Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Der Artikel ist in folgender Variante leider nicht verfügbar
Keine Abbildung vorhanden für
Farbe:
Keine Abbildung vorhanden

 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Zufällige Akte sinnloser Gewalt. [Taschenbuch]

Jack Womack
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

1998
Lola Hart hat kein einfaches Leben. Sie wohnt in den USA der nahen Zukunft, wo allein in einem Jahr fünf Präsidenten ermordet wurden. Lola muß sich anpassen, wenn sie dem Chaos aus Terror und Gewalt entgehen will.

Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen


Produktinformation

  • Taschenbuch: 381 Seiten
  • Verlag: Heyne (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453139925
  • ISBN-13: 978-3453139923
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 729.313 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Kennt man nur den Klappentext, bekommt man den Eindruck, eine Art Shadowrun vor sich zu haben, daher stutzt man zunächst nach den ersten paar Seiten: Man liest nämlich das Tagebuch der 12jährigen Lola, die im New York der nahen Zukunft lebt. Ihre Eltern besitzen eine geräumige Wohnung in einem guten Viertel, und sie und ihre kleine Schwester gehen beide auf eine der besten Privatschulen der Stadt. Alles scheint in Ordnung, doch -- quasi in Nebensätzen -- erkennt der Leser auch die andere Seite: Die Schwester benimmt sich manchmal, als habe sie zuviel "Itchy & Scratchy" gesehen, die Mutter ist immer öfter durch Beruhigungsmittel benebelt und der Vater versucht wieder und wieder erfolglos seine Drehbücher an den Mann zu bringen. Dagegen wirken für Lola die nationalen Probleme noch zu weit entfernt; immer öfter berichten die Nachrichten über Unruhen in den Großstädten und Soldaten ziehen ein, um die Bevölkerung zu "schützen".

Als Lolas Mutter entlassen wird und keinen Job mehr findet und auch ihr Vater einsieht, daß an einen Verkauf seiner Drehbücher in der jetzigen Situation nicht zu denken ist, wird klar, daß sich an ihrem Lebensstil etwas ändern muß. Die finanzielle Situation wird von Tag zu Tag schlimmer, bis schließlich nur noch ein Umzug in eine ziemlich üble -- aber billige -- Gegend hilft. Auch wenn die Eltern sich selbst und ihren Kindern immer wieder einreden, daß sie nur eine Zeit lang in der neuen Wohnung bleiben wollen, weiß Lola tief in ihrem Inneren, daß sie nie mehr zurückkehren werden. Schon bei ihrem Einzug beginnt sie das neue Viertel zu hassen. Nur bei ihren beiden "besten Freundinnen", Lori und Katharine, findet sie noch Halt. Doch auch hier zeichnet sich eine tragische Wende ab, denn Lori wird in ein Umerziehungslager geschickt und Katherine wird offensichtlich von ihrem Vater vergewaltigt, kapselt sich immer mehr ab. Zu allem Überfluß sagen sich auch noch alle anderen Freundinnen von Lola los, zum einen aufgrund ihrer "Slum"-Wohnung und zum anderen wegen dem Gerücht, sie sei "andersrum". So ist sie nun also alleine und einsam, bekommt auch immer mehr die rauhen Sitten der Stadt zu spüren -- bis sie Iz und ihre Freundinnen kennenlernt: Mädchen aus der Unterschicht (zu der mittlerweile auch Lolas Familie gehört), die die Gesetze der Straßen kennen und wissen, wie man überlebt. Erst fällt Lola durch ihren Jargon und ihr Benehmen noch auf, aber im Laufe des Buches paßt sie sich immer mehr den anderen an, bis sie schließlich selbst eine von ihnen wird. Doch als Lolas familiäre Situation einen Grad erreicht, der sogar ihre Eltern zusammenbrechen läßt, und auch die Freundschaft zu Iz (der sie tiefe Liebe entgegenbringt, die jedoch -- in dem Ausmaß -- unerwidert bleibt) vor unlösbaren Problemen steht, führen ihre Konflikte und Gefühle zu einer Gewaltbereitschaft, die sogar die der Hartgesottensten übersteigt -- und man ahnt, daß Lola verloren ist, daß die Geschichte unweigerlich ihrem tragischen Ende entgegenstrebt.

