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Zu Gast bei Gustav Klimt
 
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Zu Gast bei Gustav Klimt [Illustriert] [Gebundene Ausgabe]

Joachim Nagel , Isolde Ohlbaum
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 230 Seiten
  • Verlag: Collection Rolf Heyne; Auflage: 1 (1. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3899101774
  • ISBN-13: 978-3899101775
  • Größe und/oder Gewicht: 27,6 x 21,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 316.158 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.at-Redaktion

Wien huldigte um 1900 der Jugend: Nicht nur als Kunststil, sondern ebenso als Ausdruck von Lebenslust und geistigem Aufbruch. Geprägt hat diese Kunstperiode unter anderem der Maler Gustav Klimt, der aus bescheidenen Verhältnissen kommend zum gefeierten Künstler aufstieg. Ausstellungen seiner Bilder werden heute noch gestürmt. Vom privaten Klimt wissen wir weniger, etwa dass er als Lebemann galt und gerne auf Sommerfrische am Attersee weilte.

Das ändert sich nun mit dem Band Zu Gast bei Gustav Klimt von Joachim Nagel und Isolde Ohlbaum, von den beiden höchst zutreffend als Genussbiografie bezeichnet. Denn der Leser begleitet Klimt zur Meierei Tivoli nahe dem Schönbrunner Schlosspark, wo er stets sein Frühstück, bestehend aus Kaffee, Gugelhupf und reichlich Schlagobers eingenommen und nebenbei seine Korrespondenz erledigt haben soll. Auch beim Abendessen habe Klimt den unbefangenen Genießer erkennen lassen: "Er nahm mit sichtlichem Behagen seine üppige Mahlzeit, stets zwei bis drei Portionen von jedem Gericht, und war er bei Freunden eingeladen, so wurden für Klimt immer zwei Platten mehr bereitgestellt." Als Gastgeber in den eigenen vier Wänden hielt sich der Künstler sehr zurück, er bevorzugte das Essen mit Prominenten des kulturellen Lebens in den Kaffeehäusern und Restaurants. Welche Speisen er damals bestellte und voller Freude zu sich nahm (Klimt war untersetzt, eher dick), lässt sich nun leicht nachlesen und ebenso leicht nachkochen. Etwa der Girardi-Rostbraten, benannt nach dem Wiener Volksschauspieler Alexander Girardi, einem Generationsgefährten Gustav Klimts. Oder Kalbsbries à la Tegetthoff gefällig? Auch dieses Gericht nach Admiral Tegetthoff benannt lässt sich ebenso mühelos zubereiten wie die Dobostorte, Suppe mit Secessionsnockerln, die Fischspeise Huchenschnitzel und weitere Dutzende Wiener Gerichte, die längst Weltberühmtheit erlangt haben. Somit ist mit dem Buch ein besonders reizvoller Brückenschlag zwischen Künstlerbiografie und kulinarischen Einblicken anzukündigen. Dem Kunsthistoriker Joachim Nagel, von dem bereits Zu Gast bei Goethe erschienen ist, und der Fotografin Isolde Ohlbaum gelang mit der Genussbiografie über Gustav Klimt ein weiterer Prachtband. --Elfriede Quell

Kurzbeschreibung

Die Gemälde Gustav Klimts zählen neben denjenigen Monets, van Goghs oder Picassos zu den meistreproduzierten Kunstwerken unserer Tage. Sein Privatleben wurde geprägt von einer genüsslichen Künstlergeselligkeit – man begegnet ihm in den Salons seiner mondänen Auftraggeberinnen und Freundinnen, in der entspannten Sommerfrische am Attersee und den berühmten Kaffeehäusern und Restaurants. So erschließt sich ein faszinierendes Bild der Kultur und Kulinarik im Wien der Jahrhundertwende.

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Von Redaktion Literaturtipp.com TOP 50 REZENSENT
Gustav Klimt (1862-1918) - Künstler, Genie und doch immer "enfant terrible" der Wiener Kunstszene - ist der Inbegriff des Wiener Jugendstils. Wenig ist allerdings über die Person selbst bekannt, so existiert zum Beispiel kein einziges ernsthaftes Selbstbildnis des Malers. "Ich bin nicht extra interessant", sagte er über sich selbst. Ob dies nun stimmt oder nicht, darüber können sich die Leser des Buches "Zu Gast bei Gustav Klimt" selbst ein Bild machen. Autor Joachim Nagel und Fotografin Isolde Ohlbaum schufen dieses Gesamtkunstwerk, das eine spannende Mischung aus Biografie, Portrait des Wiens zurzeit der Jahrhundertwende, Kunstband und Kochbuch in einem ist.

