(Vorsicht: Diese Rezension kann Spoiler enthalten)
Stackpoles Auftakt zur Reihe Düsterer Ruhm hat in meiner Rezeption etwas von einem fehlgeschlagenen Experiment. Das Buch dreht sich um einen jungen, unfassbar guten Mann, der mit erfahreneren Mitstreitern aufbricht, um gegen eine abgrundtief böse Hexe zu kämpfen. Das klingt nach klassischer Fantasy, und eben diese Art von klassischer Gut-Böse-Metzelfantasy wird auch zunächst geboten - in einem angenehm zu lesenden Schreibstil. Stackpole nimmt wirklich jedes Klischee der simpel gestrickten Heldensage her, während die strahlend guten Helden ein dämliches, böses Monster nach dem anderen niederstrecken. Um ehrlich zu sein, dachte ich während dieses Romans eine lange Zeit, dass dies das perfekte Buch für einen Bekannten wäre, der solchen Gut-Böse-Geschichten liebt.
(Spoilerwarnung) Das "perfide" ist jedoch, dass Stackpole das alles meines Erachtens mit voller Absicht macht, um sein überraschendes Ende besser zur Geltung zu bringen. Das Problem ist nur, dass er meines Erachtens übertreibt. Denn gerade diese Übertreibung macht das Ende völlig unglaubwürdig. Um das klarzustellen: Bei mir muss ein Ende nicht "gut" sein, wirklich nicht. Aber Stackpole scheitert meines Erachtens daran, dass er durch seine Übertreibung am Beginn des Buches, was klassischen Heldenfantasy angeht, sein eigenes Ende ad absurdum führt, unglaubwürdig macht. Für mich jedenfalls reicht es aus, die weiteren Teile nicht mehr zu lesen.