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Bei dieser ambulanten Regressionstherapie wird angeboten, liegend und mit geschlossenen Augen zu arbeiten, zu reflektieren und zu verbalisieren - wie in der Psychoanalyse. Was Klienten aus sich selbst heraus zum Ausdruck bringen, gilt anders als dort als subjektiv empfundene Wahrheit. Häufig finden dabei gleichzeitig tiefgreifende körperliche und emotionale Prozesse statt, die mit Erinnerungen an früher Durchlebtes im Zusammenhang stehen (s.o.). Irene Behrmann grenzt sich von den Körpertherapien dadurch ab, dass sie in ihrer Methode Klientinnen und Klienten nicht körperlich berührt, um die eben beschriebenen Prozesse nicht zu stören.
Klienten sind bei vollem Bewusstsein und lernen, ihre Aufmerksamkeit auf körperliche, emotionale und kognitive Prozesse in ihrem Innern zu richten. Durch gezielte Unterstützung bringen sie innere Wahrnehmungen mit Wort und Stimme zum Ausdruck. So lassen sich viele zuvor unerklärbare störende Symptome, selbst vorgeburtliche Traumen oder Erlebnisse, die vor dem Spracherwerb liegen, bearbeiten, d.h. zuordnen, verändern und auflösen.
Eine der Grundannahmen Irene Behrmanns hierbei ist, dass ‚Langzeitschäden' unterschiedlichster Ausprägung durch einmalige schwerwiegende Ereignisse sowie durch lang anhaltende widrige Lebensumstände entstanden sein können.
(Sie verweist z. B. auf Menschen, die unwillkommen waren, das „falsche" Geschlecht hatten, vernachlässigt, geschlagen, sexuell missbraucht waren, einen Abtreibungsversuch überlebten, missachtet, herumkommandiert, genötigt, gedemütigt oder erniedrigt wurden, oder bei denen bereits vorgeburtlich eklatant gegen grundlegendes Lebensrecht, gegen ihre Achtung und Würde verstoßen wurde.)
Die ambulante Regressionstherapie Irene Behrmanns ist zwar eine aufdeckende Therapie. Sie verläuft dennoch ‚schonend', weil sie sich an das Maß des individuell zu Verkraftenden hält und den Rahmen der Freiwilligkeit und Selbstbestimmung, sowie den der Sicherheit und des Vertrauens in die Therapeutenperson nicht verlässt.
Die Praxis wird zeigen, ob Irene Behrmanns weitere Grundannahme, dass sich die ambulante Regressionstherapie mit fast jeder gängigen Psychotherapie, Verhaltens- oder Gestaltungstherapie kombinieren lässt, richtig ist.
Eine Kombination mit der Hypnose lehnt Irene Behrmann ab. Sie verwendet auch keine Atemtechniken u.ä. für das, was sie „in die Regression gehen" nennt. Ihre ambulante Regressionstherapie ist also auf keinen Fall zu verwechseln mit „Rückführungen" u.ä. Methoden.
Das Buch ist m.E. nicht nur für Therapeuten, sondern auch für Menschen in Sozialberufen und psychologisch aufmerksame Laien lohnend.
Irene Behrmann erläutert therapeutische Prozesse, fügt ausführliche Fallschilderungen bei und gibt Analysen und Erfahrungen weiter. Von daher kann das Buch m.E. auch für ‚Betroffene' eine wichtige Anregung sein.
Ein sehr ausführliches Sachregister ermöglicht, mit diesem Buch gezielt zu arbeiten.
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