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Zukunftsillusionen: Kritik der Trendforschung
 
 
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Zukunftsillusionen: Kritik der Trendforschung [Gebundene Ausgabe]

Holger Rust
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 174 Seiten
  • Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften; Auflage: 2009 (28. Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3531156594
  • ISBN-13: 978-3531156590
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15,2 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 372.097 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Holger Rust
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein pointiertes, lesenswertes Buch." Jahrbuch Extremismus & Demokratie, 2009 "Holger Rusts Kritik macht nachdenklich, insbesondere wenn, [...] die Beobachtung von Trends zum Tagesgeschäft gehört. [...] ein sehr gut recherchiertes, mit vielen Überraschungen gespicktes und dazu noch ein sehr leserfreundlich geschriebenes Buch, das eine große Leserschaft verdient." Information Wissenschaft & Praxis, 04/2009 "Klug und scharfzüngig diagnostiziert der Autor methodologische Scharlatanerien, in Neologismen verpackte Trivialitäten und opportunistische Schachzüge vieler unprofessionell arbeitender Trendforscher. Er bleibt allerdings nicht bei der Kritik stehen, sondern zeigt Unternehmen Wege auf, wie sie sich klüger auf die Zukunft vorbereiten können." managerSeminare - Das Weiterbildungsmagazin, 131/2009 "Der mediale Boom der Zukunfts- und Trendforscher ließ einem arrivierten Sozialforscher den Kragen platzen. Holger Rust [...] liest der ganzen Zunft nun die Leviten. An sich wäre dies eine Fehde unter Wissenschaftlern, doch Rusts beißender Stil ist nicht der einzige grund, warum man 'Zukunftsillusionen' als Manager mit Gewinn liest. Schließlich bauen auf die trendigen Prognosen ja mitunter auch ganze Marktstrategien auf. [...] Vor allem der Abschnitt über die kreative Erfindung marktgängiger Vokabeln hat höchsten Unterhaltungswert." Leadership - Das Magazin für Österreichs Führungskräfte, 01-02/2009 "Rust belegt [...] anhand zahlreicher Beispiele und sehr pointiert die Oberflächlichkeit und Nutzlosigkeit der zahlreichen Trendreports, Prognosen und 'Studien'. Und er zeigt einen Weg auf, wie sich die Gesellschaft entspannt auf die mit der Zukunft verbundene Ungewissheit einstellen und sich flexibel für mögliche Überraschungen wappnen kann." bild der wissenschaft, 10/2008

Leadership - Das Magazin für Österreichs Führungskräfte, 01-02/2009

"Der mediale Boom der Zukunfts- und Trendforscher ließ einem arrivierten Sozialforscher den Kragen platzen. Holger Rust [...] liest der ganzen Zunft nun die Leviten. An sich wäre dies eine Fehde unter Wissenschaftlern, doch Rusts beißender Stil ist nicht der einzige grund, warum man 'Zukunftsillusionen' als Manager mit Gewinn liest. Schließlich bauen auf die trendigen Prognosen ja mitunter auch ganze Marktstrategien auf. [...] Vor allem der Abschnitt über die kreative Erfindung marktgängiger Vokabeln hat höchsten Unterhaltungswert."