Urteil: Es ist schon erschreckend, wie schnell ein intelligentes Mädchen (gerade in dem Alter, in dem die sexuelle Selbstfindung einen hohen Stellenwert besitzt, wie man an dem Verlauf der Geschichte sieht) aus seinem gesicherten Umfeld gerissen werden kann und die soziale Leiter bis ins Bodenlose absteigt. Vor allem hätte es vermieden werden können, wenn ihre Freundinnen wirkliche "Freundinnen" gewesen wären oder wenn ihre Mutter nicht die Flucht nach hinten angetreten hätte. Aber so kam es, und auch wenn einige der Probleme nicht eingetreten wären, hätte es irgendwann doch den gleichen Lauf genommen. Wie Womack im Interview sagt, stellt die Sprache einen der Hauptaspekte in seinen Büchern dar. Das sieht man an diesem Werk sehr deutlich, denn die Tagebucheinträge, anfangs in normalem Deutsch gehalten, bekommen nach und nach -- als sie in einem anderen Milieu verkehrt -- mehr Einflüsse des Slangs der Stadtsprache, bis dann am Ende nur noch ein Brei ohne viel Interpunktion und Grammtik übrigbleibt. Man kann Lola praktisch als Metapher auffassen, für das was mit New York passiert ist -- nur im Zeitraffer, denn das ganze Buch erstreckt sich nur über knapp ein halbes Jahr. Wie Womack außerdem berichtet, ist der Übersetzer Karl Bruckmaier ein Freund von ihm, und er sei guter Hoffnung, daß auch die deutsche Ausgabe die von ihm erzielte Funktion der Sprache besitzt (was meiner Meinung nach gelungen ist).

Das vorliegende Buch gehört lose zu Womacks Dryco-Zyklus, in dem er die Anfänge der von ihm erschaffenen Welt schildert. Als Fazit läßt sich sagen, daß Zufällige Akte sinnloser Gewalt ein stilistisch und technisch wirklich gutes Buch ist, dem allein aufgrund des mich persönlich weniger ansprechenden Plots eine höhere Wertung verwehrt geblieben ist. --Oliver Faulhaber -- carpe.com


Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
5.0 von 5 Sternen
5.0 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen SF ganz ohne Science! Und ohne Fiction? 13. März 1999
Von Ein Kunde
Dieses Buch ist das Tagebuch eines zwölfjährigen New Yorker Mädchens. Es handelt in einer (sehr) nahen nicht näher genannten Zukunft. Das Geschehen beschäftigt sich mit den alltäglichen Problemen des Mädchens mit der Familie, den Freunden und der Umwelt. Die Umwelt besteht hier aus einem in sich zusammenfallenden Amerika. Im ganzen Land herrschen Terror und Aufstände. Die Nationalgarde hält Los Angeles und Washington besetzt, L.A. liegt fast vollständig in Trümmern. Die Polizei und die Nationalgardisten sind machtlos den immer mehr um sich greifenden Wahnsinn Einhalt zu gebieten und bekämpfen die "Aufständischen" mit immer schwereren Kriegsgerät. Der "Höhepunkt" ist die Ermordeung von 5 Präsidenten in einem Jahr.

Der Autor zeichnet hier ein Szenario an die Wand, die mir kalte Schauer über den Rücken gejagt hat. Ich habe noch Tage danach damit zu kämpfen gehabt das Geschehen richtig einzuordnen, immer wieder musste ich darüber nachdenken. Dabei macht der Autor dem Leser nicht den Gefallen und liefert ein Motiv für den Zerfall unserer Zivilisation, sondern es ist einfach so. Während es an der Oberfläche ganz normal aussieht und jeder einfach nur sein Leben zu leben scheint, wird die ganze Situation innerhalb von wenigen Monaten immer zerfahrerener. Auch die Heldin muss das spüren. Ursprünglich aus der gehobenen Mittelschicht stammend, muss sie um ihr Überleben kämpfen und dabei alles über Bord werfen, das bisher SIE SELBST ausgezeichnet hat.

Dieses Buch ist Teil einer 5(?)-teiligen Romanserie dieses Autors wobei allerdings nur "Elvissey" in Deutsch verfügbar ist.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk und beunruhigend aktuell 4. Februar 2000
Von Ein Kunde
Ein hervorragendes Zeugnis von wirklich guter Sci-Fi. Besonders gelungen ist die Darstellung der Wandlung Lolas von einem gutbürgerlichen, lebensfremden Teenie in ein ums Überleben kämpfendes Streetkid. Erstaunlich - oder auch nicht - ist die erschreckende Aktualität. Was wie ferne Zukunft klingen will, ist z.T. schon Alltag. Am Faszinierensten ist jedoch, dass Womack nach 'Ambient' noch einmal, und diesmal ganz sensibel, den Leser aufs Neue zu erschüttern vermag. Ein absolutes Muß in Regal eines jeden Fans guter Gegenwartsliteratur...
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beängstigend gut! 23. März 1999
Von Ein Kunde
Das Buch ist einfach genial. Diese Fiktion beschreibt sehr gut den fortschreitenden Verfall der Sozialstrukturen in allen Bereichen UNSERER Gesellschaft. Das Tagebuch eines wohlbehüteten 12-jährigen Mädchens aus der Mittelklasse hört sich als Thema eines SF-Romans recht unspektakulär an, entwickelt sich aber in einem weit angelegten, sehr kontinuierlichen Spannungsbogen zu einer hübschen Explosion des Hasses und der Gewalt. Ein besonderes Augenmerk sollten interessierte Leser auch auf die Entwicklung der "gesprochenen" Sprache im Buch legen. Jack Womack hat hier nach Jahren der Flaute in der SF-Literatur bei mir einen echten Treffer gelandet.

Ich werde baldmöglichst alle 6 Romane dieses Zyklus in Englisch lesen.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Ihr Kommentar