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Zur Sache, Schätzchen
 
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Zur Sache, Schätzchen

Werner Enke , Uschi Glas , May Spils    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Rezensionen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Als er 1968 in die deutschen Kinos kam, war Zur Sache Schätzchen nichts weniger als eine Sensation, und auch heute noch ist das Spielfilmdebüt der damals gerade 27-jährigen May Spils der wohl bekannteste Repräsentant der Münchner Schule des Neuen Deutschen Films. Die unbekümmerte Forschheit, mit der die junge Filmemacherin ihre Geschichte aus dem Leben eines modernen Taugenichts' realisiert hat, war damals beispiellos im deutschen Kino und ist immer noch unerreicht. Ein wenig muss man sogar an das andere große Debüt denken, das etwa zehn Jahre zuvor den europäischen Film aus seiner Erstarrung gerissen hat. Nur ging es May Spils anders als Godard bei Außer Atem nicht um eine Revolution. Sie wollte nur, wie sie selbst einmal bekannt hat, "endlich die Langeweile aus den Kinos vertreiben -- denn das haben die Herren vom Jungen Deutschen Film bisher kaum geschafft".

Wäre da nicht sein Freund, der glücklose Schauspieler Henry (Henry van Lyck), dann wäre der Schlagertexter Martin (Werner Enke) an seinem 25. Geburtstag wohl kaum aus dem Bett gekommen. Doch Henry, der die Passivität seines hoch begabten Freundes, dessen Desinteresse an den Dingen des Lebens, nicht verstehen kann, zwingt Martin, der in der Nacht zuvor einen Einbruch und Diebstahl beobachtet hat, zur Polizei zu gehen. Damit setzt er eine Kette von Ereignissen in Gang, in deren Verlauf der "Pseudophilosoph" Martin die fast ebenso eigenwillige Barbara (Uschi Glas) kennen lernt. Die Stunden mit ihr sind für ihn, der davon überzeugt ist, dass es böse enden wird, ein Geschenk des Schicksals, das ihn letztlich aber auch nicht von seinem selbstzerstörerischen Weg abbringen kann.

1967 entstanden, nimmt Zur Sache Schätzchen die Stimmung der Jahre 1968 und 1969 voraus. Martins Lethargie und später dann die Art, in der er sich durch Schwabing treiben lässt, immer auf der Flucht vor der Polizei, die er mit seinem gegen jede Autorität gerichteten Auftreten provoziert hat, sind nicht einfach nur eine Form von Verweigerung. Sie drücken die vielleicht reinste Anarchie überhaupt aus, eine Anarchie, die sich selbst jede gesellschaftliche und politische Dimension versagt. Martin ist eben kein Revolutionär, er ist vielmehr ein Erbe der satirischen Romantiker des frühen 19. Jahrhunderts, dessen große Leidenschaft der Sprache und ihrer subversiven Kraft gilt.

Die Dialoge, die May Spils zusammen mit Rüdiger Leberecht und ihrem Anti-Star Werner Enke geschrieben hat, sind einzigartig im deutschen Film. Sie haben sie nicht der Wirklichkeit und einem bestimmten Milieu abgelauscht, sondern eine ganz eigene Sprache geschaffen, die einer ganzen Generation ein neues Vokabular geben sollte. Selbst heute noch, da wir um das Prophetische des überraschend pessimistischen Endes von Zur Sache Schätzchen wissen und Martins Worte und Wendungen schon wieder weit gehend vergessen sind, geht von den Dialogen des Films wie von Uschi Glas' unschuldiger Koketterie und Werner Enkes romantischem Philosophieren eine unwiderstehliche Magie aus. --Sascha Westphal

Amazon.de DVD-Bewertung

Sieht man einmal von ein paar Kleinigkeiten ab, kann sich die DVD-Edition von Zur Sache Schätzchen durchaus mit denen der Fassbinder-Filme und denen der anderen Reihen, die sich der deutschen Filmgeschichte widmen, messen. Dabei besticht vor allem die Bildqualität, die Klaus Königs Münchner Impressionen in ihrer ganzen beiläufigen Schönheit zur Geltung bringt. Ähnlich vorbildlich ist auch die Tonspur, die den originalen Mono-Ton in einer perfekten Auflösung präsentiert. Als Specials bietet die DVD eine kleine, aber nichtsdestotrotz sehr interessante Fotogalerie, die vor allem durch ihre Behind-the-Scenes-Aufnahmen überzeugt.