Joachim Nagel unterteilte sein Buch in thematisch beschränkte Kapitel, die in sich wiederum chronologisch geordnet sind und jeweils einen anderen Aspekt aus dem Leben des Künstlers aufgreifen. Unter anderem "Zu Hause in der Wiener Luft", "Salondamen" oder "Sommerfrische" heißen die Abschnitte. In die biographischen Betrachtungen mischt Joachim Nagel immer wieder unerwartete Aspekte: Viel schreibt er über Lebensgefühl und -stil der gehobenen Gesellschaft im Wien um die Jahrhundertwende. Auch Auszüge aus der Korrespondenz von Gustav Klimt, vorwiegend mit Emilie Flöge, sind immer wieder eingestreut und bieten einen unverfälschten Blick auf das Naturell des Genies.

Emilie Flöge, lebenslange Gefährtin und Muse, ist ein eigenes Kapitel mit dem Titel "Gustav und Emilie" gewidmet, in dem ausführlich über ihr Leben und ihr Verhältnis zu Gustav Klimt berichtet wird. Joachim Nagels Stil ist leicht verständlich und flüssig zu lesen. Er führt den Leser durch die Geschichten, als würde er einen guten Freund an die Hand nehmen und ihm Klimts Welt zeigen. Sehr lebensnah und bewegend erzählt er aus dem Leben eines großen Mannes und weiß damit zu faszinieren.

Augenzeugenberichte sowie niedergeschriebene Meinungen und Äußerungen über den Künstler sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des biographischen Teils von "Zu Gast bei Gustav Klimt". Diese zeigen oft widersprüchliche Meinungen zu seiner Person und seinen Werken. Der Leser erhält das Bild eines lebensfrohen und genießerischen Menschen, der offensichtlich Zeit seines Lebens polarisierte. Allerdings war er immer bereit, sich seinen Kritikern zu stellen und auch mit jungen Künstlern ernsthaft zu diskutieren.

40 Kochrezepte bieten einen abwechslungsreichen Einblick in die Wiener Küche von damals, dennoch sind viele der Speisen auch heute noch sehr beliebt. Traditionelles und Ausgefallenes zeigen die Vielfalt einer kulinarischen Welt, die auch Gustav Klimt zu schätzen wusste. In vielen Abschnitten des Buches wird über ihn als Genussmensch berichtet, der sowohl für exquisite als auch für gutbürgerliche Küche zu begeistern war. Ausgesprochen vielfältig präsentieren sich die Rezepte, vom klassischen Wiener Schnitzel bis zum gebratenen Fogosch (Zander). Allerdings sind Anfänger von den recht anspruchsvollen Erläuterungen wohl überfordert, so dass nur wirkliche (Hobby-)Köche ihre Freude mit diesen Kreationen haben werden.

Zahlreiche Abbildungen von Gustav Klimts Werken ergänzen die vorliegenden Texte und erläutern sein Schaffen und auch sein Leben. In den Bildunterschriften wird kurz über Bedeutung und Entstehung des Werkes informiert, manche Gemälde werden im Text ausführlich interpretiert. Zudem hat Fotografin Isolde Ohlbaum stimmungsvolle Fotografien von Landschaft, Häusern und von den in den Rezepten vorgestellten Speisen erstellt. Eine weitere wunderbare Ergänzung des Textes, die viel zu dessen Verständnis beiträgt. Zusätzlich sind zahlreiche historische Fotos zu sehen und vermitteln einen Eindruck der Wiener Eleganz und des Flairs dieser Zeit.

Im Anhang befinden sich ein Verzeichnis der Rezepte, ein "Kleines Glossar zur Wiener Küche", ein Personenregister sowie eine Übersicht auf die biographischen Daten Gustav Klimts.

"Zu Gast bei Gustav Klimt" ist ein wunderschöner Bildband, der aufgrund seiner Vielfalt für nahezu jeden Leser etwas bietet: Kunstkenner, Klimt-Fans, Genießer kulinarischer Köstlichkeiten und Geschichtsinteressierte werden in diesem Werk etwas für sich finden; selbst derjenige, der "nur" guten Lesestoff sucht, wird mit diesem überaus gelungenen Gesamtkunstwerk bestens bedient!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Der Kunsthistoriker Joachim Nagel befasst sich seit vielen Jahren mit der Lebenswelt großer Künstlerpersönlichkeiten.
Wie man dem Klappentext entnehmen kann, ist er Gourmet aus Passion. Er und die renommierte Fotografin Isolde Ohlbaum sind für den Inhalt und die visuelle Gestaltung dieses wunderbaren Buches verantwortlich.

Gustav Klimt (1862-1918) war österreichischer Maler in Wien, der als Hauptvertreter des Wiener Jugendstils und Vorläufer des Phantastischen Realismus gilt.

1883 eröffnete Klimt gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Ernst und dem Maler Franz Matsch ein Atelier für Wanddekorationen.
Nach dem Tod des Bruders 1894 trennte sich Klimt immer mehr von der akademischen Tradition und wurde zum Wortführer der jungen Generation. 1897 gründete er die neue "Vereinigung Bildender Künstler Österreichs" , bekannt unter dem Namen "Wiener Secession", deren Präsident er wurde. 1900 vollendete er die Darstellung der "Philosophie" für den Festsaal der Neuen Wiener Universität, 1901 die "Medizin" und 1903 die "Jurisprudenz"(diese wurde später von den Nationalsozialisten zerstört).

