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Die Zukunft der menschlichen Natur
 
 
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Die Zukunft der menschlichen Natur [Taschenbuch]

Jürgen Habermas
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Taschenbuch, 2001 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 125 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 4 (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518583158
  • ISBN-13: 978-3518583159
  • Größe und/oder Gewicht: 20,7 x 12,4 x 2,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 656.491 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jürgen Habermas
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Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 20.09.2001
Mit seiner "bravourösen Intervention in die Biomedizindebatte," so schreibt Andreas Kuhlmann, gelingt es Jürgen Habermas, jenseits der Frage, welcher moralische und rechtliche Status Embryonen zukommt, deutlich zu machen, warum die Instrumentalisierung früher Stadien menschlichen Lebens beunruhigt. Für den Autor, heißt es, der als "philosophischer Pfadfinder" die Natur der anstehenden normativen Probleme und damit "neues Terrain" zu erschließen sucht, steht dabei nicht weniger als die "Identität des Einzelnen als Mitglied der Gattung Homo sapiens" auf dem Spiel. Wie das Selbstverständnis einer Person und ihr Status in einer Kommunikationsgesellschaft durch eine genetische Programmierung korrumpiert werden, stellt Habermas laut Kuhlmann überzeugend dar. Weniger brillant dagegen fällt offenbar die Beurteilung von Formen der Embryonenforschung aus, die nicht als Praktiken "positiver Eugenik" zu verstehen sind. Hier, so Kuhlmann, spricht Habermas "in sehr konventioneller Weise" vom "verdinglichenden" Umgang mit menschlichem Leben. Möglich allerdings, dass dies Ausdruck ist für die wieder lobenswerte "Skepsis" des Autors "gegenüber dem eigenen 'Alarmismus'."

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Wenn wir auf eine "Moralisierung" der menschlichen Natur verzichten, kännte ein dichter intergenerationller Handlungsstrang entstehen, der in einsinnig vertikaler Richtung durch die zeitgenässischen Interaktionsnetze hindurchgreift. Während sich die Wirkungsgeschichte von kulturellen Überlieferungen und Bildungsprozessen, wie Gadamar gezeigt hat, im Medium von Fragen und Antworten entfaltet, wärden genetische Programme die Nachgeborenen nicht zu Wort kommen lassen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ich beziehe mich hier auf die noch nicht erweiterte Ausgabe von 2001. Das Buch besteht aus zwei unabhängigen Texten: aus einem am 9. September 2000 an der Universität Zürich hervorgegangenen Vortrag und einer Ausarbeitung der Christian-Wolf-Vorlesung, die Habermas am 28. Juni 2001 an der Universität Marburg gehalten hat. Nach Habermas drängen uns die neuen Bio-Technologien einen öffentlichen Diskurs "über das richtige Verständnis der kulturellen Lebensform als solcher auf. Und Philosophen haben keine guten Gründe mehr, diesen Streitgegenstand Biowissenschaftlern und Science-Fiction-begeisterten Ingenieuren zu überlassen" (33). Er sucht nach einem "minimalen gattungsethischen Selbstverständnis" (74), das ohne "die Errichtung künstlicher Tabuschranken, also eine Wiederverzauberung der inneren Natur" als Begründung gegen eine molekulargenetische Programmierung menschlicher Natur auskommt (49). Sein Kredo lautet, dass es aus der Sicht einer "gattungsethisch erweiterten Sorge um sich selbst", darum gehen muss, "unsere kommunikativ strukturierte Lebensform intakt zu halten" (122).

Auf der einen Seite sieht Habermas mit der "Moralisierung der menschlichen Natur" (46) die Gefahr eines "dumpfen antimodernistischen Widerstandes" verbunden; auf der anderen Seite möchte er jedoch der Verschmelzung der elterlichen Chromosomensätze ein gewisses Maß an Kontingenz und Naturwüchsigkeit" sichern (49). Auch wenn ein Embryo als vorpersonales Wesen laut Habermas keine Menschenwürde besitzt und damit den Status einer Rechtsperson nicht erreicht, so ist er dennoch insoweit "unverfügbar" (59), als er für eine "Technisierung der menschlichen Natur" (ebd., 46) nicht zur Verfügung stehen darf. In diesem Sinne spricht sich Habermas entschieden dagegen aus, durch "merkmalsverändernde gentechnische Eingriffe in den Modus unseres Lebens" einzugreifen (123).

Habermas ist davon überzeugt, dass es einen internen Zusammenhang zwischen einer Unverfügbarkeit der biologischen Grundlage personaler Identität und unserem Selbstverständnis als Gattungswesen gibt. Es besteht darin, "uns auch weiterhin als ungeteilte Autoren unserer Lebensgeschichte verstehen zu können und uns gegenseitig als autonom handelnde Personen anerkennen" zu können (49). Mit der "liberalen Eugenik" kommt es dagegen zu einer Entdifferenzierung von bisher selbstverständlichen kategorialen Unterscheidungen: zwischen "Subjektivem" und "Objektivem", zwischen "Naturwüchsigem" und "Gemachtem". Eine genetisch programmierte Person verbleibt in einer uneinholbaren Asymmetrie gegenüber ihren Erzeugern, auf die sie nur mit Ressentiment oder Fatalismus reagieren kann.

