Aus der Amazon.de-Redaktion
Dieses Buch ist ein Markstein in der internationalen Debatte über die Humanisierung der Wirtschaftswelt. Es handelt vom Kunden als aktiven Mitgestalter von Produkten und Dienstleistungen
-- und nicht mehr von Zielgruppen, die man konsumieren lässt, was findige Marketingstrategen und Werber vorher in ihren Glasbüros erdenken. Die Menschen wollen künftig wieder mitmischen, wenn Produkte und Dienstleistungen konfiguriert werden. Damit sie endlich das bekommen, was sie wollen.
Wie sieht das neue Rollenverständnis aus? "Unternehmen können nicht mehr autonom handeln, Produkte entwerfen, Produktionsabläufe entwickeln, Marketingbotschaften vermitteln und Umsatzkanäle kontrollieren, ohne dass die Verbraucher darauf Einfluss nehmen." Unternehmen und Verbraucher tauschen sich künftig also miteinander aus. Sie kooperieren und helfen sich gegenseitig. Die Win-Win-Situation ist wie folgt definiert: Firmen machen Gewinne, Kunden zahlen nur noch für das, was sie vorher mitgestaltet haben. Woher stammt ihre Motivation? Verbraucherumfragen zeigen weltweit ein großes Dilemma: "Die Verbraucher sind von der heute verfügbaren Angebotsvielfalt überwältigt und zugleich unzufrieden damit. Sie sind mit neuen Kommunikationsmitteln gewappnet und wollen aktiv an der Wertschöpfung teilhaben, indem sie nicht nur mit einer Firma kommunizieren, sondern mit ganzen Verbänden von Fachleuten, Serviceanbietern und anderen Verbrauchern." In Verbrauchergemeinschaften und Verbrauchernetzwerken ahnt man bereits, wie die Zukunft des Wettbewerbs aussieht.
Prahalad und Ramaswamy, beide Professoren an der Michigan Business School, schreiben: "Der Wert für den Kunden basiert nicht mehr auf dem Produkt als solchem, sondern auf der Gesamtheit der Ko-Kreationserfahrung, zu der sowohl das Mitentwerfen als auch der Austausch mit dem Unternehmen gehört." Sie fordern in ihrem basisdemokratischen Wirtschaftsmodell überdies eine völlige Transparenz in der Beziehungskultur und damit auch ein Ende der Verschleierung von Preis-, Kosten- und Profitmargen. Fazit: Hier wird eine neue, umfassende Kundendemokratie ausbuchstabiert. Ihre Kernidee: Jeder Mensch hat das Recht auf persönliche Produkte und Dienstleistungen. Egal, ob arm oder reich. --Peter Felixberger
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Zwei indische Wirtschaftsprofessoren denken über eine demokratische, globale Gesellschaft nach, in der die Rechte, Bedürfnisse und Werte der Menschen Vorrang haben. Und zwar so, dass sie immer und überall berücksichtigt werden. Wie das im Wirtschaftsleben aussehen könnte, darüber haben Prahalad und Ramaswamy jetzt ein ausführliches Werk vorgelegt. Darin versuchen sie auszubuchstabieren, wie eine Wirtschaftswelt der unbegrenzten Möglichkeiten tickt, in der die Verbraucher bestimmen, was sie konsumieren wollen. Das Ziel: Die Wiederaneignung der Wirtschaft durch den Menschen. All das klingt zunächst wie die Allmachtsfantasie übermütiger Wirtschaftswissenschaftler im Wolkenkuckucksheim. Ist es aber nicht, sondern Teil einer internationalen Debatte.
Kunden, so sind sich die Autoren sicher, wollen ein neues Rollenverständnis. Bisher waren wir gewohnt: Die Firmen bestimmen, was uns Kunden vorgesetzt wird. Künftig aber soll der Kunde in den Wertschöpfungsprozess radikal einbezogen werden. Es soll ein ständiger Austausch von Ideen und Anregungen zwischen Unternehmen und Verbraucher stattfinden. Die Win-Win-Situation ist wie folgt definiert: Firmen machen Gewinne, Kunden zahlen nur noch für das, was sie vorher mitgestaltet haben.
Die beiden Professoren an der Michigan Business School gehen aber noch einen Schritt weiter. Sie fordern in ihrem basisdemokratischen Wirtschaftsmodell eine völlige Transparenz in der Beziehungskultur und damit auch ein Ende der Verschleierung von Preis-, Kosten- und Profitmargen. Wie recht sie haben. Den globalen Konzernen etwas mehr auf die Finger zu blicken, wenn sie ihre Rohertragsmargen an die 50 Prozent hochjazzen, würde manchen Verbraucher mehr als freuen.
Unternehmen, hört die Signale, möchte man ihnen fast zurufen. Denn hören die Unternehmen nicht auf ihre Kunden oder werden diese gar unzufrieden mit den angebotenen Produkten, kommt es unweigerlich zur Selbstorganisation. Es bilden sich Verbrauchergemeinschaften und Verbrauchernetzwerke, die selbst die Weiterentwicklung der Produkte in die Hände nehmen. Jetzt muss sich das Unternehmen entscheiden. Tendiert es in Richtung gemeinsamer Lern- und Erfahrungswelten oder schottet es sich vom Kunden ab? Für Pralahad und Ramaswamy gibt es nur eine Konsequenz: den direkten Dialog mit den Kunden, um voneinander zu lernen.
Wie aber sieht ein gemeinsames, ko-kreatives Erfahrungsumfeld aus? Eine schwierige Frage, der im Buch breiter Raum gewidmet ist. Denn die Schwierigkeit besteht zunächst darin, die unglaubliche Vielfalt individueller Erfahrungen zuzulassen. Jeder hat ein Recht auf eine auf ihn zugeschnittene Dienstleistung. Womit wir beim eigentlichen Kern der Zukunft des Wettbewerbs angelangt sind. Der Wertschöpfungsprozess wird neu definiert. "Er siedelt nicht mehr in den Produkten und Dienstleistungen, die die Unternehmen anzubieten haben. Er entsteht vielmehr aus den Erfahrungen der Verbraucher.
Fazit: Ein Stoff, aus dem die Träume sind. Doch irgendwie verblüffend nahe an der heutigen Realität.
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