Es fällt schwer, diesen Film einzuordnen, denn selbst die Geschichte spielt mit mehreren Ebenen. Zuallererst ist es wohl ein "Trainmovie", denn selten hat Zugfahren eine so große Rolle gespielt. Schließlich ist Hannes, der Bierkutscher aus Dortmund, auf dem Weg zum ersten Wettbewerb für Eisenbahnexperten und Kursbuchverbindungen im nordfinnischen Inari (in mehrfacher Hinsicht am Ende der Welt) und standesgemäß fährt er als Bahnexperte mit dem Zug - außer einmal. Denn der schnellste Weg sieht eine Strecke mit dem Schiff vor und für Hannes ist der schnellste der beste Weg. Das sieht Sirpa anders. Hannes trifft die FinninSirpa unterwegs und sie betont, das der beste Weg, der schönste sei - und der geht nach Inari eben durch Nordschweden. Hier wird der Film eine stille romantische Liebesgeschichte, in deren schönsten Moment Hannes und Sirpa über ihre Träume im Leben sprechen. Aber da ist ja auch noch der lakonische Kommissar aus Dortmund, der Hannes verfolgt, weil er ihn für einen Mörder hält. Zuletzt erzählt der Film etwas über die Zeit, die nicht dann gut ist, wenn wir durch Eile versuchen viel davon zu bekommen, sondern wenn wir uns die Zeit erfüllen lassen - und dabei unser eigenes Leben finden.
Gerade wegen der letzten Ebene und der damit verbundenen langsamen, verträumten Erzählweise ist "Zugvögel" ein Film auf den man sich mit innerer (und wohl auch äußerer) Ruhe einlassen muss. Dann allerdings verspricht er noch lange nachzuwirken - vielleicht indem man ähnlich versonnen lächelt wie es Joachim Krols Hannes so wunderbar kann.