Habermas erweist sich auch hier wieder als ein Intellektueller im besten Sinne, der es versteht, sich stets auf's Neue zu zeitgeschichtlich relevanten Themen zu äußern - und zwar dann, wenn sich Wahrheiten öffentlich breit machen, die demokratische Grundlagen unserer Gesellschaft angreifen. Mit seinem Buch warnt er eindringlich vor dem Verlust individueller Freiheit durch die Möglichkeiten der Biomedizin. Er erteilt allen Fantasien von "Menschenzüchtung", wie sie "eine Hand voll ausgeflippter Intellektueller" (43) in Vorträgen und Artikeln damals medienwirksam propagierten, eine heftige Absage. Ihren Versuchen gegenüber, uns Mut zur Ausübung von Selektionsmacht einzuflüstern, indem sie den Unterschied zwischen "Erziehen" und "Züchten", "Heilen" und "Optimieren" einziehen, begegnet er zu Recht mit Verachtung.
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Format:Taschenbuch
Dieser Jürgen Habermas ist ja nun wirklich ein aussergewöhnlicher Philosoph. Sehr dezidiert geht er auf die Thematisierung einer liberalen Eugenik ein und scheut sich nicht seine eigene diesbezügliche Ablehnung kund zu tun. Das das Thema Eugenik im besonderen durch den österreichischen "Exportschlager" von 1933 - 1945 in Deutschland bzgl. eines vollkommen absichtlich, mißinterpretierten, propagandistisch ausgeschlachteten Systems daraus den Deutschen Herrenrasse Übermenschen züchten wollte, der Hart wie Kruppstahl, Zäh wie Leder, und schnell wie Windhunde war birgt eine besondere Brisanz innerhalb dieser Betrachtungsweise des wohl auch anerkannter Weise größten noch lebenden Philosophen. Was mich bei Habermas und seinen Büchern allerdings immer stört, ist seine detaillierte beobachtende Genauigkeitstiefe, die quasi grad zu antipodisch einlädt, dass die Lobbyisten einen systemischen Langzeit NLP Plan mit Hilfe von Politik & Wirtschaft ausarbeiten, indem sie durch den Faktor Zeit, das Bewusstsein zur Verantwortung für diesen Planeten Erde aus dem Gedächtniss des Kollektivwesens Erde und Menschheit tilgen, um weitere künstliche neue Wachstumsmärkte zu generieren, die dann widerum die globale Populationsdichte auf Basis von kurzfristig gedachten Taschenspielertricks dramatisch erhöht. Habermas gibt einen Einblick in das was Epigenetik innerhalb der Molekularbiologie zu leisten im Stande ist. Seine Bedenken sind mehr als nur berechtigt aber ich fürchte das die klandestinen Kreise sicherlich schon einen Plan ausbaldowert haben, damit der genetische Übermensch in die Realisationsphase eintreten kann. Wenn Herr Habermas dann auch noch die Begrifflichkeit liberal benutzt, dann muss auch einmal bzgl. des Wortstammes Liberalität geklärt werden, dass wahre Liberalität in den gedanklichen Grundfesten eines Karl-Hermann Flach, Werner Maihofer & Walter Schee's sicherlich Sozialliberale Ansätze waren. Erst an dem Punkt wo Sozialliberalismus zu reinem Wirtschaftsliberalismus wird ( 1979 Kieler Thesen ) kann ein Liberalismus entstehen der folgende Korrektur an Habermas Titel dringenst nötig macht. " Die Zukunft der menschlichen Natur: Auf dem Weg zu einer ("NEO") liberalen Eugenik?
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33 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Zukunft totgedacht. 12. September 2003
Von Volkmar Weiss TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Dieses Essay ist ein glänzendes Beispiel dafür, wie ein Intellektueller (siehe das Buch von Roland Baader „Totgedacht“) sich bemüht, uns allen die Zukunft zu verdunkeln. Schon und allein aus diesem Grunde verdient das Buch fünf Sterne. Der Text erhält keinerlei Tabelle, Formel oder graphische Darstellung und hat keinerlei Bezug zu aktueller Wissenschaft und ihren Möglichkeiten und Problemen. Dennoch glaubt der Verfasser, ohne irgendein spezielles fachliches Wissen über Genetik und Humangenetik, von einer erhabenen Position aus auf die menschlichen Ameisen herabblickend, Ihnen vordenken zu können, was sie zu tun und zu lassen haben. Seine Satzbildung ist relativ allgemeinverständlich. Der Text ist deshalb hervorragend geeignet für Theologen, Sozialpädagogen und ähnliche Leser, die in ihrem Berufsleben ohne Mathematik auskommen können und die sich um alles Sorge machen und am meisten um das, wovon sie am wenigsten verstehen. Sie werden nach dem Lesen ihre berechtigte Urangst, daß vielleicht doch der Übermensch und nicht der Mensch der Sinn der Erde sei, bestätigt bekommen haben. - Naturwissenschaftler und die Macher des wirtschaftlichen Lebens können den Text nach raschem Umblättern der Seiten weglegen bzw. ihrem Wahlkreisabgeordneten oder einem öffentlichen Bedenkenträger widmen. Ein weit besseres Buch für diesen Zweck und zu diesem Thema ist aber Steven Pinkers „Das unbeschriebene Blatt“.
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