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Zusammenarbeit: Was unsere Gesellschaft zusammenhält [Gebundene Ausgabe]

Richard Sennett , Michael Bischoff
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

27. August 2012
Wie können Menschen, die sich sozial, ethnisch oder in ihrer Weltanschauung unterscheiden, zusammenleben und -arbeiten? In unserer von Konkurrenz und Gegensätzen geprägten Gesellschaft ist dies für Richard Sennett die Schlüsselfrage. Er erläutert, was das Wesen von Zusammenarbeit ausmacht, warum sie so an Bedeutung verloren hat und wie sie wieder als Wert wahrgenommen werden kann. Ob er über mittelalterliche Gilden schreibt, über die Geschichte der Diplomatie oder über seine Interviews mit entlassenen Wall-Street-Angestellten nach dem Lehman-Crash - Sennetts Herangehensweise ist wie stets interdisziplinär und pragmatisch. Eine brillante Analyse unserer modernen Arbeits- und Lebenswelt.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Hanser Berlin; Auflage: 4 (27. August 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446240357
  • ISBN-13: 978-3446240353
  • Originaltitel: Together
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 101.544 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Richard Sennett lehrt Soziologie und Geschichte an der London School of Economics und an der New York University. Für sein Werk ist er u. a. 2006 mit dem Hegel-Preis der Stadt Stuttgart und 2010 mit dem Erasmuspreis ausgezeichnet worden. Zuletzt erschien von ihm Handwerk (2008). Richard Sennett lebt in London und New York.

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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
In seinem neuen Buch stellt sich der amerikanische Soziologe Richard Sennet die Frage, wie Menschen, die sich in vielen Gesellschaften immer mehr unterscheiden in ihrem sozialen Staus, ihrer ethnischen Herkunft und vor allem ihrer Weltanschauung, gut zusammen leben und zusammen arbeiten können.

Für Sennett ist die Beantwortung dieser Frage der Schlüssel zu einer positiven Entwicklung unserer Gesellschaften. An unzähligen Beispielen erklärt er das Wesen der Zusammenarbeit und spürt nach, wie ihr Wert wieder neu bestimmt werden kann.

Dabei geht es in einer Welt, in der die sozialen Gräben zwischen Arm und Reich immer tiefer werden und die gesamte Gesellschaft ihren inneren Halt zu verlieren droht durch immer größer werdende soziale Spannungen, nicht darum, Unterschiede zwischen den Menschen und ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten durch mehr Zusammenarbeit zu nivellieren, sondern es geht darum, sie in eine Art gemeinsames Projekt einzubringen. Vorbild ist ihm dabei der klassische Handwerksbetrieb, dessen Leistungen er als „handwerkliche Kunst“ versteht, in dem man als Gruppe zusammenarbeitet, aber sehr wohl ein Meister das Sagen hat.

Diese Form der Zusammenarbeit, so Sennett, ist dann erfolgreich, wenn die Mitglieder des Kollektivs einander zuhören und wenn die Fähigkeiten und die Fertigkeiten jedes Einzelnen einfließen in das fertige Produkt.

Dieses Bild des Handwerkbetriebs überträgt er auch auf andere Situationen, und hebt besonders das Prinzip des Dialogs hervor. Denn wir wissen meistens nicht, was in den Menschen wirklich vorgeht, mit denen wir zusammenarbeiten sollen oder wollen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein klarsichtiger Weckruf - mögen ihn viele hören 18. November 2012
Von Majomie
Format:Gebundene Ausgabe
Der Mensch ist ein soziales Wesen. Diese Erkenntnis ist nun wahrlich nicht neu. Wenn sie - vom Autor unausgesprochen - gleichwohl den roten Faden seines im Jahre 2012 n. Chr. veröffentlichten Buches bildet, muss es hierfür einen tieferen Grund geben. Er liegt wohl in der Sorge, dass wir zunehmend diese, unsere Bestimmung aus dem Auge verlieren. Sennett gelingt es, ohne in platte Sozialromantik abzufallen, an konkreten Beispielen diesen Verlust plastisch zu machen. Dabei verwendet er eine wirklich interessante Technik, indem er nicht nur seine eigene Biographie, sondern auch die Pariser Weltausstellung von 1900 sowie Holbeins 1533 vollendetes Gemälde "Die Gesandten" als Rahmen nutzt und als Koda die Frage von Montaigne aufwirft, ob er mit der Katze oder sie mit ihm spiele. Dieser große Rahmen wird immer wieder ergänzt durch Einbindung verschiedenster Beispiele konkreter Situationen von Zusammenarbeit. Besonders beeindruckend ist dabei das Beispiel des Alkoholikers, der durch die Solidarität seiner Kollegen am Fliessband vor Entdeckung geschützt wurde. Typisch für Sennett wird aber auch die andere Seite der Medaille betont: gelöst wurde das persönliche Problem dadurch nicht. Dass Sennett sich in seinem Buch auch mit wissenschaftlichen Thesen auseinandersetzt, bedarf keiner Erwähnung. Er verfügt hier zweifelsohne über einen fundierten Einblick in alle relevanten zeitgenössischen und historischen Vorarbeiten. Erneut gelingt es ihm in vortrefflicher Weise, diese dem Leser nahezubringen, ohne in einen wissenschaftlichen Diskurs abzuschweifen. Wie frühere Bücher von Sennett auch ist dieses erneut ein Weckruf. Das er gehört wird ist leider unwahrscheinlich. Aber dennoch ist es gut zu wissen, dass es klarsichtige Beobachter wie Sennett gibt, die uns allen immer wieder vor Augen halten, was wir nicht aus den Augen verlieren dürfen. Am anderen Ende liegt sonst der "bellum omnium contra omnes".
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Together 16. April 2013
Von FMA TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Richard Sennett, der wohl renommierteste Soziologe der Gegenwart, legt mit Zusammenarbeit" den 2. Band seiner - wie er sie in Anspielung auf Hanna Ahrendts Vita Aktiva" nennt - Homo Faber Triologie - vor. Im Original lautet der Titel Together" und eigentlich geht es auch sehr grundsätzlich um das gesellschaftliche Miteinander. Dass im Deutschen hier sofort Arbeit assoziiert wird, stimmt nachdenklich. Band 1 seines Werkes, das wohl eine Art vorläufiges Vermächtnis seiner wissenschaftlichen Arbeit darstellen soll, erschien unter dem Titel Handwerk", Band 3 wird sich der Thematik des urbanen Lebens widmen.

Menschliches Handeln, so der Autor, bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Eigennutz- und Gemeinwohlorientierung, zwischen Kooperation und Konkurrenz. Diese beiden Verhaltensweisen können jeweils unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Sennett unterscheidet: Altruismus, Win-Win-Kooperation, Null-Summen-Kooperation, differenzierten Austausch, The-Winner-takes-it-all.

Altruismus bedeutet selbstloser Einsatz. Menschen engagieren sich für andere ohne Erwartung einer Gegenleistung. Beispiele dafür wären karitatives oder anderweitig ehrenamtliches Engagement, aber ebenso die Bereitschaft, dem Allgemeinwohl dienliche Ideale auch dann nicht zu verraten, wenn große persönliche Vorteile winken oder die Bedrohung durch schwere Nachteile im Raum steht. Charakteristisch für Menschen, die ausgeprägtes altruistisches Verhalten zeigen, sei, so Sennett, dass sie sich an einer Art Schatten-Ich orientieren. Sie sind unabhängige Individuen, denen es in erster Linie darum geht, in ihrem Handeln vor sich selbst oder auch vor Gott zu bestehen.
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