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. Christian Donninger TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Das Ziel des Buches ist eine Abgrenzung und Verteidigung der seriösen Sozialwissenschaft gegenüber den Quacksalbern a la M.Horx. In den ersten drei Kapiteln entwickelt Rust Kriterien für seriöses wissenschaftliches Arbeiten. Das ist notwendig, allerdings auch ein bisserl zäh zu lesen. Dann geht er aber mit viel Lust und Kenntnis auf Horx et.al. los und es wird sehr vergnüglich.
Ein mehrfach wiederholter Vorwurf ist "strategischer Opportunismus". Da kam mir das Schmunzeln. Ich war in den 1980er Jahren Statistiker am Institut f. Höhere Studien (IHS) in Wien. Ein nach allen Kriterien seriöses Institut. Meine erste Frage an die Sozialwissenschafter war "Was soll aussa kumma?". Ich war beliebt, weil ich ein gutes Handerl hatte um die Daten so zu massieren, dass das Richtige herauskommt. Die Situation ist seither nicht besser geworden. Im Gegenteil, für den jetzigen Chef des IHS ist "strategischer Opportunist" eher noch ein Kompliment.
Horx ist ein Minnesänger des Neoliberalismus. Er hat ihn aber nicht erfunden (dazu reichts auch nicht). Die neoliberalen Stammväter Friedman, Hayek und Co. haben dafür den Ökonomie-Pseudonobelpreis bekommen. Warum gilt Friedman als seriös und ist der Nachbeter Horx auf einmal ein Scharlatan?
An einer Stelle sinkt auch Rust auf Horx'sches Niveau:
"Der Zusammenbruch der Long Term Capital Management wenig später verstärkte die Desillusioniergung (in die Zukunftsforschung C.D.). Immerhin basierte die Strategie bei LTCM auf den Theorien von M.Scholes und R.Merton, die 1997 den Nobelpreis für ihre finanzmathematische Theorie der Bewertung von Finanzderivaten erhielten und Mitglieder der Geschäftsführung waren. Der Grund für den Zusammenbruch des Fonds lag am Ende einfach darin, dass Anleger gegen alle Theorie irrational handelten und massenhaft ihre Anteile verkauften".
Das ist voller Unsinn. Die Strategie von LTCM basierte auf Konvergenz-Arbitrage. Man nützt dabei geringe Preisunterschiede von praktisch identischen Finanzprodukten auf unterschiedlichen Märkten aus. Laut der Ökonomischen Theorie eliminieren die Märkte diese Preisdifferenzen. Der Markt hat sich quasi nur kurzzeitig geirrt. Konvergenz-Arbitrage nützt diese kurzzeitigen Abweichungen vom perfekten Markt aus.
Im Sommer 1998 meldete Russland den Staatsbankrott an. Die Differenzen wurden nicht - wie von Scholes und Merton erwartet - kleiner, sonderen haben sich dramatisch vergrößert. LTCM hatte ein Spielkapital von 4 Milliarden $, spekulierte aber mit bis zu 500 Milliarden. Innerhalb weniger Wochen haben die Margin-Calls das Fondsvermögen aufgefressen. Wie so oft hat der Leverage (dt.Hebel) - das Verhältnis von Spieleinsatz zu Spielkapital - den Spekulanten erschlagen. Die Anleger haben das Geld keineswegs abgezogen. Das geht bei einem Hedge-Fond gar nicht so leicht. Sie haben sich nur geweigert zusätzliches Geld in ein Fass ohne Boden zu werfen. Das war aus ihrer Sicht sehr rational. Ein weltweites Finanzdesaster a la 2008 konnte nur durch das energische Einschreiten der FED unter Alain Greenspan verhindert werden. LTCM ist ein Lehrbeispiel dafür, dass die klassische Ökonomie mit ihrer Anbetung des Marktes einfach Schrott ist.
Wenn sie die eigene Theorie Ernst genommen hätten, dann hätten Scholes&Merton auch gar nicht spielen dürfen. Laut klassischer Ökonomie gibt es keine Arbitrage, es gilt das "no-free-lunch" Prinzip. LTCM hat den Anlegern aber gerade diesen free-lunch versprochen.
Diese Schlussfolgerung passt nicht in die Grundkonzeption des Buches. Hie die bösen Scharlatane, da die guten seriösen Wissenschafter. Darum greiftt Rust wohl auf die anekdotischen Erzählung vom irrationalen Anlegerverhalten zurück.
Etwas drastisch formuliert könnte man sagen: Die Wissenschaft war einst die Magd der Theologie. Heute ist sie eine Nutte des Kapitals. Wobei es unter dem ältestente Gewerbe auch Abstufungen gibt. Billige Praterhuren a la Horx oder gehobenes Escort-Service. Das IHS hat seinen Standplatz am Gürtel.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
"Zukunfts-Illusionen" ist ein hervorragendes Fachbuch für Sozialwissenschaftler, die die Diskreditierung ihrer Wissenschaft nicht länger akzeptieren wollen, für Studenten, Eltern, Lehrer, Manager, Politiker, Personalverantwortliche, für alle, die sich verantwortlich mit Zukunftsgestaltung in unserer Gesellschaft befassen, für alle, die neugierig sind, auf das, was die Zukunft bringt und sie der Zukunft bringen, für alle, die Interesse an Hintergründen haben, wer, wie, warum und mit welchen Konsequenzen die Zukunft vorhersagt, auch und vor allem für die, die im Fokus der Kritik des Autors stehen: die Trendforscher.

Holger Rust bietet eine wissenschaftlich fundierte Expertise, die die Arbeit bekannter Trendforschungsinstitute gnadenlos als unseriös, lückenhaft, teuer und von kommerziellen Interessen getrieben aufdeckt. Neu ist, dass der Autor noch schwereres Geschütz auffährt, als in seinen bisherigen Veröffentlichungen. Zahllose Beispiele und Nachweise aus nationalem und internationalem Kontext belegen anschaulich die Dubiosität der methodischen Vorgehensweise aktueller Trendforschungsinstitute. In der Analyse zeigt Rust die Kompetenz eines professionellen Sozialwissenschaftlers, der die strengen Kriterien wissenschaftlicher Forschungsqualität seiner Zunft verteidigt, indem er sie auf seine eigene Recherche anwendet. "Lernen am Modell" sozusagen als freundliche Empfehlung an seine Kritiker. Darin liegt für mich die Schlagkraft dieser Veröffentlichung: Rust überzeugt ohne "Schnörkel", schlicht durch die Einhaltung der von ihm eingeforderten Regeln professioneller Marktforschung. Seine Sprachgewandtheit ist brillant, aber ohne übliches Feuerwerk, das er gewöhnlich in Richtung der von ihm kritisierten Trendforschung abfeuert (und den amüsierten Leser mitunter von den Inhalten ablenkt).

