"Zulu Dawn" schildert die Ereignisse um die berühmte Schlacht von Isandhlwana, bei der eine Armee lediglich mit Speeren und Schildern bewaffneter Zulus ein modern ausgerüstetes britisches Expeditionscorps vernichtete.
Diese Schlacht markierte einen Wendepunkt in der britischen Kolonialpolitik und gilt heute als eine der zentralen Mythen der afrikanischen Geschichte, auf die sich z.B. die Kämpfer des ANC wahrend der Arpartheid-Kriege in Südafrika immer wieder bezogen.
Der Film zeigt, wie politische und mitärische Fehlleistungen der britischen Befehlshaber zu diesem Desaster der Kolonialmacht führten. Die Rolle der Zulus wird fair und ausgewogen dargestellt, wodurch sich der Film positiv von manch anderen Streifen, in denen die Schwarzen lediglich den wilden Feind abgeben dürfen, abhebt.
Hervorzuheben sind auch die schauspielerischen Leistungen, wobei mir insbesondere Peter O`Toole als bornierter britischer Oberbefehlshaber gefallen hat.
Einziger Kritikpunkt ist, dass der Film den historischen Kontext der Schlacht nur andeutet, aber es ist halt primär ein Kriegsfilm, keine Geschichtsdokumentation.
Und als Kriegsfilm ist er sehr gut gemacht. Die Massenszenen sind packend inszeniert und die Schlacht wird historisch genau bis zu den Uniformen dargestellt.
Insofern hat mir der Film auch besser gefallen als der bekanntere Streifen "Zulu" mit Michael Caine. Dieser zeigt ein Geschehen nach der Schlacht bei Isandlhlwana als Zulutruppen die Missionsstation Rourke's Drift angriffen. Das die Station von einer kleinen britischen Truppe gegen einen zahlenmäßig weit überlegenen Feind gehalten werden konnte, war damals wohl ein Trostpflaster auf die verwundete britische Seele. Entsprechend heldenhaft ist der Film "Zulu" (obwohl gut gemacht). Zulu Dawn ist da historisch weitaus genauer und besser.
Fazit: Spannender unterhaltsamer Film und wer sich anschließend noch ein Buch zu dem Thema leistet, hat viel über afrikanische Geschichte gelernt.