Für die einfühlsame Beschreibung anderer Kulturen bring Ilija Trojanow die besten Voraussetzungen mit: in Bulgarien geboren, in mehreren Ländern (Italien, Deutschland, Kenia) aufgewachsen und auch heute ein Schriftsteller, der mit den Wohnorten Kapstadt und Bombay neue Perspektiven vermittelt.
In seinem Buch "Zu den heiligen Quellen des Islam" setzt er diese Tradition fort: freilich bleibt er ein Fremder, einer mit europäischen Ansichten über Mekka und den Islam, doch öffnet er sich ganz seinen moslemischen, meist indischen Freunden, die ihn den Quellen des Islam und v.a. seiner derzeitigen Glaubenspraxis näher bringen.
Damit leistet er etwas, was praktisch keinem Journalisten mit Reportagen für ein klar definiertes (westliches) Publikum und kaum einem Ethnologen gelingen kann und was auch Beschreibungen orientalischer/islamischer Autoren nicht schaffen: mehrere Perspektiven zu vereinen und mit viel Verständnis und Einfühlungsvermögen, dabei gleichzeitig fesselnd, den Lesern zum Mitdenken anzubieten.