Aus der Gegenüberstellung der Traditionen professioneller Trendforschung (auch hier durch zahlreiche Bsp. unterlegt) mit der boulevardesken gewinne ich das Fazit: seriöse Marktforschung ist Schwerstarbeit und wird seitens der Sozialwissenschaft schon seit Bestehen praktiziert. Jeder hat Zugang zu diesen Ergebnissen. Aktuelle Trendforschung, die sich dieser empirisch gesicherten Ergebnisse lückenhaft bedient, ist überflüssig und teuer. Medien, die ohne Recherche unhinterfragt sogenannte Trends veröffentlichen, unterstützen die zunehmende Diskreditierung professioneller Sozialwissenschaft. Das erklärt die Reaktion des leidenschaftlichen Sozialwissenschaftlers Rust.

In seiner Kritik wiederholt er sich: Trivialitäten, Irrtümer, Fehler und blinde Flecken werden in einem weiteren Kapitel akribisch aufgedeckt. Gott sei Dank wiederholt er sich (!) und leistet damit unermüdlich Aufklärungsarbeit wider der unermüdlich lautstärker werdenden pseudowissenschaftlichen Trendforschung und deren Trittbrettfahrer. Das ist ermutigend für alle, die Zukunft gestalten müssen, sollen und wollen: Zukunft auf der Grundlage von Trends vorherzusagen hat meist nichts als Illusionen zu Tage gefördert. Im letzten Kapitel zeigt Rust die Stärke einer pragmatischen Soziologie auf als Alternative zum strategischen Opportunismus der von ihm kritisierten Trendforschung. Manager z.B. bekommen hier noch einmal erhellende Erklärungen, warum sich Unternehmen eher die Ergebnisse der Boulevardforschung zugänglich machen, als kostengünstig auf wissenschaftlich fundierte Quellen zurückzugreifen, wie z.B. Diplomarbeitsstellen. Kurz gesagt: auch in seinen Lösungsansätzen bleibt Rust praxisnah und realistisch.

Zu vorsichtig formuliert der Autor m. E. die Kritik an seiner eigenen wissenschaftlichen Fakultät. Die Sozialwissenschaftler verweigern in der Regel jede Kommentierung der boulevardesken Trendforschung, da nicht empirisch abgesichert. Die Arroganz im Elfenbeinturm ist kein wirksames Mittel gegen die eigene Diskreditierung. Die Rolle des wirksamen aber einsamen Rufers in der Wüste (auch monetären Gewinners mit dem Anti-Trend-Thema selbstverständlich) sollten Rusts Kollegen und Kolleginnen aus eigenem Interesse in Frage stellen.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Rust versucht nachzuweisen, dass die wissenschaftliche Erkundung der Zukunft der boulevardesken Trendforschung vorzuziehen ist. Das gelingt ihm jedoch nur teilweise. Zwar ist die Illustration der Boulevardforschung (der Begriff kommt bestimmt 50-mal in dem Buch vor !)umfangreich und eindrucksvoll aber den Beweis, dass wissenschaftliche Prognosen bessere Ergebnisse liefern, bleibt er schuldig. Im Gegenteil: 'Prognos, ebenfalls ein Unternehmen der seriösen Trendforschung rechnet mit einer anhaltenden Entwicklung [der Schaffung von Arbeitsplätzen] bis 2010' (S. 110), ist zwar seriös und wissenschaftlich, aber eben auch falsch!
Die Beurteilung in seriöse und unseriöse 'Trendforschung' basiert wohl auf der persönlichen Meinung des Autors und spätestens wenn es um die Inkonstistenz in Naisbitts Lebenslauf geht (S.84) wird klar, das Buch ist im Wesentlichen ein Versuch der Rechtfertigung der Wissenschaft gegenüber dem Rest.
Beleidigt zu sein, ist aber zu wenig! Vor allem wo es um so ein spannendes Thema geht! Ich hatte mir erhofft, dass der Autor klar darlegt, dass die akzeptierte Wissenschaftstheorie für Zukunftsforschung nicht geeignet ist, Empirie schon gar nicht (da es den Untersuchungsgegenstand real noch gar nicht gibt) und Vorschläge und Hypothesen diskutiert. Von daher bin ich enttäuscht. Der Versuch, mit der Weak-Signal-Theorie den Zustand zu verbessern, wirkt verzweifelt aber nicht hilfreich.
(btw: überraschend viele Typos und Rechtschreibfehler für ein Werk mit wissenschaftlichen Anspruch!)
Witzigerweise bietet Amazon das Buch gemeinsam mit Horx' Technolution an (wird oft zusammen gekauft!)
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