Spannend und lehrreich sind die Informationen über die Bundeswehr im Speziellen, sowie Politik und Zeitgeschehen im Allgemeinen und somit fast ein "Muss" für jeden interessierten Staatsbürger, dieses Buch Zeile für Zeile genau zu studieren, besonders jedoch für Eltern heranwachsender Kinder (gleich, ob Sohn oder Tochter), die sich aus heiterem Himmel mit dem Wunsch ihres Sprösslings, Berufs- oder Zeitsoldat zu werden, konfrontiert sehen.
Aber auch Mütter, bei denen diese Entwicklungsphase ihres Nachwuchses bereits länger zurückliegt, werden sich eines gewissen wehmütigen Schmunzelns nicht erwehren können, schreibt die Autorin Heike Prassel doch derart mitreißend und einfühlsam, dass die geneigte Leserin sich bereits nach wenigen Seiten mit der Protagonistin identifiziert, quasi in deren Rolle schlüpft und die Zerrissenheit der Gefühle zwischen Für und Wider in der eigenen Seele nachempfindet.
Der teils distanzierte, teils emotional unter die Haut gehende Schreibstil verführt dazu, an der Diskussion mit den Söhnen Hagen und Leon, deren Vater, Hagens Freundin etc. teilnehmen zu wollen, um ebenfalls noch den persönlichen Senf dazugeben zu können.
Ich habe dieses erzählende Sachbuch sehr gern gelesen. Lediglich das offene Ende ließ meine Gedanken in alle möglichen Richtungen schweifen.
Ob Hagen den Test besteht? Falls ja, wird er seinem Entschluss treu bleiben und sich tatsächlich verpflichten? Und sollten sich seine Vorstellungen erfüllen, welche Abenteuer und Gefahren wird unser "Held" als Pilot der Bundeswehr zu bewältigen haben?
Fragen über Fragen. Nun, vielleicht folgt diesem großartigen Buch ja noch ein weiter Band, in dem meine Neugier gestillt wird. Mich würde es freuen und vermutlich den Großteil der anderen Leser auch.
Ein traumhaft gut geschriebenes Buch über einen für viele Menschen traumhaften Beruf. Und so wünsche ich mir denn schlussendlich: "Flieger, zeig mir die Sonne!"