Der Tagesspiegel, 15. März 2006
..das Vergnügen einer authentischen Zeitreise
Die Literarische Welt, 3. Juni 2006
Wer zu jenen Leuten gehört, die beim Friseur schuldbewußt die "Gala" verschlingen und überhaupt jede dumme Illustriertengeschichte, die von Prominenten handelt, wird auch diesen schmalen Band mit zitternden Händen lesen.
Kurzbeschreibung
Ehregott Andreas Christian Wasianski ist ein Glücksfall der Philosophie und zwar, so merkwürdig es klingen mag, gerade seiner philosophischen Abstinenz wegen. Denn Wasianski, der den Großphilosophen in seinen letzten Jahren, bis zu dessen Tod, begleitete, konfrontiert den Leser nicht mit einer Exegese der Kantischen Philosophie, sondern beschäftigt sich ausschließlich mit Kants Charakter und seinem häuslichen Leben. So erfährt der Leser, was die Philosophie schamvoll verschweigt: warum der Philosoph niemals transpirierte, warum er das Bier für ein Gift hielt und die Freundschaft für eine Chimäre.
Die Selbstbeschränkung darauf, was allein aus dem täglichen Umgang mit Kant erwachsen ist, macht das Dokument so einzigartig eine philosophische home story, der es gelingt, die Macht der Gewohnheit zu schildern, aber zugleich das biographische Detail, die Merkwürdigkeit eines Charaktersplitters zu bewahren. Ein anrührender, hinreißender Blick auf das Leben eines großen Philosophen, der nicht umsonst einen großen Literaten vom Schlage eines Thomas de Quincey zu seinen Letzten Tagen des Immanuel Kant inspirierte.