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Produktinformation
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Wie düster und eisgrau, dies schildert Kristof Magnusson in seinem Romanerstling mit einer sprachlichen Präzision und einem Humor, die schlicht staunen machen. Ganz Reykjavík und Umgebung gerät bei ihm zur matschig frostigen, von Neonröhren kalt bestrahlten Dramenbühne, die, wie der Autor selbst bemerkt, durchaus an David Lynch-Filme denken lässt. Auch das Personal lässt an Skurrilität keine Wünsche offen. Auf Lárus und Matildas nächtlichen Streifzügen stoßen sie auf den mysteriösen Dagur, einen ehemaligen Mitschüler. Merkwürdig genug, rettet der Spross der reichsten Familie Islands aus seiner brennenden (!) Wohnung fieberhaft Gegenstände, darunter die zerschlissene Ausgabe einer alten Einwanderer-Saga.
Fast unmerklich lässt Magnusson in sein isländisches Nocturne -- neben den großen existentiellen Fragen nach Liebe und Sinnhaftigkeit des Lebens -- eine Thrillerhandlung einfließen. Matilda beschließt, in Dagurs WG zu ziehen. Verzweifelt hofft sie, zwischen allerlei Globalisierungsgegnern und attac-Leuten eine Heimstatt zu finden. Auch Lárus findet diese, allerdings im Bett von Dagur, dem Verschlossenen. Dann tost die winterliche Dramenbühne und Lárus stößt auf eine uralte Familiengeschichte und ein düsteres Geheimnis!
Die nacherzählte Handlung gibt den inneren Reichtum des Werkes nur unzureichend wieder. In Magnussons Debüt dominieren Stimmungen und Bilder. Seine treffsicheren Metaphern, der fein gesponnene Humor und die Schilderung einer Welt, in der der Weihnachtsschmuck auf der Vesturgata auch um halb elf noch heller leuchtete als der Morgen zählen zum Feinsten, was in diesem Herbst auf den Büchertischen anzutreffen ist. --Ravi Unger
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So müssen Lárus und Matilda nach und nach erkennen, dass sich in ihrer beider Leben viel verändert hat, außerdem müssen sie lernen, mit diesen Änderungen klarzukommen und ihren eigenen Weg zu finden. Lárus beginnt, Briefe an ein Institut für Liebeskranke in Zürich zu schreiben, in denen er seine Erinnerungen aufarbeitet und zum ersten Mal seine eigenen Fehler reflektiert, Matilda dagegen stürzt sich in eine Beziehung zu einem fragwürdigen DJ. Doch da ist auch noch Dagur, dessen Wohnung abgebrannt ist und der erhebliche Probleme mit seiner Familie hat. Als Dagur sich in Lárus verliebt, naht die Katastrophe...
Kristof Magnusson erzählt mit unglaublich viel Wortwitz eine Geschichte, die einfach nur Spaß macht. Besonders am Anfang gibt es kaum eine Seite, auf der er seine Leser nicht zum Lachen bringt mit seinem feinen Humor und den abstrusen Episoden, die er zu erzählen hat. Dabei zeichnet er Figuren, wie wir sie auch im wahren Leben treffen könnten, nämlich eine Gruppe von Leuten um die 30, die auf der Suche nach ihrer eigenen Identität sind und dabei so manche Krise zu überwinden haben.
Wenn Lárus seinen schweren Weg der Selbsterkenntnis geht und so manchen Unfall überstehen muss, wird die Sprache ernster und melancholischer, Magnusson passt seine Wortwahl hier gekonnt den Ereignissen im Buch an, ohne aber deinen Sinn für Humor zu verlieren.
Sprachlich hebt sich Kristof Magnusson sehr positiv von der Masse ab, er zeigt, dass er mit Worten spielen und liebevoll formulieren kann. Obwohl der Roman inhaltlich etwas schwächer geraten ist (denn wen interessiert am Ende schon Dagurs Familiengeschichte?), überzeugt er dennoch auf ganzer Linie und macht Lust auf mehr. Ich hoffe inständig, dass Magnusson uns baldmöglichst eine Fortsetzung präsentiert!
Das Buch ist so spannend, dass ich es in zwei Tagen durchgelesen habe und dabei so komisch, dass ich nicht nur oft geschmunzelt, sondern einige Male richtig laut gelacht habe. Dabei ist "Zuhause" bei Weitem nicht nur ein komisches Buch. Je mehr Larus auf Geheimnisse aus seiner eigenen Vergangenheit trifft, um so dringender stellt sich auch die Frage, wie seine Gegenwart und Zukunft aussehen soll. Wie will man leben, wenn man gerade Dreißig wird? WG oder alleine? Wie sehr gibt man sich einem melancholischen großstädtischen Single-Leben hin und wie sehr lässt man sich auf andere Menschen ein, um nicht vollkommen neurotisch zu werden? Wo findet man seinen Platz zwischen einem ichbezogenen unabhängigen Leben und den Idealen der traditionellen Familie?
Es ist wirklich unglaublich, zu lesen, wie es Kristof Magnusson gelingt, das Lebensgefühl der um die 30-jährigen einzufangen und trotzdem nicht nur einen Generationenroman zu schreiben, sondern einen Roman, der alle Leute interessieren kann, die sich für die unterhaltsame Suche eines Menschen nach der eigenen Vergangenheit und seinem Platz in der Gegenwart interessieren.
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