Die Zeiten des Feminismus scheinen in der westlichen Welt gezählt, und wir sollten uns Gedanken darüber machen, warum die meisten von uns weder für Frauenrechte noch für Tierrechte eintreten.
"Die Frau" wurde scheinbar erfolgreich zum "braven Konsumenten" erzogen, der diätetischen Magerquark und Make Up in Massen konsumiert, aber sich keine Gedanken um die Ausbeutung der (vor allem weiblichen) Tiere macht.
Insofern zeigt sich, dass Frauen nicht mehr für Selbstbestimmung kämpfen, sondern ein sozial konditioniertes, aufgedrücktes Rollenbild verinnerlicht haben, sich der Opferrolle des Konsumenten, der ständig durch andere konsumiert wird, aber garnicht bewusst sind - und ihnen daher auch "die Tiere" egal sind. "Frau" beschäftigt sich weder mit der eigenen Rolle noch mit der Wahrheit der Tierausbeutung. Die Täuschung ist perfekt.
Selbstliebe würde zu Mitgefühl führen und umgekert.
Dieses Buch liefert sehr wichtige Gedanken für den Zusammenhang von Vegetarismus (und Veganismus) und Feminismus und gerade diejenigen, die hier keinen Zusammenhang sehen, sollten das Buch mehrmals lesen.
Ich finde dieses Buch heutzutage wichtiger denn je - gerade weil der westliche Feminismus ausgestorben scheint und weil die "Nutztier"-Ausbeutung nicht enden will, sondern der Konsument weiterhin gewissenlos, ohne Mitgefühl und unter Leugnung von Mitverantwortung seine "Tierprodukte" einfordert. Wer da keine Parallele zur Zwangsprostitution und anderen Formen der Ausbeutung von Frauen sieht, muss blind sein.
(Dennoch werden Nicht-Menschen sowohl quantitativ als auch qualititav stärker ausgebeutet als menschliche Frauen.)
Dieses Buch ist intellektuell stimulierend und anspruchsvoll, doch lässt sich auf akademische Weise, wie alles, auseinandernehmen und kritisieren - vor allem weil sowohl Feministinnen als auch Vegetarier (und Veganer) leider noch eine Minderheit in der menschlichen Gesellschaft darstellen. Akademiker werden dieses Buch daher genüsslich zerreißen oder erst garnicht ernst nehmen.
Die Zusammenhänge aber lassen sich nicht abstreiten und ich hoffe, dass dieses Buch noch viele Frauen und Männer dazu inspirieren wird, sowohl für sich selbst als auch für unsere nicht-menschlichen und menschlichen Brüder und Schwestern einzutreten. Denn wir brauchen keinen Sündenbock (zum Beispiel: "Männer!"), sondern wir müssen die Zusammenhänge erkennen.
Solidarität und Mitgefühl mit den Wehrlosen und Unterdrückten sind der Schlüssel zu einer gerechteren Welt - das wissen allerlei Philosophen aus allen Teilen der Welt seit Tausenden von Jahren.
Aber bei Solidarität und Mitgefühl darf es keine Kompromisse oder Diskriminierung geben - weder aufgrund von ethnischer Herkunft, noch Geschlecht, noch Spezies. Diese Schlussfolgerung ist nicht "weit hergeholt" oder "extrem", sondern logisch und konsequent.
Solange unsere Spezies noch andere Spezies ausbeutet, und das ohne jegliche Notwendigkeit, das dann aber angeblich "wissenschaftlich" begründet wird, indem das äußerst religiöse Argument der menschlichen Überlegenheit gegenüber allen anderen Spezies hervorgekramt wird, weigere ich mich, uns als "sapiens" zu bezeichnen.
Es gibt Widersprüchlichkeit und es gibt in sich stimmige, konsequente Argumente - und dieses Buch ist sowohl in sich als auch darüber hinaus stimmig. Daher: 5 Sterne und meine uneingeschränkte Empfehlung !