Wenn man allein die für einen Roman nicht gerade typische Dankesseite am Ende des Buches liest, kann man sich ausmalen, wie genau die Sujata Massey ihren Krimi rechierte. Ihre Protagonistin Rei Shimura hat es diesmal mit Verbrechen einer Zen-Priesterfamilie rund um Antiquitäten zu tun, was einem nicht nur den Einblick ins klösterliche Leben beschert, sondern auch immer wieder interessante Beschreibungen von typisch japanischen Verhaltensweisen, die dazu dienen, "das Gesicht zu wahren". Das Buch besteht vor allem aus Dialogen und handelt auch von der gefährdeten Liebesbeziehung der Protagonistin. Zwischenzeitlich fallen einem umständliche Formulierungen auf, die möglicherweise der Übersetzung anzulasten sind. Das Ende aber gerät zu heftig, weshalb die Autorin etwas den Überblick verliert (z. B. werden einem Opfer erst die Arme auf dem Rücken zusammengebunden, kurz darauf dann wird dem selben Opfer ein Arm auf den Rücken gedreht). Ein Werk ohne doppelten Boden, aber unterhaltsam.