenbei spuerte ich so manches Mal nicht uebel Lust, einen Piper-Editor zu verdreschen.

Dazu betreibt Fust Product-Placement mit der heutzutage nicht unueblichen Holzhammer-Methode. Wer, so fragt man sich beim Lesen, sind Mobserv, diese fantastische Metalband, deren geiles Untergrundkonzert Arne, der Protagonist des Buches, besucht und die zufaellig den gleichen Namen haben wie die Agentur, in der Arne als Praktikant arbeitet? Intelligenterweise ist es eine Band, in der Fust selbst die Drumsticks schwingt. In seinem Buch uebernimmt diesen Job der labile Agenturleiter Christoph. Frueher bezeichnete man solche Selbstbewerbung als gaehnend lahm, oder rettete sich in ein leise gehuesteltes "schizophren", heute nennt man das wohl "Gesamtkunstwerk".

In line mit anderen "Generation XYZ" Buechern ist Fusts erstes Buch in nostalgischer Selbstromantisierung sabbernd verstrickt und wuerde, wenn es denn koennte, sich vermutlich den ganzen Tag mit einer Selbstgedrehten im Mund und einer Flasche in der Hand vor den Spiegel stellen, sich selbstverliebt zuzwinkern und dabei gelegentlich "soooo sexy!" fluestern. Das hat durchaus was Kuenstlerisches. Ein Buch, dass von Buzz-words und Spruechen lebt anstatt vom Inhalt - so sinnleer wie ein Praktikum in der Werbebranche eben. Prost!
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Fern der Realität! 11. Oktober 2011
Von DorisD
Format:Taschenbuch
Ich ging voller Erwartung an die Lektüre "Zwölf Stunden sind kein Tag" und wurde leider mehr als enttäuscht!
Eigentlich wollte ich über den realen Alltag der heutigen Uni-Absolventen etwas mehr erfahren, jedoch handelt es sich hier um eine total übertriebene und lebensfremde eindeutig erfundene Geschichte!
Welcher Uni-Absolvent/Praktikant der Wirtschaftswissenschaften der auf "eigene" (!) Kosten mit dem durchgeknallten Firmenchef nach Dubai jettet, daheim einen Junkie als Nachbarn hat, den er regelmäßig mit Geld aushilft und noch regelmäßigen kontakt mit dem Typen pflegt? In der Werbeagentur gibt es nur Rund-um-Mails, die weiblichen KollegInnen beschäftigen sich am liebsten oder ausshließlich mit dem Thema ob George Clooney oder Brad Pitt der sexiest Filmstar ist?
Die skurillen Geschichten lassen sich ergänzen, jedoch erfährt man nicht, wie es tatsächlich in der Arbeitswelt ist, wie der Wohnungsmarkt ist, wie die Bewerbungen ablaufen, usw...
Einziges kleines Plus: sehr guter flotter Schreibstil.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von H. Bosch
Format:Taschenbuch
Ich habe mir unter dem Titel und der Beschreibung eigentlich etwas anderes vorgestellt. Es hat mich sehr gefreut, dass endlich mal jemand das Dilemma vieler Uni-Absolventen auf ironische Weise beschreibt. Sehr viel über das typische Praktikantenleben in einer Agentur mit einem durchgeknallten, angehoben, größenwahnsinnigen Geschäftsführer erfährt man aber auch wieder nicht, auch wenn schon einige Stereotypen beschrieben werden. Dafür schweift Boris Fust immer wieder vom Thema ab, lästert milieustudienhaft über die Aldi-Kundschaft, oder lässt sich intensiv über Songtexte, Bands oder technisches Zubehör aus. Das wirkt manchmal etwas posermäßig. Die Dinge die der Protagonist erlebt sind ebenfalls ganz schön weit hergeholt: man jettet als Praktikant nach Dubai, der Boss kommt auf die Esoterik-Schiene, der Nachbar ist heroinsüchtig, der beste Kumpel befasst sich als Mann ausgerechnet mit Gender-Studies, und sämtliche Frauen in die sich der Protagonist und sein Kumpel verlieben sind beziehungsunfähig weil sie von ihren Ex-Freunden geschlagen wurden, und gehen deshalb fremd. Bisschen viel auf einmal. Falls irgendwelche Heranwachsenden das Buch lesen sollten: Nein, nicht alle Frauen haben solche Probleme! Sympathisch ist, dass der Protagonist generell völlig abgenervt vom typischen Agentur Blabla ist. Fazit: Die Handlung ist so übertrieben dargestellt, dass das alles so gut wie gar nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Ich mag den Schreibstil, aber einige Teile wären für sich, in einem eigenen Buch oder als Kolumne, besser aufgehoben gewesen. Der nächste Roman könnte richtig gut werden.
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