Endlich mal ein Buch, welches der technologischen Zauberwelt in unserer Werbung knallharte naturwissenschaftliche und mathematische Zusammenhänge entgegensetzt. Ohne jeglichen ideologischen Unterton erklärt uns Dietrich Pelte auf anschauliche Weise was Energie letztendlich ist und welchen physikalischen und mathematischen Gesetzmäßigkeiten sie unterliegt. Die Sprache der Mathematik ist eindeutig und lässt keinen Spielraum zur Auslegung. Dies ist auch gut so, denn Mathematik und Physik zeigten sich schon immer als Spielverderber technologischer Luftschlösser. Das Buch bestätigt vor allem die Skeptiker, die an den ständigen Heilsversprechen der Industrie und der Politik zweifeln. Wachstums-Technokraten werden an diesem Buch keine Freude haben.
Pelte ist von Beruf Physiker und kann daher auch nicht auf Formeln verzichten, wenngleich man auch darüber hinweglesen kann. Eine gewisse mathematisch-physikalische Vorbildung ist beim Leser für das Verständnis dennoch von Vorteil. Die Tatsache, dass dieses Buch bislang so wenig bewertet und daher offensichtlich wenig gelesen wurde, spricht für sich; die unerbittliche Konsequenz seiner Analyse bezüglich der zukünftigen Enegrgieversorgung ist einfach zu unbequem und passt nicht in die moderne Wachstums-Religion.
Kritisch anzumerken ist lediglich die bei Physikern häufig zu beobachtende Tendenz zur Relativierung der Risiken der Kernenergie, wobei Pelte zurecht auf die sehr unterschiedliche Wahrnehmung von Risiken eingeht (wie u.a. das Risiko im Straßenverkehr verletzt zu werden, grundsätzlich unterschätzt wird) - im Falle der Kernenergie sind jedoch noch zu viele Fragen offen. Dies schadet dem grundsätzlichen Ansatz dieses Buches jedoch überhaupt nicht, da der Autor auch dieses Kapitel mit wissenschaftlicher Objektivität behandelt.