Vom Establishment kritisiert, wurde der Maler allerdings von jungen Intellektuellen enthusiastisch gefeiert.
1905 verließ Klimt die Secession und unternahm zahlreiche Reisen durch Europa. Trotz der Ablehnung der maßgeblichen Öffentlichkeit wurde er der begehrteste Porträtist des mondänen Wien. Er war der Maler der Frauen , der "süßen Mädln" im Atelier und den vornehmen Damen im Salon.

1917 wurde Klimt die Professur der Wiener Akademie verweigert. Man ernannte ihn aber dort und auch an der Münchner Akademie zum Ehrenmitglied.

Nagel berichtet in diesem Buch von der Lebensart und den privaten Gepflogenheiten des Künstlers , die für die Entstehung seiner Bilder nicht ohne Bedeutung waren. Im Buch geht es darum, so Nagel "dem großen Künstler hier auf die Spur zu kommen und als magisches Zentrum seine individuelle Lebenskunst offen zu legen, die zugleich Frucht eines unverwechselbaren Nährbodens ist."

"Zu Gast bei Gustav Klimt" ist eine Genussbiographie, denn Klimt war ein Lebemann, der die Frauen liebte und das Zusammensein mit gleich gesinnten Künstlern in Wiener Kaffeehäusern und Beisln schätze. Was er dort vermutlich speiste, erfährt man anhand von 40 Rezepten aus der traditionellen Wiener Küche, aber man liest auch , womit er seine Modelle in seinem Atelier kulinarisch bei Laune gehalten hat.

Mit Auguste Rodin plaudert er bei diversen Bouteillen Champagner im Sacher-Garten, der damals als das nobelste Lokal des Praters galt.

Das Buch enthält viele Abbildungen seiner Kunstwerke , Fotos von ihm und von den Speisen der Wiener Küche.
Die Kunstwerke sind jeweils knapp kommentiert, so liest man etwa: "Goldfische (Öl auf Leinwand 1901/02, Kunstmuseum Solothurn, Dübi-Müller-Stiftung). Das erotische Motiv der Nixe findet sich häufig im Werk Gustav Klimts, zuweilen mit lesbischen Anklängen (vgl. Wasserschlangen I, S. 116) , doch nirgends mit so unverhohlen lockendem Gestus wie auf diesem Gemälde - eine provokante Replik auf den von konservativen Kreisen erhobenen Vorwurf, seine Kunst sei pornographisch."

Die Beziehung zu der erfolgreichen Moderschöpferin (sie designte u.a. Reformkleider) und Unternehmerin Emilie Flöge ist ein Thema des Buches. Klimt und Flöge unterhielten eine halböffentliche Liaison, die genügend Freiraum ließ ihre beruflichen Karrieren in angemessener Form zu verfolgen. Nagel konstatiert sie waren: "eng verbunden und doch unabhängig voneinander."
Der Autor lässt den Leser bei der Beschreibung des Gemäldes "Der Kuss" wissen:

"In Klimts wohl berühmtesten Werk vermählen sich die Liebenden in der Aura des Goldes und der Poesie von Farbe und Flora zu einem Idealbild des siegreich über die Welt erhobenen Eros. Der Gedanke , Klimt habe hier auch seiner Beziehung zu Emilie ein Denkmal setzen wollen, liegt durchaus nahe - allerdings kommt sie angesichts des fragilen rothaarigen Wesens auf dem Gemälde , nicht als weibliches Modell in Frage(wie in Forschungskreisen eine Zeit lang vermutet.)"

Man weiß, dass in Klimts Atelier täglich mehrere Modelle bereitstanden. Er nutzte sie nicht zu Weiterführung von Bildern, sondern zeichnete Aktstudien stets in Beziehung zu den Bildern. Seine Zeitgenossen empfanden die Amouren des Künstlers mit seinen Modellen als offenes Geheimnis. "Im Atelier war er von geheimnisvoll- nackten Frauenwesen umgeben, die, während er stumm vor seiner Staffel stand, auf und nieder wandelten, sich räkelten, faulenzten und in den Tag hineinblühten- stets auf einen Wink des Meisters bereit, gehorsam still zu halten, sobald dieser eine Geste oder Stellung erspähte, die in rascher Zeichnung festzuhalten seinen Schönheitssinn reizte."

Nagel konstatiert: Die Perspektive des unbefangenen Genießers von Lust und Schönheit verraten die erotischen Zeichnungen Klimts - so verströmen selbst gewagtere Darstellungen als beispielsweise der "Liegende Mädchenakt nach links " den ungebrochen Zauber der weiblichen Anmut.

Klimt erlebte, ähnlich wie Rodin stets Eros und Kreativität in inniger Verflechtung.

Ein wunderschönes, gelungenes Buch!

Sehr empfehlenswert für Menschen, die den Sinnesfreuden nicht abhold gegenüberstehen !
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