..., auch wenn die Schlankheit weiterhin als die Maxime unserer Gesellschaft gepriesen wird. Dann bin ich halt ein bildungspolitischer Blindgänger."
Endlich mal ein Roman, der mit dem Schlankheitswahn abrechnet. Eine Komödie mit satirischem Biss, informativ in Sachen Ernährung und Diätsünden und sparsam gewürzt mit heiter anmutenden Philosophien. Habe selten sooo gelacht!
Zum Inhalt: Die massiv übergewichtige Arabella Glückskind wird von ihrem Arzt zu drastischer Gewichtsreduzierung via Ernährungsumstellung und Fitnessstudio verdonnert - ein Umstand, der bei einem solchen Sportmuffel alle Alarmglocken läuten lässt. Genauso verzweifelt wie auch ergebnislos sucht sie nach Mitteln und Wegen, ihr bevorstehendes Martyrium zu umgehen. Schließlich findet sie sich vor einem Fitnesstempel ein. Dort lernt sie Hermann kennen, ein Promenadenhengst und Garant für weiche Frauenknie. Um in seiner Nähe zu sein, verschafft sie sich mehr Bewegung als ihr eigentlich bewusst wird. Ihre Bemühungen wirken sich positiv auf ihr Gewicht aus. Doch mit den purzelnden Pfunden verändert sich auch zunehmend Arabellas Wesen. Ob Hermann letztlich ihrem Vollweibcharme widersteht, wird an dieser Stelle nicht verraten.
Einfach toll geschrieben; der Mix macht's. Zum Teufel mit dem Schlankheitswahn zeigt auf witzige, freche, aber auch auf besinnliche und gesellschaftskritische Weise die Absurdität der Jagd nach einem vermeintlichen Schönheitsideal. Mit anderen Worten: Schlank sein ist nicht alles; frau sollte vielmehr lernen, sich selbst zu akzeptieren.
Obwohl es um Schwerwiegendes geht, kommt die Geschichte als leichte Kost daher. Und sie könnte so manchen helfen, mit ihren Gewichtsproblemen etwas lockerer umzugehen.