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Produktinformation
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Da ist der schüchterne Philibert, von Geburt her von Adel, aber im Verhältnis zu Frauen eher ein Kretin: ganz im Gegensatz zu Franck, einem gutmütigen Koch, der seine geliebte, schon etwas sehr altersschwache Großmutter Paulette durchs Leben bringt. Und da ist natürlich noch Camille, die den Gaumenfreuden Francks krankhaft widersteht -- und im Alltag zwar als Putzfrau arbeiten muss, eigentlich aber eine künstlerische Karriere verdient hätte. Eine verrückte Vierergruppe, die das Leben zusammengespült hat.
Zusammen ist man weniger allein ist eine Art moderner Variante von Goethes Wahlverwandtschaften, wobei nie so ganz sicher ist, ob die Chemie zwischen den Figuren stimmt, und eigentlich auch ohne Wahl. Aber es ist nicht nur dicker, sondern auch etwas fröhlicher und glücklicher als Gavaldas frühere Bücher. Und das tut der Geschichte keinen Abbruch -- ganz im Gegenteil. Überaus vergnüglich, witzig, und nur manchmal traurig. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
128 von 142 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der umgekehrte Domino-Effekt,
Von
Rezension bezieht sich auf: Zusammen ist man weniger allein: Roman (Gebundene Ausgabe)
Handlung im engeren Sinne gibt es eigentlich eher wenig (gemessen am Umfang des Buches). Anna Gavalda widmet sich so ausgiebig ihren Figuren, dass man alles andere rundum vergisst. Episodenhaft erzählt sie ihre Geschichte. Sie zeigt, wie sich vier grundverschiedene Menschen, die jeweils einsam und völlig am Boden sind, gegenseitig aufrichten. Sie selbst nennt das den umgekehrten Domino-Effekt. Ihre Steinchen kippen nicht nacheinander um und das eine zieht das andere mit ins Verderben, bis keines mehr auf steht, sondern machen (zunächst ganz unbewusst) das genaue Gegenteil. Gerade heutzutage, wo sich jeder nur noch um sich selbst und seine eigenen Probleme kümmert, wirkt die Art, wie die Figuren aufeinander aufpassen, sich umeinander sorgen, fast schon altmodisch - und ist gerade deswegen irgendwie herzerfrischend.Anna Gavaldas Stil ist dabei absolut hinreißend. Sie verfolgt ihre Protagonisten mit stetig wechselndem Blickwinkel, beobachtet mal den einen, mal den anderen und zeichnet von allen ein so lebendiges, so reales Bild, dass man fast schon glauben mag, es gäbe sie wirklich. Man kennt die Figuren mit der Zeit richtig gut, möchte sie anschubsen, damit sie endlich aus ihrer Haut herauskönnen, sie in den Hintern treten, wenn sie mal wieder auf dem Schlauch stehen und sie in den Arm nehmen, wenn sie traurig sind. Es gibt kaum "echtere" Romanfiguren als die von Anna Gavalda. Sie hauen einen um. Sie reißen einen mit. Viele Handlungsstränge erschließen sich über die Dialoge. Es wird sehr viel geredet, aber nicht immer mit vielen Worten. Dennoch steckt in den Dialogen sehr viel und selbst Schweigen hat Gewicht. Jeder Satz, jedes Wort passt genau, vervollständigt das Bild und lässt die Figuren umso lebendiger erscheinen. Jede der Figuren trägt ihr eigenes Bündel Schicksal, aber es wirkt nie aufgesetzt. Anna Gavalda betrachte ihre Figuren stets mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sie hat ein Gespür für tragische Momente, genau wie für lustige und unterstreicht ihren Roman mit einer fast schon zärtlichen Ironie. Anna Gavalda wächst mir mit jedem Buch mehr ans Herz. Wer noch die Muße hat, sich auf einen Roman einzulassen, der fast schon allein durch die Figuren wirkt, der wird mit einer zart und feinfühlig erzählten Geschichte belohnt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderbare Lektüre - zum Abtauchen geeignet,
Rezension bezieht sich auf: Zusammen ist man weniger allein (Taschenbuch)
Ich will mich nicht wiederholen - viele andere Rezensenten und -innen haben ja schon viel Kluges zu diesem Buch gesagt. Mir sind die vier Hauptpersonen ans Herz gewachsen, in ihrer Einsamkeit, in ihrem täglichen Bemühen, damit zu leben. Wunderbar, wie sich ihre Lebenslinien treffen und die Personen sich langsam, ganz langsam öffnen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, denn es passt in diese geschäftige Zeit, die doch Einsamkeit befördert. Die Suche nach einer Wahlfamilie ist ebenfalls ein modernes Thema. Gemeinsam ist man eben doch weniger allein - irgendwo zwischen Autonomiestreben und Wunsch nach Gemeinschaft. Ein märchenhaftes Buch, dem ich sogar mal fünf Punkte zugestehe.
