Die Idee einer Zeitreise ist schon unzählige Male von Autoren aufgegriffen worden, bietet sie doch ergiebigste Möglichkeiten, seiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Doch „Zurück" beschreibt meines Erachtens keine typische Zeitreise, sondern eine Suche nach Antworten auf die Sinnfragen des Lebens. Ein Weg, der grundsätzlich vorwärts gerichtet ist, auch wenn er bei Vogts Protagonisten Maximilian in die Vergangenheit führt.
Der Roman erhebt an keiner Stelle den Anspruch, endgültige Antworten auf diese Fragen zu geben. Doch auf äußerst unterhaltsame und gleichzeitig nachdenkliche Art regt er dazu an, diesen W-Fragen (Warum? Woher? Wohin? Wozu? etc.) nicht auszuweichen, sondern sich mit ihnen auseinander zu setzen. Eine Form der Auseinandersetzung ist die Einnahme eines neuen Blickwinkels. Genau das wiederfährt Maximilian bei seinen Sprüngen durch die Zeit. Es kommt dabei sicher weniger darauf an, dass der Handlungsverlauf in jeder Hinsicht logisch wasserdicht oder gar historisch korrekt ist, sondern auf immer wieder andere Weise zum Nachdenken und Fragen anregt.
Maximilian ist als ganz normaler junger Mann eine unkomplizierte Identifikationsfigur, in die man sich auf seiner Reise gut hineinversetzen kann. Er wird ganz ehrlich geschildert, auch mit den ganz spontanen Empfindungen eines „ganz normalen jungen Mannes". Deshalb halte ich es für absurd, bei dem gelegentlichen Aussprechen erotischer Gedanken und Empfindungen von Anzüglichkeiten zu sprechen, die nicht in ein Buch aus einem christlichen Verlag gehörten.
Fabian Vogt verfügt über das schriftstellerische Handwerkszeug, um seinen Leser zu fesseln und gut zu unterhalten. Das Ende ist sicher eher unerwartet, unterstreicht aber die Absicht des Autors, keine abschließenden Lösungen zu präsentieren, sondern zum Weiterdenken anzuregen.