Inhalt:
An einem Sonntagnachmittag kommt Sophie völlig aufgelöst ins Schloss Burgeck gelaufen. Sie benötigt dringend Hui Buhs Hilfe beim Schreiben eines Schulreferats mit dem Thema "Höfisches Leben im Mittelalter". Hui Buh möchte dazu die neu gegründete Spukipedia - ein mentales Netz mit Wissen der besonders gespenstischen Art - ausprobieren! Doch etwas läuft bei dem Spukversuch schief! Rutschen Tommy, Sophie und Hui Buh tatsächlich 500 Jahre in die Zeit zurück?
Story:
Nach Motiven von Eberhard Alexander-Burgh geschrieben, geht die Hörspielserie von EUROPA um Hui Buh schon in die zwölfte Runde. Nesrin Samdereli schrieb das Hörspielskript um eine Zeitreise von Tommy, Sophie und Hui Buh, die in der Vergangenheit wie gefangen zu sein scheinen. Angelangt in der Vergangenheit, treffen sie ungewollt auf so manchen ihrer Vorfahren und man kann sich bereits vorstellen, dass das nicht unbedingt etwas Gutes verheißt. Viele Wendungen darf man jedoch nicht erwarten. Sind die Zeitreisenden erst einmal in der Vergangenheit angekommen, so verläuft die Geschichte doch recht monoton, hier hätte ich mir mehr spannende Situationen erwartet. Letzten Endes begeben sich die Tommy, Sophie und Hui Buh nur noch auf die Suche nach einem Weg zurück in ihre Gegenwart, die sich kurz vor Schluss des Hörspiels dann auch ohne großes Spektakel bietet - insgesamt von der Handlung her gesehen eine relativ schwache Geschichte, in den vergangenen Episoden gab es doch deutlich mehr spannende Akzente, die hier leider fehlern.
Sprecher:
Eine Besonderheit schleicht sich in diesem Hörspiel ein, da Christoph Maria Herbst nicht nur einen König spricht, sondern gleich zwei. Dies hängt natürlich auch mit dem Zeitsprung zusammen, denn er spricht neben seiner eigentlichen Stammrolle König Julius der 111. auch seinen Vorfahren König Julius den 85. - gleiches gilt auch für Stefan Krause, der neben Hui Buh, den er wie gewohnt in höchst unterhaltsamer und gelungener Art und Weise vertont, auch die Rolle des Ritter Balduin ausfüllt, der zur Zeit von König Julius dem 85. gelebt hat. Es ist keine Schwierigkeit für den Hörer, die zwei unterschiedlichen Zeitebenen voneinander zu trennen, daher ist auch die Doppelbesetzung sehr amüsant, weil dies andeutet, dass auf Schloss Burgeck schon immer die gleiche Situation vorherrschte. Auch die weiteren Rollen sind erneut klasse besetzt, Andreas Fröhlich als Erzähler passt sehr gut in die Serie, genauso wie Ulrike Stürzbecher, Jügen Thormann, Marie-Luise Schramm und Maximilian Artajo, die ebenfalls zur Stammbesetzung gehören. Ergänzt wird das Ensemble durch Norman Matt, der als Synchronsprecher aus vielen TV-Produktionen bekannt ist, Andi Krösing, Roland Wolf und Daniela Hoffmann sowie durch Hans Paetsch, dessen Intro wie jedes Mal gleich zu Beginn für die nötige Märchenstimmung sorgt.
Musik und Effekte:
Christian Hagitte und Simon Bertling sind auch dieses Mal dafür verantwortlich, die gesprochenen Dialoge durch passende Musiken und Effekte zu unterlegen. Wie jedes Mal erhalten sie dabei Unterstützung vom Berliner Filmorchester, das Christian Hagitte dirigiert und für das er auch ausgewählte Melodien komponiert. Das Endergebnis, das der Hörer in "Zurück im Mittelalter" geliefert bekommt, entspricht der gewohnten Klasse von STIL, die seit Jahren Hörspiele in allen Genres erstklassig untermalen. Spukvoll und mit Abenteueratmosphäre geladen, erhält die Handlung aus der Feder von Nesrin Samdereli so den passenden Anstrich, der alles erfüllt, was die Story vorgibt - zum einen den Anspruch einer Jugendserie, weiterhin aber auch den eines sehr lebendigen Hörspiels mit vielen jungen Sprechern, das trotz aller Geschehnisse stets sehr heiter betont wird, eben ganz der Zielgruppe entsprechend.
Fazit:
Leider ist die Geschichte "Zurück im Mittelalter" zu vorhersehbar, weshalb es während des Hörspiels keine größeren Überraschungsmomente gibt. Von Beginn an ist die Richtung der Handlung sehr einfach zu erkennen, jegliche Wendung erwartet man kurz vorher bereits schon, sodass dieses Hörspiel zwar befriedigend ist, zu mehr reicht es aber nicht, wenngleich die Leistungen der Sprecher und die der untermalenden Techniker besser ausfielen. Bis hierhin die wohl schwächste Folge der "Hui Buh"-Serie.
Note 3