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Zukunft Gehirn: Neue Erkenntnisse, neue Herausforderungen
 
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Zukunft Gehirn: Neue Erkenntnisse, neue Herausforderungen [Broschiert]

Peter Gruss , Tobias Bonhoeffer
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Broschiert: 304 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 1 (13. Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406616429
  • ISBN-13: 978-3406616426
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 27.130 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

In diesem Buch geben international führende Hirnforscher, darunter Spitzenwissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft, einen allgemeinverständlichen Überblick darüber, was wir aktuell über die wohl komplexeste Struktur im Universum wissen und auf welchen Feldern demnächst Durchbrüche zu erwarten sind.
Das Buch vermittelt das wichtigste Wissen über Funktion und Entwicklung des Gehirns, etwa unsere Fähigkeit, etwas zu lernen, im Gedächtnis zu behalten und später wieder abzurufen. Es schildert, wie wir die verschiedenartigsten Belohnungen erkennen und benutzen können, um unser Leben zu erhalten, zu gestalten und weiterzugeben. Der Leser lernt die Zusammenhänge zwischen Hirnprozessen und Erleben, Verhalten und Handeln, aber auch die Notwendigkeit und Funktionsweise des Schlafens zu verstehen. Er erhält einen Einblick in die Krankheiten des Gehirns und ebenso einen Ausblick auf mögliche Therapieansätze, etwa in der Stammzellforschung. Und er wird mit Fragen und Antworten konfrontiert, wie sich die Ergebnisse der modernen Hirnforschung in Bezug auf Ethik, Recht und die Frage nach der Freiheit verorten lassen.

Über den Autor

Prof. Dr. Tobias Bonhoeffer ist Neurobiologe und seit 1998 Direktor und Wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für Neurobiologie.Peter Gruss, geb. 1949, ist Biologe und seit 2002 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Peter Gruss hat für seine wissenschaftliche Arbeit zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten, darunter den "Niedersächsischen Staatspreis", den "Leibniz-Preis", den "Louis-Jeantet-Preis" für Medizin sowie den "Zukunftspreis des Deutschen Bundespräsidenten".

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Solche Bücher wird das Internet nie ersetzen können, 22. Juli 2011
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Zukunft Gehirn: Neue Erkenntnisse, neue Herausforderungen (Broschiert)
Ein Buch wie dieses zeigt mir einmal mehr, dass es nicht aufs Selbe herauskommt, ob ich mich im Internet oder in einem Buch informiere. Und das hat nichts mit gut oder schlecht zu tun. Aber selbst wenn ich ein Buch nur deshalb kaufe, weil mich ein bestimmter Beitrag oder Autor interessiert, ist die Wahrscheinlichkeit eben groß, dass ich entgegen meiner ursprünglichen Absicht über den Gartenzaun hinausschaue. Vor allem wenn der gesuchte Beitrag so spannend und verständlich verfasst ist, dass ich annehme, der Herausgeber habe bei der Aufnahme andere Aufsätze ähnliche Qualitätskriterien angewendet. Und da mich in diesem Buch mehrere Beiträge begeisterten, sind fünf Bewertungssterne gesetzt.

Ich beginne mit meinem Favoriten. Wolfram Schulz, Mediziner, Mathematiker und Philosoph, schreibt über das Thema Belohnung. Und wer glaubt, er habe dazu schon alles Wissenswerte gelesen, wird schon nach wenigen Seiten merken, wie sehr er sich getäuscht hat. Im menschlichen Gehirn gibt es eben kein Belohnungszentrum mit einem unsichtbaren Knopf, den Motivationstrainer, Vorgesetzte, Eltern, Lehrer oder Werber einfach antippe können, um ein bestimmtes Verhalten auszulösen. Und dennoch gibt es bestimmte neuronale Vorgänge, die zu wissen sich lohnen, wenn man Entscheidungen beeinflussen und verbessern will. Nach diesem Lese- und Erkenntniserlebnis blätterte ich zurück, um von Martin Korte und Tobias Bonhoeffer zu erfahren, was es Neues im Gebiet Lernen und Gedächtnis gibt. Erneut ein Volltreffer.

