Joseph v. Westphalen verdingte sich 2007 dem deutschen Playboy und macht dank dem 2001-Hausverlag Haffmans nun die Zweitverwertung. 12 Geschichten versuchen, den Flirt oder mehr mit "berufstätigen Frauen" zu behandeln.
Der Fairness halber: Man mag v. Westphalen als schreibgewandten Kolumnisten kennen. Kurze Stücke sind seine Stärke, und er kann mit Sprache umgehen. Das rettet ihm den zweiten Stern.
Der sprachliche Abgrund gerade in den Klappentexten ist unfassbar! Ob es eine Playboy-Praktikantin in zehn Minuten auf pseudowitzig zusammentexten musste? ... Dies konnte den Rezensenten leider nicht warnen, denn der bekam's schon mit einem "Naja, vielleicht ist es ja etwas für _Dich?" weitergeschoben. Das 180 Seiten umfassende gebundene Bändchen hat das (aktuell häufiger missbrauchte) Titelbild der New-Deal-Frau vorne: "We can do it", Bizeps zeigend, Sie kennen es womöglich bereits.
Ja, ich gab dem Buch eine Chance: ganze vier der zwölf Geschichten lang: Taxifahrerin, Osteopathin, Anlageberaterin, das Zimmermädchen - dann war aber auch Sense. Dr. phil v. Westphalen hat dem Playboy sterile und mit etwas Geist abwattierte Altmännerphantasien mit "blanken Augen" abgeliefert. Ich würde es jetzt nicht einmal als erotisch bezeichnen.
Joseph von Westphalen wurde für "Zur Phänomenologie des arbeitenden Weibes" wenigstens gut bezahlt, hoffe ich. Das Buch freilich wird wohl rasch per Bookcrossing o.ä. weitergereicht werden. Verschenken könnte ich es leider niemandem.