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Zur gleichen Zeit: Aufsätze und Reden [Gebundene Ausgabe]

Susan Sontag , David Rieff , Reinhard Kaiser
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 296 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 1 (8. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446230041
  • ISBN-13: 978-3446230040
  • Originaltitel: At the Same Time. Essays and Sreeches
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 722.851 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Susan Sontag
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Jeder der Texte des Buches hätte vor dem unbestechlichen Urteil der Autorin bestanden. Sie legen eben die Qualitäten an den Tag, um deretwillen Sontag berühmt wurde: Neugier, Klarheit, Intelligenz." Andreas Dorschel, Süddeutsche Zeitung, 03.04.08 "Mit ihren Porträts, Einblicken in die LEbensgeschichten der Autoren und mit ihren Einführungen in Titel wie Leonid Zypkins Roman "Ein Sommer in Baden-Baden" (...) gelingt es Sontag, dass man die besprochenen Bücher umgehend zur Hand nehmen will." Sigried Weigel, Neue Zürcher Zeitung, 27.04.08 "Man spürt hier die glühende Unbedingtheit, die Susan Sontags Persönlichkeit ausmachte - und die auch in diesem letzten Essayband ein unbeirrbares Echo wirft." Andrea Köhler, Neue Zürcher Zeitung, 05.08.08 "Die Sammlung zeigt den Weitblick der zwischen engagierter Publizistik und ambitionierter Dichtung oszillierenden Intellektuellen, was eine Gewinn bringende Lektüre-Empfehlung für ihre ebenso breit wie different augestellte Leserschaft impliziert. (...) Susan Sontag ist die hinreißend Widerspenstige einer derart raumgreifenden Literatur." Oliver Ruf, Die Furche, 14.08.08 "Diese existenzialistische Intellektuelle hat das Sujet der Schönheit geradezu manisch umkreist und in einzigartiger Weise handhabbar gemacht. ... Die Sammlung zeigt den erschreckend hellsichtigen Weitblick der zwischen engagierter Publizistik und ambitionierter Dichtung oszillierenden amerikanischen Stardenkerin. ... (Es) wird diesem sontagschen Hin-Schauen ein wahrhaft schöngeistiges Denkmal gesetzt. ... Mit Goethes "Faust" formuliert: Die Schriftstellerin Susan Sontag erkennt, was die Welt im Innersten zusammenhält." Oliver Ruf, Der Bund, 23.09.08

Kurzbeschreibung

Eine Sammlung von Texten aus Susan Sontags letzten Jahren, die ihren Rang als engagierte Essayistin nachdrücklich bestätigt. Sontag, die so viele bedeutende europäische Autoren für Amerika entdeckt hat, beschäftigt sich hier mit Dostojewski, Pasternak und Rilke, aber sie engagiert sich auch für weniger bekannte Schriftsteller wie Anna Banti, Victor Serge oder Halldór Laxness. Ihrem Text zum 11. September, der in den USA einen Skandal auslöste, folgen zwei weitere Aufsätze zum selben Thema, die staunen machen ob der politischen Weitsicht, die Sontag bewies. Schließlich folgen Ansprachen zu Themen wie Literatur und Freiheit, Mut und Widerstand, gehalten anlässlich der Verleihung wichtiger Preise.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Die New Yorker Intellektuelle Susan Sontag, die 2004 im Alter von einundsiebzig Jahren an Krebs starb, machte sich einen Namen als Schriftstellerin, Essayistin, Kultur- und Literaturkritikerin, Filmemacherin und Theaterregisseurin. Sie prägte die amerikanische Intellektuellenszene maßgeblich über mehrere Jahrzehnte und tat sich am Ende zu nicht zuletzt als Kritikerin US-amerikanischer Politik und des Konsumkapitalismus hervor.

"Zur gleichen Zeit" sammelt Sontags letzte Essays, die in diesem Band posthum veröffentlicht wurden. Sontag, die polnisch-jüdische Wurzeln hatte, war Zeit ihres Lebens Mittlerin zwischen dem alten Europa und dem neuen Amerika. Ihre Präferenz für europäische Literatur zeigt sich in einigen Essays ebenso wie ihre Liebe zur Photographie. Die mich am meisten beeindruckenden Beiträge sind jedoch ihre politischen Stellungnahmen, die teilweise in Reden zu Preisverleihungen oder in Form einer Vorlesung stattfinden, teilweise aber auch als Artikel zum 11. September 2001.

Ihre Kritik an der amerikanischen Politik der Bush-Ära ist harsch. Sie kritisiert in bester linker Intellektuellenmanier die US-zentrierte Eigenwahrnehmung, vor allem entstanden oder besser manifestiert durch den Wegfall des Ostblocks und den alleinigen Verbleib der USA als Supermacht. Sie wagte es, direkt im Anschluss auf die Anschläge auf das World Trade Center den amerikanischen Umgang mit diesem terroristischen Akt zu kritisieren. Und sie kritisierte beständig den westlichen Konsumkapitalismus, der nicht zuletzt zu Lasten von Bildung und Kultur geht.

