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Zwölf Ringe: Roman
 
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Zwölf Ringe: Roman [Gebundene Ausgabe]

Juri Andruchowytsch , Sabine Stöhr
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 312 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 4 (14. März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518416812
  • ISBN-13: 978-3518416815
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 184.261 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jurij I. Andruchovy?
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Es ist ein absurder Tanz, leicht wie die Liebe und schwer wie ein Alptraum, den dieser Roman mit immer wieder neuen und überraschenden Volten und Perspektivenwechseln vollführt, anspielungsreich, metafiktional, postmodern verschachtelt und gebrochen.«  (Hubert Spiegel )

»Selbstherrlich und souveränver streut Juri Andruchowytsch seine Einfälle, wie es ihm beliebt, und wir kommen lesend gar nicht auf die Idee, in dem unaufgeräumten Virtuosenstück die erzählerische Disziplin und literarische Ordnung zu vermissen. Ob wir es eigentlich mit einem Liebes- oder Schauerroman zu tun haben, mit Science-Fiction, Reise- oder Kriminalliteratur, mit schwarzer politischer Satire oder einem Märchen: einerlei. Der Sprachrausch, in den sich der ukrainische Autor schreibt, führt im Zickzack voran,... Doch mit der traumwandlerischen Sicherheit des Berauschten findet Andruchowytsch stets wieder seine Linie und für Zwölf Ringe ein grandioses Finale.«  (Die Presse )

»Mit seinem meisterhaften Roman Zwölf Ringe hat der Schriftsteller Juri Andruchowytsch die Ukraine mit einem Schlag in die europäische (Post-)Moderne katapultiert« 

»In diesem Musterbeispiel des postmodernen Heimatromans offenbart sich ein weltoffener provinzieller Eigensinn, an dem sich das homogenisierungssüchtige EU-Europa noch seine Freude haben wird. Mit diesem furiosen Patchwork aus Mythos und MTV, aus Hochliteratur und Massenkultur ist die europäische (Post-)Moderne ein Stück nach Osten gerückt.
[...] Man bekommt direkt Lust, selbst in das Land zu gehen, aus dem so phantastische Literatur kommt.«  (Freitag )

Kurzbeschreibung

Karl-Joseph Zumbrunnen, österreichischer Fotograf mit galizischen Wurzeln, reist in den neunziger Jahren immer wieder durch die Ukraine. Die Geburtswehen eines neuen Staates, die Ungleichzeitigkeit von brutal geschmackloser Kommerzialisierung, rückwärtsgewandter Huzulenfoklore, Resowjetisierung und Habsburg-Nostalgie faszinieren ihn. Das Chaos der postsozialistischen Übergangszeit scheint ihm unendlich reizvoller als das langweilige Leben im Westen - vor allem, seit er sich in Roma Woronytsch verliebt hat, seine Dolmetscherin.
Er begleitet sie auf einem abenteuerlichen Ausflug in die Karpaten. Was sich in der Bergeinsamkeit, im "Wirtshaus auf dem Mond", einem ehemaligen Observatorium und späteren Sporthotel, abspielt, wo zwischen Videofilmern, Stripteasetänzerinnen, Bodyguards und Intellektuellen der verfemte Dichter der ukrainischen Moderne, Bohdan-Ihor Antonytsch, höchstselbst umgeht; wie Zumbrunnen am Ende zu Tode kommt und seinen wunderbar lyrischen Nachtflug über Mitteleuropa antritt - all das erzählt Andruchowytsch so mitreißend, mit so viel Intelligenz und Ironie, daß wir erst spät erkennen, warum dieser postmoderne Heimatroman aus der Ukraine in Wirklichkeit von uns und dem Westen handelt.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Juri Andruchowytsch ist uns bisher durch zwei Essay Bände bekannt geworden, „Das letzte Territorium" war der eine, „Mein Europa", mit dem Polen Andrzej Stasuik gemeinsam geschrieben, war der andere.

Der Autor erzählt von dem österreichischen Fotografen Karl-Joseph Zumbrunnen, der gerne seine galizischen Wurzeln finden möchte und deshalb immer wieder in die Ukraine reist. Und in diesem Land herrscht zu dieser Zeit eine Gemengelage aus Armut, Verschwendung, Unordnung, Attraktivität. Und diese Form des postsozialistischen Aufbruchs interessiert ihn vielmehr, als die im Westen existierenden starren zivilisatorischen Formen. Bei einer dieser Reisen verliebt er sich in die bereits verheiratete Dolmetscherin Roma Woronytsch. Und als sie eines Tages in der Bahn sitzen da ist es Zeit für Andruchowytsch, seine Protagonisten vorzustellen. Das Personal, sechs Helden sind es, wird eingeführt. Dann treffen sie, in dem von einem Großkapitalisten finanzierten Sporthotel, auf einen Kongress. Hier kommt es bei den Verhandlungen zwischen einem Videofilmer, einem Fotograf, Bodyguards, zwei Nacktmodellen, dem Dichter Antonytsch und einigen gescheiterten Existenzen, die sich für Intellektuelle halten, zu einer Dissonanz der Stimmen, der Meinungen, der Attitüden.

Und mit einer Beliebigkeit, die beeindruckend ist, setzt der Autor übergangslos Traumphantasien, Phantasmagorien und Sterbebilder nebeneinander. In Wirklichkeit steht im Hintergrund eine Vernichtungsgeschichte, die so viele Ruinen hinterlassen hat: Gefühlsruinen, Sprachruinen, Stadtruinen, Flussruinen. Es geht ihnen allen schrecklich dreckig. Und in diesem absoluten Chaos sieht Andruchowytsch als Dialektiker schon die Metamorphose für eine neue Zeit entstehen.

