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45 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Buch zum Optimismus-Tanken., 2. Mai 2003
Gesellschaftliche Aufbrüche gingen in der Vergangenheit einher mit technischen und wissenschaftlichen Revolutionen. Die Regierungsformen, unter denen das geschah, würde man heute als undemokratisch oder reaktionär bezeichnen, und über die Hoffnungen der Menschen, die an diesen Aufbrüchen beteiligt waren, lächelt man heute überlegen. Inzwischen ist die demokratische und freien Welt des Fortschritts Wirklichkeit geworden. Mit dem erstaunlichen Ergebnis, daß technischer und wissenschaftlicher Fortschritt auf vielen Gebieten (mit Ausnahme der Unterhaltungsindustrie) immer schwerer wird. Ein Beispiel ist die Entwicklung der Genforschung und Gentechnik, deren Entwicklung durch abergläubische Vorurteile nach Kräften behindert wird, so daß Deutschland auf diesem Gebiet alles andere als ein Standort der Spitzenforschung ist. Es ist auch symptomatisch, daß ein Hochgeschwindigkeitszug, für dessen Idee 1934 in Deutschland das Patent erteilt worden ist, erstmals 2003 in Shanghai gefahren ist. Eine parteienübergreifende Allianz von Zukunftsfeinden und ausufernder Bürokratie erschwert jede Innovation. Maxeiner und Miersch bringen dafür sehr viele Beispiele. Wer es wie sie wagt, sich so vielen Problemen in einem Buch zuzuwenden, der kann und wird nicht immer recht haben. In dem einen oder anderen Fall werden auch dem aufgeklärten und zukunftsorientierten Leser Bedenken kommen, ob die erhofften Wirkungen nicht doch mit beträchtlichen unerwünschten Nebenwirkungen einhergehen. Aber die Zukunft ist nun einmal und immer wieder ein unüberschaubares Abenteuer. Der kreative Geist, der sich diesem Abenteurer stellen will und täglich Hindernisse aus dem Weg zu räumen hat, der kann bei Maxeiner und Miersch seine Kampfkraft auftanken.
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27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wohltuend gegen den Zeitgeist, 29. September 2002
Von Ein Kunde
Mancher wird kochen, der das Buch liest. Viele "allgemein anerkannte" Erkenntnisse werden in Frage gestellt oder besser, sie werden ihren Konsequenzen gegenübergestellt. Gerade die in Deutschland so beliebte Doppelmoral (ich bin für Umweltschutz, aber zu meiner Selbstverwirklichung gehört nunmal der Flug in den Urlaub; ich bin gegen Globalisierung, aber mein Arbeitsplatz lebt vom Export usw.) wírd als das entlarvt, was sie tatsächlich ist: Die Bequemlichkeit einer rundum vollkaskoversorgten Bevölkerung, die alles möchte - nur nicht sich (und ihre Besitzstände) ändern. All die schönen Worthülsen, wie Nachhaltigkeit, Vorsichtsprinzip etc. werden als das entlarvt, was sie in 90% der Fälle tatsächlich sind - nämlich vorgeschobene Ausreden dafür, dass man/frau keine Risiken eingehen, keine neuen Ideen und keine Veränderungen möchte. Wozu auch, noch geht es uns ja gut. Dass wir damit den langsamen Niedergang unserer Gesellschaft billigend in Kauf nehmen wird verdrängt. Mit dieser Verdrängung räumen die Autoren gründlich auf.
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25 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wichtiges Buch, 27. Dezember 2002
Das Buch von Maxeiner/Miersch: „Die Zukunft und ihre Feinde" regt zum Nachdenken an und enthält viele wissenwerte Fakten, die geeignet sind, gängige Denkschemata zu durchbrechen. Welches sind die Faktoren, die eine Gesellschaft weiter bringen und wer -oder was - trägt zu gesellschaftlicher Stagnation bei? Dieser Frage gehen die Autoren nach und beschreiben dabei - sehr zutreffend - eine Welt voller Widersprüche. Wir leben heute gesünder und länger als jede Generation vor uns. Dennoch beherrschen Angst vor der Zukunft und Unsicherheit die gesellschaftlichen Debatten. Jede Innovation wird mit Skepsis oder gar Feindseligkeit aufgenommen, auch wenn diese große Vorteile für die Menschheit mit sich bringt: Das Handy hat z.B in den vergangenen Jahren zahlreiche Menschenleben gerettet. Die Frage, ob der vermeintliche „Elektrosmog", der von Handys ausgeht, Gehirnschäden verursacht, dominiert jedoch die gesellschaftliche Diskussion. Die Globalisierung ist zu einem Schreckgespenst der Moderne geworden und wird allgemein als die Ursache für die Verarmung der Welt angesehen. Wer weiß schon, dass es heute den Menschen, auch in den ärmeren Ländern, in der Regel besser geht als vor noch fünfzig Jahren und dass dies ohne die Globalisierung nicht möglich gewesen wäre? Zahlreiche Beispiele dieser Art machen das Buch lesenswert. Maxeiner und Miersch meinen, es lohne sich „zukunftsoffen" zu sein und an das positive, kreative Potenzial des Menschen zu glauben. Die Auseinandersetzung mit den Hauptargumenten der gesellschaftlichen „Bremser" ist daher ein wesentlicher Bestandteil des Buches. Interessant ist in diesem Zusammenhang der Hinweis, dass sich viele Endzeitprognosen der achtziger Jahre als Hirngespinste einer zunehmend verunsicherten Wohlstandsgesellschaft erwiesen haben (Stichwort: Waldsterben, Ressourcenknappheit). Legitim ist auch das Infragestellen moderner „Paniken", die der gleichen vermeintlichen Logik entspringen wie die bereits widerlegten Angstszenarien (z.B. solche, die mit statistischen Hochrechnungen, basierend auf einer Projektion des Ist-Zustands in die Zukunft, begründet werden). Die Autoren zeigen, dass die zur Zeit stark ausgeprägte Fortschrittsfeindlichkeit durchaus sehr negative Folgen für die Gesellschaft hat. Harmlos klingende Forderungen wie die Beurteilung neuer Erfindungen nach dem „Vorsichtsprinzip" oder mehr „Nachhaltigkeit" in der Entwicklungspolitik dienen als Begründung bzw. Legitimierung gesellschaftlicher Rückschritte. Dass sich die herkömmlichen Strukturen und Organisationsformen der Gesellschaft verändern bzw. bereits grundlegend gewandelt haben ist ebenfalls Thema dieses Buches. Rückschrittliche bzw fortschrittliche Kräfte lassen sich nicht in das alte „rechts-links Schema" einordnen. Dieses Buch versucht, die neuen Allianzen und gesellschaftspolitischen Parteien zu definieren. Die Benennung der Fortschrittsfeinde wirkt jedoch manchmal etwas weniger gut recherchiert als der Rest des Buches - vor allem die Ausführungen zu Ostdeutschland wirken teilweise recht „flach". Dennoch: Mir hat das Lesen viel Spass bereitet - nicht nur weil es stilistisch sehr gut geschrieben ist - sondern auch, weil es diese Art Bücher, die sich gegen die gängige „Miesmacherei" richten, viel zu selten gibt.
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