Monsieur, Sie haben so recht. Wir deutschen Frauen sind unglaublich emotional kontrolliert, verplant, unsicher und voller Vorurteile. Der deutsche Mann hat es schwer, da er lediglich auf scheinbare Perfektion stößt: teure (unbequeme) Lingerie, emanzipatorisch-knallharte Flirtsprüche, trinkfeste Frauen die mit Männern mithalten wollen, verbündete abweisende Freundinnen an der Bar, Kopf-kontrollierte kreative Frauen, alles schwer zu durchdringen mit männlichem Charme.
Und vor allem mit dem französischen...
Männer wie Sie haben Ahnung vom Svaoir-Vivre, von gutem Wein der mehr als 5 Euro kostet, Sie hassen Besucherritzen und wollen nicht eingeladen werden von zu toughen Frauen. Sie wollen Flirten um des Flirtens willen, und nicht IMMER Sex, wie die deutsche Frau unterstellt. Sie wollen Komplimente verschenken, ohne gleich auf Tuchfühlung zu gehen. Doch vor verbaler Tuchfühlung schrecken viele Frauen zurück weil es genug Männer gibt, die keine Flirtkünstler sind wie Sie!
Flirten will und muss wieder gelernt werden. Es ist so einfach und gleichzeitig so schwer, weil es mit Erwartungshaltungen verknüpft ist, mit vielen schmutzigen und romantischen Gedanken, stupidem Schubladendenken, miesen Erinnerungen an Ex-Lover und in Zeiten der Schnelllebigkeit und Austauschbarkeit manchmal so schade, schade ins wirklich oberflächliche Flirten abzurutschen droht.
Aber Sie, Monsieur Wurst, zeigen uns wieder das intelligente, charmante, ehrliche Flirten! Merci beaucoup dafür. Sie lassen uns an Ihren Erlebnissen teilhaben und erfreuen und belehren auf unterhaltsame Weise sowohl Männer als auch Frauen damit. Ja, es ist Ihnen nicht leicht gefallen in Deutschland. Und dann noch im unterkühlten Hamburg. Aber Sie haben einen Teil zur Völkerverständigung an den Bartheken und in Cafés beigetragen.
Bitte schreiben Sie doch als nächstes ein Buch für die Phase, die nach dem erfolgreichen Flirt eintritt. Auch, wenn es die Französinnen eventuell ähnlich handhaben wie wir Deutschen: Ich möchte mehr von Ihnen über die Liebe lernen.