Abgerundet wird die Edition durch zwei Kurzfilme, die kleine kollektiv produzierte Doku Jahrgang 1942: Weiblich und Peter Schamonis gesellschaftskritischen So zwitschern die Jungen. Beide vermitteln sie im Zusammenspiel mit Zur Sache Schätzchen einen faszinierenden Einblick in die so ungeheuer widerspruchsreiche Zeit des Neuen Deutschen Films. Der einzige größere Makel ist, dass der Film nicht in einzeln anwählbare Kapitel eingeteilt worden ist, man also keinen direkten Zugriff auf einzelne Szenen hat. Außerdem kann man sich darüber streiten, ob es nun gerade sinnvoll ist, dass beim Einlegen der DVD der Trailer zu Zur Sache Schätzchen automatisch gestartet wird und man ihn nicht, wie sonst üblich, getrennt über das Menü der DVD aufrufen kann. --Sascha Westphal

Video Jakob Kurzinhalt

s/w 1968 war der kultverdächtige Film der Überraschungshit an den Kinokassen. Mit 26 Jahren präsentierte May Spils dem staunend-amüsierten Publikum als erste deutsche Regisseurin der Nachkriegsgeneration eine Komödie, die frech und frisch den Zeitgeist traf. Werner Enke verkörpert sein alter ego, den verschlafen-dynamischen Nichtstuer Martin, der die Welt mit pseudophilosophischen Sprüchen beglückt, und zusammen mit seinem

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24 Stunden aus dem Leben von Martin, einem Schwabinger Tunichtgut, der zum Aufstehen keinen Bock und zum Arbeiten keine Lust hat. An seinem Geburtstag reißt er im Schwimmbad die hübsche Barbara auf. Um ihr zu imponieren treibt er auf einer Angebertour durch München allerlei Verbotenes mit seinen Mitbürgern und bekommt Ärger mit der Polizei.

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Die skurrile, detailverliebte Komödie ist authentisches Porträt der 68er-Generation, zum Klassiker avancierter Paradefilm des Neuen Deutschen Films und Spielfilmdebüt von Regisseurin May Spils, die damit dem Münchner Stadtteil Schwabing ein Denkmal setzte. Der Film brachte Uschi Glas den Spitznamen "Schätzchen" ein. Wort- und Lebenskünstler Werner Enke prägt den Ausdruck "fummeln".

Blickpunkt: Film

"Schätzchen" Uschi Glas versucht, ihren Freund Martin durch Einsatz ihrer körperlichen Vorzüge vor der Haftung zu retten. Legendäre Milieu-Studie über Lebenskünstler, die in den späten Sechzigern im Münchner Stadteil Schwabing das Dasein genießen.

Blickpunkt: Film Kurzinfo

Authentisches Porträt der 68er-Generation und zum Klassiker avancierter Paradefilm des Neuen Deutschen Films.

Kurzbeschreibung

s/w
1968 war der kultverdächtige Film der Überraschungshit an den Kinokassen. Mit 26 Jahren präsentierte May Spils dem staunend-amüsierten Publikum als erste deutsche Regisseurin der Nachkriegsgeneration eine Komödie, die frech und frisch den Zeitgeist traf.
Werner Enke verkörpert sein alter ego, den verschlafen-dynamischen Nichtstuer Martin, der die Welt mit pseudophilosophischen Sprüchen beglückt, und zusammen mit seinem "Manager" Henry (Henry van Lyck), der ständig die "genialen" Schlagertexte des charmanten Taugenichts in bare Münze verwandeln will, in den Tag hinein lebt. Wenn man nicht gerade Polizisten und andere Zeitgenossen ärgert. "Es wird böse enden..." sagt Martin.
Aber dann wirbelt die Begegnung mit Barbara (Uschi Glas), knackige aber wohlbehütete Tochter aus gutbürgerlichem Hause, mit der man so schön kuscheln kann, sein Leben fröhlich durcheinander.
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