Den ersten Beitrag, in dem Mark Hübener und Rüdiger Klein die Funktion und Entwicklung des Gehirns erklären, las ich weniger aufmerksam, weil ich das meiste schon wusste, obwohl ich mir viele der Fachausdrücke bis heute nicht merken kann. Beim Beitrag von Alexander Borst und Benedikt Grothe über das Gehirn und die Sinne entdeckte ich neue Formen, wie sich die Theorie in Bildern veranschaulichen lässt. Und Angela D. Friederici reicherte mein bisheriges Wissen über Spracherwerb mit neuen Beispielen und Erkenntnissen an.

Da mich die Diskussion um den freien Willen ebenso beschäftigt wie interessiert, war ich gespannt, wie weit sich der Philosoph, Physiker, Mathematiker und Politikwissenschaftler Julian Nida-Rümelin dem bekannten Mediziner und Hirnforscher Wolfgang Singer annähern kann. Und auch wenn ich mich mit den Ansichten von Wolfgang Singer mehr identifiziere, fand ich es spannend, wie gegenteilige Meinungen in der Form von Replik und Gegenreplik vorgetragen werden.

Interesse weckte auch der Beitrag von Ute Frevert und Tania Singer über soziale Emotionen. Und wie es den beiden gelingt, den kulturwissenschaftlichen Blick mit der neurowissenschaftlichen Sicht zu verbinden, finde ich einfach großartig.

In den weiteren Beiträgen kommen noch folgende Themen zur Sprache: Erkrankungen des Gehirns, Schlaganfall, Parkinson und Multiple Sklerose - Stammzellen als Hoffnungsträger? Wie therapieresistent ist unser Gehirn? - Über Hirnvorgänge in Schlaf und Traum. Entspannung und Sammlung der Kräfte - Die Cataglyphen (Wüstenameisen), kleine Gehirne, große Leistungen - Die Bedeutung der Hirnforschung für Ethik und Recht. Das Gehirn auf der Anklagebank.

Mein Fazit: Ein "Sampler", den ich allen zur Lektüre empfehle, die sich ernsthaft für eines der erwähnten Themen interessieren. Wie der Beitrag über den freien Willen exemplarisch zeigt, lassen die Hirnforscher sehr wohl andere Ansichten zu, solange diese nicht auf schnell angelesenem Halbwissen oder unausgesprochenen Ideologien beruhen. Kommt hinzu, dass dieser Report der Max-Planck-Gesellschaft zu einem publikumsfreundlichen Preis erhältlich ist.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Zum Stand der Dinge in Sachen Gehirn, 8. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Zukunft Gehirn: Neue Erkenntnisse, neue Herausforderungen (Broschiert)
Einen Report der Max-Planck-Gesellschaft legen Gruss und Bonhoeffer als Herausgeber vor, der von verschiedensten Beiträgen her den Stand der Dinge in Bezug auf die Neurowissenschaft beleuchtet.

Immer tiefere Einblick in die faszinierende Komplexität selbst einfach strukturierter Gehirne werden gerade seit den letzten Jahren durch die moderne Hirnforschung ermöglicht. Einblicke, die im Buch im wissenschaftlichen Diskurs abgebildet werden. Konzentration braucht es durchaus, der nicht immer einfachen Sprache der einzelnen Beiträge im Buch zu folgen, eine Konzentration, die sich lohnt und im Lauf der Lektüre mit hinein nimmt in die faszinierende Welt des Gehirns.

Allein schon die fundierte Darstellung des Gehirns als 'genetisch programmiert' und doch lebenslang sich durch äußere Einflüsse verändernd, eröffnet ein intensives Verständnis der Wirkweise der Neuronen. Neuronen, die nur dann dauerhafte Verbindungen eingehen, wenn sie durch 'Nutzung' betätigt werden. Im Gesamten rücken Erklärungsmodelle in Griffweite, die aufschlüsseln könnten, wie kognitive Leistungen entstehen und sich vollziehen. Auch in ganz konkrete Anwendungsbereiche stoßen Beiträge im Buch vor und verbleiben so nicht in rein abstrakten Darstellungen. Wie können moderne Bildgebungsverfahren (Neuroimaging) für strafrechtliche Zwecke genutzt werden? Welche grundlegenden Mechanismen liegen dem Schlaf zugrunde? Fragen, die durchaus das menschliche Selbstverständnis betreffen und verändern könnten, wie die Herausgeber zur Recht im Vorwort andeuten.

Von der grundlegenden Funktion des Gehirns über die Koppelung mit den menschlichen Sinnen, über das Lernen und das Gedächtnis reicht die Palette des anspruchsvollen Lesebuches bis hin zur 'Empathie und ihre Blockaden', sprich zum Bereich der sozialen Emotionen und letztlich hin zu Fragen des Bewusstseins und des freien Willens.