Essays sind nicht jedermanns Sache, ich empfehle sie dennoch als Zwischenlektüre, weil sie im Gegensatz zu Romanen und Kurzgeschichten Autoren die Gelegenheit geben, Stellung zu nehmen. Essaysammlungen sind Perlen, die man als gemeiner Leser suchen muss, da sie einem in Buchhandlungen im Normalfall nicht in die Hände fallen. In mehr als einem Fall schon habe ich die Suche danach schon als lohnend empfunden, so auch in diesem.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Mit Susan Sontag ehren wir eine Schriftstellerin, deren erzählendes und essayistisches Werk den Begriff und den Wert der westlichen Kultur untersucht und verteidigt. Mit großer analytischer Schärfe hat sie seit den sechziger Jahren die Ausprägungen der dynamischen Alltagskultur und ihre Bedeutung für unsere Vorstellung von Modernität und Freiheit beschrieben. Durch ihre Arbeit, die nie das europäische Erbe aus dem Blick verlor, ist sie zur prominenten intellektuellen Botschafterin zwischen den beiden Kontinenten geworden."
Als sie mit dieser Begründung des Stiftungsrates 2003 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt, war ein bewegtes intellektuelles Frauenleben schon fast zu Ende gegangen.
Ende 2004 starb eine Frau, deren Leben und Schreiben in Amerika immer wieder für großes Aufsehen sorgte und mehrmals nicht unwesentliche Diskurse anschob. Dabei blieb sie immer widersprüchlich, wechselte ihre Meinung, wenn sie das für nötig hielt, und ließ sich zu keiner Zeit in irgendeinen Mainstream einordnen.

Nach dem 11.September 2001 wurde das noch einmal ganz deutlich, als sie sich zunächst, in Berlin weilend, jedem Kommentar verweigerte, dann aber einen Text vorlas, in dem sie wie andere linke Intellektuelle nach ihr auch, einen Zusammenhang zwischen den Terroranschlägen und der globalen Politik der Vereinigten Staaten herstellte. Eine große Mehrheit der liberalen Amerikaner reagierte mit großer Empörung, und auch ich habe das damals nicht verstanden. Später allerdings revidierte Susan Sontag einiges von ihren Aussagen, um aber umso heftiger gegen den Angriff der USA auf den Irak zu polemisieren. Als sie ihr letztes Buch mit dem Titel "Das Leiden der anderen betrachten" veröffentlichte, kehrte Susan Sontag gegen Ende ihres bewegten Lebens wieder zu ihrem ureigensten Genre, dem Essay, zurück.
Das zentrale Thema dieses letzten Buches ist die Rolle der Kriegsfotografie im zivilen Verständnis von militärisches Gewalt und deren menschlichen "Kosten". In gewisser Weise knüpft sie damit an an ihren 30 Jahre vorher erschienen Band "Über Fotografie".
Arturo Perez-Reverte hat jüngst in "Der Schlachtenmaler" diese Diskussion in Form eines genialen Romans geführt.

Der vorliegende Band von Aufsätzen und Reden von Susan Sontag, von Reinhard Kaiser übersetzt und mit einem Vorwort des Sohnes von Susan Sontag, David Rieff versehen, gibt einen guten Überblick über ihr Schaffen und ihre Gedanken der letzten Lebensjahre. Die Texte stammen ausnahmslos aus den ersten Jahren der neuen Jahrtausends, unter anderem ist ihre schon erwähnte Auseinandersetzung mit der amerikanischen Politik und Öffentlichkeit nach dem 11.9. 2001 in mehreren Aufsätzen dokumentiert. Absolut lesenswert ist ihre Dankesrede Literatur ist Freiheit", die sie bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2003 in Frankfurt gehalten hat.

Susan Sontag erlag dem Krebs, einer Krankheit, mit der sie ein Leben lang kämpfte und der sie 1978 in "Krankheit als Metapher" (deutsch 1981) ein eigenes Buch gewidmet hatte, das damals eine große Rezeption hatte, weit über ihre sonstigen Leserschichten hinaus.

Susan Sontag war eine ganz außergewöhnliche Intellektuelle, wie es sie so wohl nur in den USA geben kann. Ein Rezensent in Amerika beschrieb die Qualität und die Aura ihrer Texte der letzen Lebensjahre so:
"Die Melancholie und die gelegentlich bittere Weisheit von Susan Sontags letzten Schriften entstammen eher einer leidenschaftlich engagierten amerikanischen als einer europäischen Sensibilität - eine Sensibilität, die nicht nur aus der Vergangenheit gelernt hat, sondern auch, indem sie sich heftig mit der Gegenwart auseinandersetzt, die Zukunft zu erraten vermag."

Ja, wir brauchen die Literatur um unsere Welt zu erweitern, wie sie einmal geschrieben hat.
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