Zuletzt stirbt der Held, und auch dieser Tod besteht in einem Missverständnis. Er möchte von Dieben nur das Foto seiner Geliebten zurück haben und die denken, er will sein Geld wieder haben. Und dafür wird er umgebracht. Und da der Autor uns häufig darüber informierte, dass der Fotograf das Wasser liebt, stirbt er im Wasser. Man denkt, jetzt ist alles vorbei, da bekommt er einen Astralleib und fliegt wie ein Vampir in die Luft und macht noch einmal einen sensationellen Flug über Europa, in seine Heimat Wien, landet am Stephansdom. Dort findet er sein Paradies. Und das sind dreißig Seiten, in denen wir sehen, wie die Geschichte weiter geht.

Der Roman „Zwölf Ringe" ist eine überbordende Inszenierung einer Form von okkultistischem Realismus, wie man ihn hauptsächlich in Osteuropa zur Zeit findet. Das Buch ist von einem grenzenlosen Optimismus getragen, ganz im Gegenteil zu der Geschichte dieses dunklen Kontinents Mitteleuropa, in dem die Menschen ein Jahrhundert entweder vor den Deutsche oder vor den Russen davongelaufen sind. Aber spätestens am Schluss merkt man dann doch, der Autor hat in seinem postmodernen Roman im Kern vom Westen erzählt.

Das ist wieder seit langem ein Buch, was durchgehend illusionskritisch erzählt, das nicht ein verlorenes Paradies beschwört , also in keiner Form nostalgisch ist, dafür mitreißend, mit viel Intelligenz und Ironie, selbstreflexiv erzählt. Ein sehr vitaler Text.

Andruchowytsch ist Lyriker, und das liest man dem Text auf jeder Seite an, wirklich brillante lyrische Formulierungen, virtuos, ungeheuer spannend.

Es ist ein exorbitantes Vergnügen, sich in diesem Gemenge brillanter Einfälle zu Recht zu finden.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Regina Karolyi TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
In "Zwölf Ringe" geht es um ... womit beginnen?
Da wäre der tragische Held Karl-Joseph Zumbrunnen, ein Österreicher, den es in den neunziger Jahren immer wieder in den galizischen Teil der Ukraine zieht, in die Karpaten, wobei sowohl die Landschaft und die von ihr beeinflussten Menschen als auch seine Dolmetscherin Roma diese Anziehung ausmachen.
In einem geschichtsträchtigen Hotel in den Karpaten findet sich eine seltsam gemischte Gesellschaft: der österreichische Fotograf Zumbrunnen, Roma mit ihrem Mann und ihrer fast erwachsenen Tochter, ein Videofilmer, zwei Stripperinnen und nicht zuletzt der Geist eines Wegbereiters der modernen ukrainischen Literatur, Antonytsch.
Entsprechend vielschichtig präsentieren sich die Handlung, oft sehr konkret, dann wieder mystisch-abstrakt, und die Sprache, wo nötig, alltäglich, banal und auch vulgär, oder wiederum überraschend lyrisch. Es geht vor allem um die Verständigung von Mensch zu Mensch, bei der sprachlich, kulturell, charakterlich und intellektuell bedingte Unterschiede Grenzen setzen, sowie die Verständigung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt, die bedrohlich sein kann und in die er doch fest eingebettet ist. Hierzu bildet die wildromantische Karpatenlandschaft einen perfekt eingepassten Hintergrund.
Nicht zuletzt porträtiert Andruchowytsch auch die Ukraine selbst auf ihrem schmerzlichen Weg zur Selbstständigkeit, der von skrupellosen Neureichen, prosowjetischen Kräften und unzähligen gestrandeten Existenzen gesäumt wird. Das Karpatenvolk der Huzulen liefert einen folkloristisch-bunten Rahmen.
Die naive Faszination des österreichischen Protagonisten, seine zunehmende Verstrickung in das Schicksal der Region und ihrer Menschen und sein letztlich tödliches Scheitern verleihen dem Roman eine über Galizien und die Ukraine hinausgehende, europäische Komponente.
Die Vielfalt an Symbolen - Antonytschs "zwölf Ringe des Frühlings" ziehen sich tonangebend durch das ganze Werk -, Gleichnissen und literarischen Anspielungen ist kaum zu übertreffen. Ein Lob an die Übersetzer darf hier nicht fehlen, denn die gekonnte Übertragung der erwähnten, auch sprachlichen Vielschichtigkeit und der zahlreichen Wortspiele aus einer slawischen in die deutsche Sprache stellt sicherlich eine Meisterleistung dar.
Wenn ich trotz der Begeisterung für einen außergewöhnlichen Roman einen Stern abziehe, dann ganz subjektiv dafür, dass mir die gesamte Darstellung gelegentlich doch überfrachtet und aus den Fugen geraten scheint - auch wenn dies möglicherweise zur Intention des Autors gehört.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
eher schlecht 3. Februar 2008
Von ein kunde
Format:Taschenbuch
Dieses Buch hat mich geärgert, und ich habe die Lektüre nach einigen Kapiteln aufgegeben. Die Charaktere sind unverständlich, und der assoziative Schreibstil des Autors ist verwirrend. Die Handlung ist langweilig. Alles was offensichtlich originelle Ideen sein sollen, wirkt abgeschmackt. Ein Buch, das nicht lustig ist.
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