Gerade diese Fragen des 'freien Willens' haben durchaus Relevanz sowohl im Kleinen wie im Großen. Welche Vorwürfe könnte man denn privat oder gar gesellschaftlich anderen machen, wenn deutlich werden würde, dass dessen oder deren Handeln rein biochemisch bedingt sein sollten? Und weiter gefragt, gäbe es dann hier Determinanten, die andere Formen von Verhalten und Entscheidungen unmöglich gestalten würden oder liegt es im Ermessen des einzelnen, welche, wie am Anfang erwähnt, 'Neuronen' er 'betätigt' und aktiviert?

Ebenso anregend zu lesen sind die Einlassungen von Frevert und Singer zur Frage, welche Faktoren die menschliche Empathiefähigkeit blockieren können. Wie einfach es im Labortest war, prosoziales Verhalten durch leichte Manipulationen der Situation ins Gegenteil zu verkehren, lässt tief schließen auf die gefährdeten sozialen Motivationen der Spezies Mensch.

Nicht nur theoretisch-biologisch interessant ist die Beschäftigung mit der Biochemie des Gehirns, ganz handfeste Erkenntnisse und Folgen für das Selbstverständnis und als gegeben oft angesehene Handlungsmuster folgern aus den Beiträgen im Buch, auch wenn in vielem die Hirnforschung noch am Anfang steht. Fundiert und gründlich vermitteln die einzelnen Beiträger der verschiedenen Autoren ein umfassendes Bild, aus dem heraus sich auch die wesentlichen Fragen für die zukünftige Diskussion ergeben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Hirnforschung, 17. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Zukunft Gehirn: Neue Erkenntnisse, neue Herausforderungen (Broschiert)
Endlich kommt aus der Max-Planck-Gesellschaft ein größerer Forschungsüberblick des aktuellen Stands des Wissens. Es handelt sich um Berichte wirklicher Forscher und nicht, wie so oft, um mehr oder weniger gute Interpretationen der Hirnforschung von Leuten, die selbst mit der Forschung oft nur wenig bis gar nichts zu tun haben. Dementsprechend sind die einzelnen Forschungsberichte auch klar und sehr vorsichtig formuliert. Die Worte "die Hirnforschung sagt, ... ..." kommen somit gar nicht erst vor. Das erste Kapitel verlangt vom Leser viel, vor allem, wenn man sich noch nicht mit der Biologie des Gehirns beschäftigt hat. Dennoch ist auch dieses Kapitel klar geschrieben, wie alle anderen. Die anderen Kapitel bauen darauf auf, immer gibt es zur Dokumentation Zeichnungen, Bilder, die das Verständnis erleichtern. Deutlich wird, wie unser Hirn Wirklichkeit gestaltet, wie es auf Erfahrungen aufbaut und diese zur Interpretation neuer Situationen verwendet, in die man somit manches hineinsieht, was nicht unbedingt wirklich da ist oder nicht in der Form oder Farbe. Es bestätigt sich der Genius Freud, der hier von Projektionen und Übertragungsprozessen sprach. Auch er war der Auffassung, dass man im Neuen unbewusst leicht zuerst das Alte meint zu sehen und zu fühlen. Nun weiß man mit diesen jetzigen Forschungsergebnissen schon viel darüber, wie das Hirn da so arbeitet, welche Wechselwirkungsprozesse da stattfinden. Die Forscher sind allesamt sehr vorsichtig und betonen immer wieder, wie wenig man noch weiß. Das kleine Kapitel über die Philosophie ist da eine Ausnahme, es ist nicht auf dem heutigen Stand, wo man mit gewisser Sicherheit annehmen kann, dass es zwar kausale und lineare Prozesse schon gibt, wesentlicher aber sind die Prozesse zwischen den lokalisierbaren Orten. So sind z.B. Begriffe wie "Leben", "Beziehung" das "Mit-Sein" (Meyer-Abich, Was es bedeutet gesund zu sein, Philosophie der Medizin, "Gefühl", "Psyche" usw. alles Begriffe, die an bestimmten Orten erkennbar werden, aber selbst keinen Ort haben. Die sehr vorsichtig schreibenden Autoren halten sich in der Sprache der Beschreibung weitgehend daran, was den Wert dieses Buches noch erhöht.
Unbedingt empfehlenswert!
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