Kurzbeschreibung
Zurück im Paradies. Zurück in der unglaublichen Fabulierlust von Funny van Dannen. In seinen neuen Geschichten begegnen wir Adam und Eva, die einen Kurzbesuch bei Gott machen, der Freizeitforscherin Hilde Kampowski, die sich bei ihren Freundinnen unbeliebt gemacht hat, einem grünen Hühnchen, das als Rennhuhn Karriere macht, und einem Rotkehlchen, das sich freiwillig zur Tierarmee meldet. Beim Sonntagsfrühstück werden die großen Fragen der Weltpolitik diskutiert, bei der Familienfeier die besoffenen Onkel belauscht, und auf dem Olivenplaneten hält die Bundeskanzlerin in einem goldenen Bauwagen Bürgersprechstunde. »Göttlich« sind Funnys Geschichten und ganz und gar irdisch: Sollte man Putin nicht mal klar die Meinung sagen? Oder ist das nutzlos, weil der ja auch nicht kann, wie er will? Wieso ist eigentlich Josef Kardinal Ratzinger Papst geworden? Andere Deutsche haben sich auch Chancen ausgerechnet. Papst Funny I klingt doch gut und zeitgemäß! Funny van Dannens Geschichten machen süchtig. Absurd und realistisch, rabenschwarz und himmelblau beweisen sie, dass »es, da könnte nicht einmal Adorno widersprechen, ein richtig komisches Leben im falschen gibt« (Ronald Dietrich im Buchjournal).
Der Verlag über das Buch
»Zurück im Paradies« ist man mit Funny van Dannens neuen Geschichten - im Leseparadies, denn: Es gibt ein komisches Leben im falschen!
Klappentext
»Funny van Dannen ist nicht nur ein grandioser Sänger und Vortragender, er ist auch ein wahrer Dichter.«
3sat Kulturzeit
3sat Kulturzeit
»Funny van Dannens Tiere, all diese onanierenden Wanderpandas und grünen Hühnchen, erinnern immer weniger an einfache Allegorien und immer mehr an die seltsamen Tiere eines Joachim Ringelnatz und Christian Morgenstern, die nicht in dem aufgehen, was sie bedeuten.«
taz
»Wir machen das jetzt einfach mal. Wir nennen ihn Multitalent.«
Journal Hamburg
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Taschenbuch
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Umschlagtext
»Ich bin so froh, hob Elvira wieder an, dass wir beide die Kurve gekriegt haben! Ich nickte. Weißt du noch, fuhr sie fort, wie oft wir früher schlecht drauf waren, immer die Missstände im Blick? Immer diese Missstände im Blick, rief ich. Das war so grundverkehrt! Wie konnte das passieren?«
Über den Autor
Funny van Dannen, 1958 in Tüddern geboren, sang bereits mit 16 Jahren Lieder zur Gitarre in südholländischem Dialekt. Einige Jahre später spielte er in Berlin bei diversen Punk- und Jazz-Bands. Er lernte Werbegrafiker, einen Beruf, den er nie ausübte, war Mitbegründer der Lassie-Singers. Ist Vater von vier Kindern, malt schöne Bilder, schreibt anregende Bücher und singt mit Charme und Belcanto zur Gitarre.
Auszug aus Zurück im Paradies von Funny van Dannen. Copyright © 2007. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Nachdem Josef Kardinal Ratzinger Papst Benedikt der XVI geworden war, hielt sich meine Begeisterung, obwohl ich selbst auch Deutscher bin, ehrlich gesagt in Gren- zen. Ich war regelrecht enttäuscht, denn ich hatte mir selbst Chancen ausgerechnet. Gut, ich bin vor zwanzig Jahren aus der Katholischen Kirche ausgetreten, ich bin verheiratet und habe vier heidnische Kinder. Aber ich habe das große Latinum und glaube wegen der christlichen Erziehung felsenfest an Wunder. Jesus war ja selbst auch immer für eine Überraschung gut, und nachdem ich im Fernsehen einen Kardinal sagen hörte, dass im Prinzip jeder Gläubige zum Papst gewählt werden kann, fühlte ich mich in meiner Erwartung bestärkt. Ich teilte meiner Plattenfirma vorsorglich mit, mich in Zukunft um andere Dinge kümmern zu müssen, und übte, da ich zur betreffenden Zeit auf Tour war, vor Hotelzimmerspiegeln schon einmal den »urbietorbi«-Segen. Und dann war's Ratzinger geworden! Und in den Medien war von der Krönung seiner Karriere die Rede, als wäre Papst so etwas wie Aufsichtsratsvorsitzender oder Weltmeister als Spieler und Trainer. Nun muss ich also weiter Künstler sein, nichts gegen Künstler, doch es ist schon ein Unterschied, auf irgendwelchen Formularen, ob für Behörden oder Banken, bei Beruf Künstler oder Papst einzutragen. Papst Funny I, klingt doch gut und zeitgemäß! Ich hätte mich nicht wie Woytila und Ratzinger umbenannt, warum denn dieser Aufwand? Da heißt man 78 Jahre Josef und dann auf einmal Benedikt! 47 Jahre Funny und dann: Tach, Pius! Na, gut. Die Chance ist dahin! Und ob es noch mal eine für mich gibt? Diese optimistischen Erzkonservativen werden in der Regel ziemlich alt, an denen nagt der Zweifel nicht, das spart viel Energie, ich muss mich noch gedulden. Zwanzig Jahre Ratzinger und dann folgt ganz gewiss ein Italiener. Das passiert denen so schnell nicht noch mal: Zweimal hintereinander einer von außerhalb. Das heißt, wenn ich mal Papst werde, bin ich auch schon steinalt, und ich habe nicht das Gefühl, steinalt zu werden. Sieht also im Moment nicht danach aus, dass die Katholische Kirche mich einmal anruft. Und meine Frau wohl auch nicht. Die ist noch naiver als ich! Sie hatte ebenfalls mit ihrer Wahl gerechnet, obwohl sie gebürtige Polin ist. Ich hab ihr aber gleich gesagt: Zwei Polen nacheinander, das wär ja echt der Hammer!