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Marc Faber "betreibt" in seinem Buch einen wirtschaftsgeschichtlichen, globalen Rundumschlag. Er hopst in einem höchst interessanten Stakkato quer durch die Konjunktur-Zustände und Anlagemärkte (von Boom bis Depression), Zeiten (Altertum bis heute) und Volkswirtschaften (von Indonesien über Mexiko bis Deutschland) und schafft es dennoch brilliant, seinen Lesern ein inhaltlich geschlossenes, hochspannendes Bild zu vermitteln.
Der rote Faden simplifiziert: Da Volkswirtschaften aus Menschen bestehen und diese speziesbedingt in ihren Aktionen und Reaktionen beständig bleiben, und da Ressourcen endlich sind, lassen sich aus der Geschichte wahrscheinliche Entwicklungen ableiten. Bloß kennen muss man die Geschichte. Und da besteht nach der Lektüre des Buches über Fabers Wissen wenig Zweifel. Als Konklusion leitet der Autor einen Zukunftsmarkt Asien ab, mit Schwerpunkt China. Angenehm an der Einschätzung der Lage ist, dass Faber sich -- so weit wie möglich -- von bloßen Zahlenspielchen à la "x Milliarden Chinesen..." weit gehend fernhält. Er nähert sich mit Vorsicht an, zieht politische und soziale Möglichkeiten in Betracht, wägt ab und schafft es so, in seinem Werk den Blick für eine Wirtschaftsregion zu schärfen, die Zukunft hat. Und von "Westlern" meist nur schemenhaft begriffen wird.
Fazit: Ein Buch für Anleger und Investoren wie auch Unternehmer, die neue Märkte suchen. Und für Wirtschaftsinteressierte, die größere Zusammenhänge spannend aufbereitet zu schätzen wissen. Das Buch hat Zukunft. --Horst-Joachim Hoffmann
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Faber behandelt hier „bedeutende Investmentthemen".
Er erläutert das Hauptproblem „bedeutender Investmentthemen" - nämlich, dass sie immer erst dann erkannt werden, wenn die Party schon vorbei ist. Neben vielen Beispielen aus der Vergangenheit vergleicht Faber hier bildhaft die Anlegergemeinde mit einer Horde Elefanten, die von einigen Mahouts getrieben den Liquiditätsfluß auf dieser Welt mal in die eine Richtung leiten und mal in die andere. Er kommt jedoch zu dem Schluß, dass die Mahouts letztendlich nicht kontrollieren können, wohin das Geld genau fließt.
Somit kommt es immer wieder zu größeren oder kleineren Bubbles, die regelmäßig Platzen.
Danach bespricht Faber kurz verschiedene Assetklassen (US-Bonds, Immobilien, Emerging Marktes und Rohstoffe) und überprüft, ob diese Klassen die „bedeutenden Investmentthemen" der Zukunft sein könnte.
Das Kapitel ist sehr lebhaft und einfach geschrieben und lässt sich schnell und gut lesen.
Kapitel 3
Kapitel 3 ist eine Warnung an alle Anleger. Faber warnt vor der Erwartung von hohen Investmenterträgen. Kurz aber deutlich zeigt er auf, wie unrealistisch hohe Erwartungen sind und bringt verschiedene Beispiele von Totalverlusten aus der Geschichte. Unter anderem geht es um die Entdeckungsreisen, die Dutch East India Company und an die Kanäle im 19. Jahrhundert.
Kapitel 4
Als ob es der Warnung nicht bereits genug gegeben hätte, ist Kapitel 4 gleich nochmal eine Warnung.
Hier zeigt er, wie vor allem ausländische Investoren regelmäßig in der Geschichte die Zeche gezahlt haben, in dem sie als letzte zu einer Investmentparty kamen und nur noch den Absturz erleben konnten. Auch zeigt er, wie die meisten Investmentthemen dann zu Ende gekommen sind, wenn sie von der Öffentlichkeit akzeptiert wurden. Es geht um den Baumwoll-Boom, den Eisenbahnboom und um das aufstrebende Amerika des 19. Jahrhunderts.
Dieses Kapitel ist sehr lesenswert, da es den Leser doch sehr nachdenklich werden lässt, wenn man von allzu verlockenden Investmentmöglichkeiten irgendwo auf der Welt liest.
Kapitel 5
Faber stellt hier sein eigenes Modell des Lebenszyklus der Emerging Markets vor. Das Modell ist in sechs Phasen unterteilt. Jede dieser Phasen belegt er mit Beispielen und anschaulichen Merkmalen.
Am Ende des Kapitels widmet er sich noch dem Thema, wie man Lokalisieren kann, in welchem Stadium sich ein Emerging Market gerade befindet und wann man ein- und aussteigen sollte.
Auch diese Kapitel ist sehr einfach gehalten und hat einen hohen „Lehrwert".
Kapitel 6
So - das war genug „lockere Lektüre". Jetzt geht's ans eingemachte.
Wer sich nicht mit Wirtschaftstheorie auseinandersetzen will, der blättert am Besten gleich weiter auf Kapitel 8.
Kapitel 6 handelt von Geschäftszyklen. Die Minderverbrauchstheorie und die Überinvestitionstheorie sind die Hauptthemen dieses Kapitels. Die vielen historischen Zitate machen das Kapitel nicht gerade einfacher. Hochinteressant. Sehr theoretisch. Nichts für „U-Bahn-Leser".
