Ein wunderbares Buch. Leicht zu lesen und auf jeder zweiten Seite hat man etwas zu lachen.
Lily Brett schreibt in neun Essays über das Altern, ihre Tochter, Sex, New York, ihren Körper, Essen, Tod, Liebe und das Schreiben.
Manches in den Essays wiederholt sich, so zum Beispiel ihre Besessenheit in jungen Jahren mit ihrem Gewicht, ihre zahlreichen Versuche abzunehmen. Auch ihre Analyse wird häufig erwähnt.
Das liegt wahrscheinlich daran, daß die Essays ursprünglich nicht für dieses Buch konzipiert wurden, sondern unabhängig voneinander in Zeitungen oder Zeitschriften veröffentlicht wurden.
Aber über solche Wiederholungen kann man hinweg sehen. Sie dienen dazu, die Autorin besser kennen zu lernen als die, die sie ist.
Sie ist die Tochter zweier Holocaust-Überlebender. Geboren in einem Auffanglager in Deutschland, ausgewandert nach Australien, und schließlich, als Erwachsene, umgezogen nach New York.
Schmerz, Angst, und eine Verwandtschaft, die nur aus Toten bestand, gehörten zu ihrer Kindheit.
Für meine Begriffe hatte die Autorin eine genauso schlimme Kindheit wie ihre Eltern gehabt, die die Konzentrationslager überlebt haben. Denn was immer der Autorin als Kind auch widerfuhr, es war eine Bagatelle im Vergleich zu dem, was ihren Eltern geschehen war. So aufzuwachsen ist ein hartes Brot.
Trotz dieser schweren Vergangenheit und den vielen Problemen und Neurosen, die die Autorin durch ihre Geschichte, und die ihrer Eltern, entwickelt hat, ist das Buch leichtfüßig und humorvoll geschrieben.
Wer Sätze liebt wie diesen: An dem Tag, als mein Mann mich anrief, um mir zu sagen, daß er mich heiraten wolle, schwammen in meiner Badewanne sechzehn tiefgekühlte Fasane ... der sollte diese Buch unbedingt lesen.