Pressestimmen
»Selbstherrlich und souveränver streut Juri Andruchowytsch seine Einfälle, wie es ihm beliebt, und wir kommen lesend gar nicht auf die Idee, in dem unaufgeräumten Virtuosenstück die erzählerische Disziplin und literarische Ordnung zu vermissen. Ob wir es eigentlich mit einem Liebes- oder Schauerroman zu tun haben, mit Science-Fiction, Reise- oder Kriminalliteratur, mit schwarzer politischer Satire oder einem Märchen: einerlei. Der Sprachrausch, in den sich der ukrainische Autor schreibt, führt im Zickzack voran,... Doch mit der traumwandlerischen Sicherheit des Berauschten findet Andruchowytsch stets wieder seine Linie und für Zwölf Ringe ein grandioses Finale.« (Die Presse )
»Mit seinem meisterhaften Roman Zwölf Ringe hat der Schriftsteller Juri Andruchowytsch die Ukraine mit einem Schlag in die europäische (Post-)Moderne katapultiert«
»In diesem Musterbeispiel des postmodernen Heimatromans offenbart sich ein weltoffener provinzieller Eigensinn, an dem sich das homogenisierungssüchtige EU-Europa noch seine Freude haben wird. Mit diesem furiosen Patchwork aus Mythos und MTV, aus Hochliteratur und Massenkultur ist die europäische (Post-)Moderne ein Stück nach Osten gerückt.
[...] Man bekommt direkt Lust, selbst in das Land zu gehen, aus dem so phantastische Literatur kommt.« (Freitag )
Kurzbeschreibung
Er begleitet sie auf einem abenteuerlichen Ausflug in die Karpaten. Was sich in der Bergeinsamkeit, im "Wirtshaus auf dem Mond", einem ehemaligen Observatorium und späteren Sporthotel, abspielt, wo zwischen Videofilmern, Stripteasetänzerinnen, Bodyguards und Intellektuellen der verfemte Dichter der ukrainischen Moderne, Bohdan-Ihor Antonytsch, höchstselbst umgeht; wie Zumbrunnen am Ende zu Tode kommt und seinen wunderbar lyrischen Nachtflug über Mitteleuropa antritt - all das erzählt Andruchowytsch so mitreißend, mit so viel Intelligenz und Ironie, daß wir erst spät erkennen, warum dieser postmoderne Heimatroman aus der Ukraine in Wirklichkeit von uns und dem Westen handelt.
Über den Autor
Juri Andruchowytsch, geboren 1960 in Iwano-Frankiwsk/Westukraine, dem früheren galizischen Stanislau, studierte Journalistik und begann als Lyriker. Exotische Vögel und Pflanzen (1991; mit einem Zusatz "Indien" 1997). Dt. u.d.T. Spurensuche im Juli. Reichelsheim 1995. Übersetzungen aus dem Russischen, Polnischen, Englischen und Deutschen. 1985 Mitbegründer der legendären literarischen Performance-Gruppe Bu-Ba-Bu (Burlesk-Balagan-Buffonada). Mit seinen drei Romanen Rekreacij (1992), Moskoviada (1993), Perverzija (1999), die ins Polnische und Russische übersetzte wurden, ist er unfreiwillig zum Klassiker der ukrainischen Gegenwartsliteratur geworden. 2000 erschien in Polen Mein Europa (mit Andrzej Stasiuk), Ergebnis einer gemeinsamen Reise durch den unbekannten europäischen Osten. Die deutsche Übersetzung erschien im Mai 2004 in der edition suhrkamp.
Andruchowytsch wurde mit dem Sonderpreis des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises 2005 der Stadt Osnabrück ausgezeichnet. Der Schriftsteller vermittle mit seinen brillanten Essays einen wichtigen Beitrag zur Entdeckung einer nahezu unbekannten Region im erweiterten Europa, hieß es in der Begründung.
Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Völkerverständigung 2006 wurde Juri Andruchowytsch im März 2006 anlässlich der Eröffnung der Leipziger Buchmesse verliehen.