Wie schon bei der ersten Staffel hätte der Titel "Nordamerika ohne Menschen" viel besser gepaßt als "Zukunft ohne Menschen", denn nahezu alle Beispiele liegen in Nordamerika. Die wenigen Ausflüge in andere Teile der Erde wirken eher wie "Pflichtübungen". Diesmal wurden die Gefahren durch gefährliche Hinterlassenschaften der Menschen wie AKWs, Chemikalien usw. etwas mehr behandelt als in Staffel 1, doch auch diese Teile kranken an Nichterwähnung der langfristigen schädlichen Folgen, denn es werden konsequent nur die kurzzeitigen gezeigt und benannt. Ebenso konsequent ergehen sich die Produzenten weiterhin in minutiösen Darstellungen des Verfalls von Gebäuden und US-amerikanischen Identifikationsobjekten, was für Nicht-Amerikaner in der Regel nur schwer nachvollziehbar ist. Diese Serie wurde offensichtlich in erster Linie für eben diese US-Amerikaner produziert, was sie nicht zwangsläufig uninteressant für die übrige Weltbevölkerung macht, jedoch zumindest bei mir häufig hat Langeweile aufkommen lassen, da ich eben nicht diese Identifikation mit dem Gezeigten besitze. Mein Fazit: Weniger Gebäude und sonstige US-amerikanische "Heiligtümer" hätten die Serie für Nicht-Amerikaner noch interessanter gemacht. Auch hätte ich gerne mehr über die Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt erfahren, als dies in den wenigen Beispielen gezeigt wurde, von den Langzeitfolgen der aus den AKWs austretenden Radioaktivität, den explodierten Chemikalien und die dadurch ausgelöste Vergiftung von Boden, Wasser und Luft, der Verseuchung durch das ausfließende Öl usw. ganz zu schweigen.