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35 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spritzig, einfühlsam, positiv. Endlich wieder ein ehrlicher Mutmacher,
Rezension bezieht sich auf: Zusammen ist man weniger allein (Taschenbuch)
Ein Griff in die Auslage, ein Blick hinein und man ist vergiftet. Süchtig. Gefangen. Ich habe dieses Buch zufällig in die Hand genommen, irgendwo aufgeschlagen und saß sofort in der Falle.Wie macht sie das, die Anna Gavalda? Sie beobachtet Menschen sehr intensiv. Und sie muss diese Menschen lieben. Anders ist so ein Buch nicht vorstellbar. Der Titel klingt banal. So gar nichts reißerisches. Das ist das erste, was angenehm auffällt. Wer sich das erlauben kann, muss ein As im Ärmel haben. Die Charaktere der drei + eine Hauptperson werden meisterhaft gezeichnet. Strich für Strich, Satz für Satz entstehen die Porträts, Nuancen, Andeutungen, kurze, blitzlichthafte Ausleuchtung. Immer hat der Leser genügend Freiraum, seine Phantasie einzusetzen, nie fühlt er sich gegängelt und doch führt die Autorin diese auf den ersten Blick so unscheinbaren Figuren sicher durch die kleine, alltägliche Handlung. Schält ihre Schmetterlinge aus den Puppen, bis sie stark genug sind, ihre Farben zu zeigen. Ein Buch über tiefe Menschlichkeit, über Alltagsängste und Einsamkeit bis zur Lebensbedrohung, über Hilfe, Solidarität, Verständnis und Achtung des Nächsten. All das, was wir so nötig brauchen. Sicher, dass in den drei Protagonisten letztlich kleine Genies stecken, ist frei erfunden, ebenso wie das etwas durchschaubare happy end. Aber machen das nicht alle Märchen so? 551 Seiten französisches Esprit, eine laufend überraschende Sprache voller kleiner gags, überhaupt nicht intellektuell überhoben und selbst in der sparsam dosierten Unflätigkeit immer glaubhaft. Das macht Spaß, das ergreift, das zieht den Leser mit hinein. Kleines Beispiel: Wie drückt man Ratlosigkeit aus? Camille sah Philibert an, und Philibert sah woandershin. So einfach geht das. Noch ein Schmankerl gefällig? Keine Nachrichten von der Liebesfront? Gut. Keine Nachrichten, gute Nachrichten. Hoppla, wie war das? Wie gut, dass man im Buch dreimal nachlesen kann und dann drüber nachdenken. Im Film ist das sofort weg. Natürlich bleibt das nicht so stehen. Aber neugierig macht das schon auf den Weitergang der Geschichte, nicht wahr? Mehr wird jetzt nicht verraten. Wie schön, dass es auch noch Champagner gibt zwischen all dieser Cola und fun-drinks. Von mir gibt's für dieses Feuerwerk 5 Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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