Das Buch „Zum Beispiel Kaffee" von Günter Neuberger (Lamuv-Verlag) informiert auf nur 142 Seiten umfassend über die Kolonialware Kaffee und beleuchtet sehr anschaulich die Hintergründe des weltweiten Kaffeemarktes.
Man erfährt etwas über die botanischen Grundlagen, den Kaffeeanbau und die Aufbereitung, die Geschichte und die Verbreitung des Getränks Kaffee sowie über die Zusammenhänge des internationalen Kaffeehandels, der Spekulation und der Preisbildung. Mit authentischen Erfahrungsberichten aus den Kaffee produzierenden Ländern werden dem Leser in erzählerischer Form die negativen Seiten des Kaffeehandels für die „Dritte Welt" eindringlich vor Augen geführt. Ein Kapitel über den „fairen Handel" mit einem Beispiel aus Costa Rica schließlich zeigt Alternativen auf. Dieser Abschnitt ist jedoch kurz gehalten, da zu diesem Thema ein eigenes Buch erschienen ist. Eine Adressliste und Tipps zum Weiterlesen runden das Angebot ab.
Sehr abwechslungsreich wird das Buch durch die kurzen Info-Kästen, Grafiken und Tabellen zu den einzelnen Kapiteln. Wenn man nicht die Zeit hat, das Buch von vorne bis hinten zu lesen, sondern eher punktuell etwas nachschlagen oder einfach nur „stöbern" möchte, sind diese knappen Zusatzinformationen sehr hilfreich.
Leserinnen und Lesern, die sich für die Situation von Dritte-Welt-Ländern im weltweiten Kaffeegeschäft interessieren und mehr über die Zusammenhänge im internationalen Kaffeehandel erfahren möchten, kann dieses kritische Buch sehr empfohlen werden. Der relativ günstige Preis ist ein zusätzlicher Pluspunkt.