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Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. [Gebundene Ausgabe]

Heinrich. Heine
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Frankfurt a.M. : Insel Verl. (1966)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B004O52YEC
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Wer Heines direkte Sprache mit ironischem Witz und Ausdruck kennt und mag, findet hier einen der interessantesten Wege zu den Themen der Philosophie und der Religion. In der Tat, eine Geschichte im doppelten Sinn. Die Hauptdarsteller und deren vorgegebenen oder tatsächlichen Scharmützel sind hier aufs beste beschrieben. Aus dem Dunkel wird Licht, weil Heines Art des Schreibens weit weg vom nur sachlich fachlichen - ohne jedoch darauf zu verzichten - diese Hauptthemen dem Leser mit erhöhtem Interesse nahe bringt, selbiges bei ihm erzeugt. Der Leser erfährt, erlebt nahezu die Geschichte und deren Zusammenhänge, der Übergänge, der Absichten der Herren Luther, Spinoza bis Hegel, Lessing und Co. und deren Beeinflussung / Beinflusst-Werden der / durch die Religion.

Ein Feuerwerk, gedacht für die Franzosen und deren Verhältnis zu Deutschland. Und in dieser Kombination ein aktuelles Pamphlet einer aktuellen Situation, geboren aus der Geschichte von Religion und Philosophie.

Zu wenig beachtet, aber um so mehr zu empfehlen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Dies ist eine der genialsten Darstellungen - wenn nicht die genialste Darstellung - zur Religions- und Geistesgeschichte der Neuzeit. Im kurzweiligen Plauderton kommt Heinrich Heine daher und erörtert dabei doch unversehens die umwälzendsten Dinge.

Im Mittelpunkt seiner Darstellung steht das Werk von Immanuel Kant "Die Kritik der reinen Vernunft". Heinrich Heine arbeitet die religionsgeschichtliche Bedeutung dieses Buches heraus wie kein anderer vor ihm oder nach ihm. Noch heute wird in Diskussionen rund um religiöse Fragen die geistesgeschichtliche Bedeutung des philosophischen Werkes von Immanuel Kant kaum erwähnt, dabei war das Erscheinen dieses Werkes entscheidend auch noch für heutige Debatten.

Heinrich Heine arbeitet klar und deutlich heraus: Ihr Franzosen habt doch nur einem König den Kopf abgeschlagen. Unser Immanuel Kant aber ... Oh, unser Immanuel Kant hat einen Gott geköpft. Diese geistesgeschichtliche Revolution ist - im Gegensatz zur Französischen - noch heute nicht in allen Köpfen der Menschen der westlichen Welt angekommen. Deshalb - und wegen seines genialen literarischen Charakters - bleibt dieses Werk von Heinrich Heine von unentbehrlicher Bedeutung.

Auch Goethe faßte die Revolution treffend zusammen: "Der Herr Pfarrer ist eine Person - Gott ist keine."
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Gerhard Mersmann TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Heinrich Heine, der deutsche Jude und Demokrat, den es früh ins Pariser Exil trieb, war es eine Herzensangelegenheit zwischen den Franzosen und Deutschen zu vermitteln. Mit den Französischen Zuständen hatte er den Deutschen erklärt, was im Nachbarland Frankreich vor sich ging und mit der Schrift Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland machte er im Jahre 1852 das gleiche für die Franzosen. Ihm war bewusst, dass die Sozialisation der beiden Völker in Bezug auf ihre Nationenbildung unterschiedlicher nicht hätten sein können. Was als eine in Fortsetzungen geplante Serie zum Verständnis der deutschen Denk- und Handlungsweise vorgesehen war, geriet zu einem Buch, das bis zum heutigen Tage nicht an Logik, Schlagkraft und Sprachgewalt zu überbieten ist. Es eignet sich auch in unseren Tagen exzellent dazu, den geistesgeschichtlichen und historischen Kontext von Religion und Philosophiebildung zu erklären und die Besonderheiten vor allem der Reformation und der Herausbildung der klassischen deutschen Philosophie zu begreifen.

In seiner eigenen, unübertroffenen Weise beginnt Heine mit der Darstellung der deutschen Mythen und Sagen aus der vorchristlichen Zeit, um dem französischen Leser eine erste Vorstellung davon zu vermitteln, mit welcher Grausamkeit und Vehemenz die Vorstellungswelt des Nachbarvolkes ausgestattet ist. Heine geht über zur Christianisierung und weiter zur Reformation, die aus seiner Sicht die Genese des deutschen Genres der Philosophie wurde. Aufbauend auf den leistungsethischen und selbstverantwortlichen Ideen des Protestantismus skizziert er die ersten Systeme der klassischen deutschen Philosophie, deren Aporien er auf den Punkt bringt: Die Deutschen haben einen Hang dazu, mit universalistischen Systemen ihre Philosophien zu konstituieren, die alle Fragen existenzieller Relevanz zu beantworten zu haben. Daraus leitet sich die fast jeder Schule innewohnende zwanghafte Universalität ab. Bei seinen Schilderungen geht es nicht ohne Augenzwinkern zu. So, wenn er anhand von Kants Hausdiener Lampe erklärt, warum der große Gedankenchirurg nach der systematischen Zerlegung Gottes in der Kritik der reinen Vernunft doch noch einmal zur Feder Griff, um die Möglichkeit der individuellen Gotteszuflucht in der Kritik der praktischen Vernunft zuzulassen, weil er das betrübte Gesicht Lampes nicht mehr ertragen konnte, der plötzlich auf seinen Gott verzichten sollte.

Die Dialektik Hegels repliziert Heine mit einer Virtuosität, die das Herz stillstehen lässt und er plaudert das Schulgeheimnis der Hegelschen Dialektik aus wie einer, der es eben wissen musste, weil er dabei war. Denn alles, was ist, ist vernünftig, aber eben auch: alles, was vernünftig ist, muss sein!

Heine schließt diese immer wieder lesenswerte Schrift mit nahezu prophetischer Prognostik. Ausgehend von der Vorstellung, dass das Wort der Tat vorausgeht wie der Blitz dem Donner macht er den Franzosen klar, dass die Deutsche Philosophie als Basis des Handelns alles in den Schatten stellen wird, was sich die Franzosen werden vorstellen können. Und er rät ihnen, ganz Heine, als Kenner der Klassik das Bild im Auge zu haben, das die Götter nackt bei Nektar und Ambrosia zeigt, mit Ausnahme einer Göttin, die Panzer, Schild und Speer trage, es sei die Göttin der Weisheit.
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