Kapitel 7
Auch in diesem Kapitel macht Faber einen „Ausflug" in die Wirtschaftstheorie. Hier geht es um langfristige Wirtschaftzyklen. Er behandelt hauptsächlich Kondratieff-Wellen mit deren Eigenschaften und versucht herauszufinden, wo wir uns aktuell im Kondratieff-Zyklus befinden. Wie immer illustriert er das gesamte Kapitel mit vielen Beispielen und Zitaten.
Kapital 8
Hier widmet Faber ein ganzes Kapitel den „Neuen Äras, Manien und Bubbles". Er beschreibt die Unterschiede zwischen spekulativen und nicht spekulativen Märkten, die Symptome spekulativer Exzesse, Massenpsychologie und vielem mehr. Hochinteressant und mit den Faber-typischen bissigen Passagen.
Kapitel 9
Wenn man den Titel des Buches betrachtet, dann kommt Faber erst jetzt zum Punkt. Hier geht es um „Möglichkeiten in Asien". Er beschreibt kurz und knackig die Wirtschafts- und Finanzgeschichte Asiens der letzten 30 Jahre. Er untersucht die Ursachen von Boom, Krise, Crash und Aufschwung und gibt einen kurzen Überblick über die aktuelle Lage.
Kapitel 10
Inflation ist das Thema dieses Kapitels. Die Hyperinflation in Lateinamerika in den 80ern, die Hyperinflation der Weimarer Republik und die Hyperinflation Russlands Mitte der 90er werden hier von Faber untersucht. Er zeigt auf, dass Hyperinflation entgegen der landläufigen Meinung für den aussenstehenden Investor in der Regel eine seltene, aber hochlukrative Investitionsmöglichkeit darstellt.
Kapitel 11
Der „Aufstieg und Fall von Wohlstandszentren" wird in diesen Kapitel besprochen. Unglaublich aber wahr: Auf wenigen Seiten gibt Faber hier einen hervorragendenen Überblick über die gesamte Wirtschaftsgeschichte. Er beginnt im Altertum mit Städten, Ländern und Herrschern von denen die meisten Menschen noch nie etwas gehört haben und deren Namen für die meisten unaussprechlich sein dürften. Er behandelt die Assyrer, Babylon, Alexandria, Rom, Konstantinopel, Cordoba, Venedig, Spanien, sowie verschiedene Städte in Asien - wie Batavia, Malacca, Ningbo uvm. und geht dann noch etwas näher auf das britische Empire und eingie asiatische Entwicklungen ein. Danach arbeitet er heraus, warum „Wohlstandszentren" aufsteigen und dann wieder zerfallen und versucht sich mit einem Blick in die Zukunft.
Kapitel 12
Hier zeigt Faber, warum er glaubt, dass die USA ihre Führungsrolle verlieren werden und warum er denkt, dass die USA ihren Zenith bereits überschritten haben. Auch in diesem Kapitel macht er erstmal einen Ausflug in die Geschichte. Er beschreibt ausführlich die South Sea Bubble, das Mississippi Schemeund zieht daraus Schlussfolgerungen für den US-Aktienmarkt.Dann geht er noch weiter zurück in der Geschichte und „zerlegt" die Geldpolitik des römischen Reiches und zeigt eindrucksvoll wie Rom schrittweise seine Währung gelockert hat, Inflation entstand und somit zum eigenen Verfall beigetragen hat. Er weißt kurz auf Parallelen in der Geschichte Roms, sowie des britischen Empires hin und transformiert dann diese Erkenntnisse wieder in die Neuzeit.
Kapitel 13
Die Rolle Chinas, die Effekte die sich aus dem weiteren Wachstum Chinas für die Weltwirtschaft und die Rohstoffmärkte ergeben werden beschreibt Faber mit eindrucksvollen Beispielen in diesem Kapitel.
Epilog
Den Epilog widmet Faber dem Einkommens- und Wohlstandsungleichgewicht in dieser Welt. Er vermutet, dass vor allem dieses Thema zukünftig die größte Gefahr für die Weltwirtschaft darstellt. Er zeigt aber auch, dass er dieses Problem durchaus für lösbar hält.
Diese wesentliche Stärke des Buches ist aber zugleich auch seine größte Schwäche:
Faber holt weit aus - dadurch leidet das eigentliche Thema Asien (da hätte man sich vom Titel her mehr gewünscht). Auch wird er bei Beispielen manchmal allzu ausführlich. Das untermauert einerseits seine Aussagen gut, andererseits: Wer hat schon die Muße, alle 360 Seiten Text zu lesen? Ein knapperer Stil hätte mehr gebracht. Und so manches Mal geht die Breite auf Kosten der inhaltlichen Konzentration auf das Wesentliche.
Dennoch: Die Qualität ist solide, einzelne Abschnitte sind geradezu hervorragend (z.B. über die Eigenarten von Emerging Markets oder die einzelnen Phasen von Wirtschaftszyklen). Dieses Buch vermittelt ein hohes Maß an Orientierung und ist von seinem Ansatz her reizvoll. Trotz der genannten Schwächen halte ich (knappe) fünf Sterne für angemessen.
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