Dieses Buch ist ohne Zweifel ein "Hingucker" unter den Büchern zur Medientheorie: Sehr aufwändig gemacht - fast schon bibliophil, dabei nicht für den Bücherschrank, sondern zum täglichen Gebrauch. Beim ersten Durchblättern und vielleicht schon Querlesen erkennt man die Intention, die das Titelbild durch die Abbildung des Portraits quasi einer kahlen Sängerin vermittelt: Essays mit vielfältigen Vorstellungen der Autoren über die unsichere Zukunft der audiovisuellen Kunst, bilden zwar ein kompaktes Ganzes, aber Diskrepanzen können verwischt werden - wie durch einen Mausklick das Bild beliebig z. B. durch Perücke und Make-up verändert werden kann - wenigstens im Kopf des Lesers.
Das Buch von Medientheoretikern ist für Wissenschaftler des eigenen Faches, interessierte Laien, Künstler, aber auch für Leute, die Kino mögen, vor allem solche, die den digitalisierten und teilweise unnnatürlich wirkenden ( nicht märchenhaften!) Streifen zunehmend kritisch gegenüberstehen.
Hat man die ersten Seiten gelesen. erwartet man einen dicken Brocken (als Laie!), die Beiträge werden aber leichter lesbar. Man muss sich jedoch die verschiedenen Ansichten systematisch erarbeiten.
Den Abschluss bilden Interviews mit "Praktikern", den eigentlichen Hauptakteuren eines solchen Buches: den Filmemachern. (B. Neuenfels; Chr. Hochhäusler; E.Reitz; Tom Tykwer) Hier wird die Welt wieder zurecht gerückt.
Alles in allem ein gelungenes Buch, interessant für viele Leser, dem eine weite Verbreitung zu wünschen ist.