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Hier zu Lande wurde die in Jerusalem geborene, heute in Tel Aviv ansässige Autorin Hedaya mit ihrer bittersüßen Lovestory Liebe pur einem großen Lesepublikum quasi über Nacht bekannt. Damals erzählte sie uns von der Zufallsbekanntschaft einer Frau und eines Mannes, die nach ihrer ersten Verabredung noch "auf einen Kaffee" zueinander finden -- und dann nebst zugelaufenem Hund doch für länger zusammen bleiben. Eine wahre Achterbahnfahrt durch die Gefühlslandschaften ihrer Figuren hatte Hedaya uns da präsentiert, mit einer Schwindel erregenden Leichtigkeit in den Loopings und einer gehörigen Magenschwere im Abgang. Zusammenstöße setzt diese narrative Akrobatik auf 750 prall gefüllten Seiten fort, die mit dem glückselig machenden Zauberwort "Ja!" zu Ende gehen. Ob es sich dabei aber um das vom Leser ersehnte Happyend für Jonathan und Schira handelt, soll hier nicht verraten werden. Denn die doppelbödigen Wege der Liebe sind auch bei Hedaya unergründlich, und so manches Wort ist hier nicht so gemeint wie es im ersten Augenblick erscheint. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Meiner Meinung nach ist das knapp 800 Seiten starke Buch sehr zu empfehlen. Ich habe es, trotz der Länge, zu keinem Zeitpunkt als zu langatmig empfunden. Das Buch ist ein guter Tipp für einige Stunden Lesevergnügen. Vom Schreibstil her finde ich Hedayas Buch am ehesten zu vergleichen mit Leon de Winters "Leo Kaplan" - phasenweise Sexlastigkeit inbegriffen.
Allerdings spielt Hedaras Roman in Tel Aviv und Jerusalem, die aber als moderene Großstädte gezeigt werden wie andere auch. Der Schriftsteller Jonathan ärgert sich zwar darüber, dass die aus Amerika zugezogenen Orthodoxen seine Geburtsstadt Jerusalem kaputtmachen. Und ein einziges Mal warnt er seine Tochter vor Anschlägen. Ein einziges Mal taucht ein Palästinenser auf - eigentlich nur ein palästinensisches Taxi, wenn man es genau nimmt. Aber die Frau des Schriftstellers ist durch einen Autounfall ums Leben gekommen, der sich so auch in jedem anderen Land hätte zutragen können. Alles in diesem Buch hätte sich genau so in jedem anderen Land zutragen können. Und so kommt es mir fast ein wenig so vor, als sei nicht nur das Happy End der Liebesgeschichte Ausdruck einer Sehnsucht, sondern auch diese normale Großstadtwelt: Yael Hedaya imaginiert sich ein Tel Aviv in Schweden, kosmopolitisch, intellektuell, sozialdemokratisch und glücklich. Selbst die Haltung der Hauptfiguren zum Wetter scheint Ausdruck dieser Sehnsucht nach Schweden zu sein, denn alle drei hassen die heißen Sommer in Tel Aviv und warten stets sehnsüchtig auf den Winter...
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