Zum Inhalt wurde hier bereits genug gesagt, ich stimme persönlich zu, daß die Einblicke in das Leben der Familie bzw. der Familienteile in Deutschland und Vietnam lebhaft und interessant geschildert sind. Ich habe den Eindruck erhalten, Vieles davon träfe allgemein auf Vietnamesische Einwandererfamilien dieser Generation zu, habe aber noch kein anderes Buch zu dem Thema gelesen, kann also nicht beurteilen, wie sehr das stimmt.
Mit dieser Stimmung von Allgemeinheit hat es sich dann leider auch schon. Was völlig fehlt, sind Spannungsbögen, also Lebensprobleme und echte kreative Lösungen. Stattdessen plätschert die Erzählung vor sich hin und ärgert den Leser mit Platitüden wie z.B. daß Frau Phan-Thi sich "spirituell gefühlt" habe, als sie zum ersten Mal einen buddhistischen Schrein in Vietnam besuchte, oder daß sie in Berlin so nett "chillen" kann - das sind bloße Befindlichkeitsdarstellungen, keine Berichte von Erlebnissen, Taten und Prozessen, die die Persönlichkeit und Spiritualität wirklich verändern und eine Biographie interessant machen.