Die Zotac ZBOX AD02 habe ich für gelegentliche Internet-Sitzungen plus E-Mail sowie zum Abspielen von Medien übers Heimnetzwerk angeschafft. Sie hat sich für mich als perfekte Wahl erwiesen.
Das Gerät kommt in einem stabilen, kompakten Karton. Neben der ZBOX selbst und dem erfreulich kleinen externen Netzteil liegen noch ein Standfuß, eine VESA-Halterung und eine Treiber-CD darin. Gerät und Zubehör sind sehr ordentlich verpackt.
Das Design der ZBOX finde ich gelungen, auch wenn es für mich nicht unbedingt Klavierlack-Optik hätte sein müssen. Die Verarbeitung ist ok. Das Gerät wirkt bei genauer Betrachtung aus der Nähe von außen nicht sehr hochwertig, vor allem wegen der billig aussehenden silbergrauen Seitenflächen des Gehäuses. So genau werde ich aber wohl auch nie wieder hinsehen... :-)
Der optional verwendbare Standfuß aus dünnem, hochglänzenden, schwarzen Plastik ist recht wackelig, so dass er bei mir rasch wieder in der Verpackung verschwand. Mit ihren dicken Gummifüßen liegt die ZBOX aber horizontal hervorragend auf, so dass auch auf meiner dröhnanfälligen Tischplatte keine Vibrationen entstanden. Ansonsten ist die stabile VESA-Halterung einen zweiten Blick wert. Sie erschien mir beim Kauf zwar völlig unbedeutend, erwies sich aber als äußerst praktisch: Meine ZBOX hängt nun auf der Rückseite eines 32-Zoll-Fernsehers. (Aufgrund unterschiedlicher horizontaler Lochabstände konnte ich zwar nur zwei der vier Schrauben befestigen - das genügt angesichts des geringen Gewichts der Box und der Stabilität der Halterung aber allemal.)
Die zugekaufte 320 GB-Festplatte (Samsung HM321HI) sowie 4 GB RAM (Kingston KVR1066D3S7/4G) hatte ich innerhalb weniger Minuten eingesetzt, und auch die Installation von Windows 7 64 Bit war mit Hilfe eines USB-DVD-Laufwerks und der mitgelieferten Treiber-CD völlig unproblematisch. (Für mein Exemplar war übrigens der WLAN-Treiber von Ralink der richtige).
Der Lüfter gibt bei geringer Last nur ein leises Säuseln von sich und dreht bei normaler Nutzung auch nur selten hoch. Dabei wird er nach meinem Empfinden nie aufdringlich. Da die von mir eingesetzte Festplatte keine nennenswerten Laufgeräusche (außer einem leisen Klappern bei Zugriffen) verursacht, ist das Ganze eine wohnzimmertaugliche Angelegenheit.
Die Ausstattung der ZBOX AD02 ist für einen Mini-PC fast perfekt. Neben einem eSATA- und sechs (!) USB-Anschlüssen (davon 2x USB 3.0) gibt es analoge Audio-Ein- und Ausgänge sowie einen optischen Digitalausgang (SPDIF), Kartenleser, Gigabit-LAN, WLAN und sogar zwei Videoausgänge (HDMI inkl. Ton, DVI-I). Da fehlt, wenn man es denn braucht, höchstens noch Bluetooth, das sich aber natürlich für wenige Euros an einem der vielen USB-Anschlüsse nachrüsten ließe.
Die Positionen der Anschlüsse sind sehr durchdacht. Bei vertikaler Aufstellung gibt es z.B. auf allen drei zugänglichen Schmalseiten USB-Anschlüsse, wobei der dann nach oben weisende sogar mit einem Gummideckel gegen Staub geschützt ist.
Prima ist übrigens auch, dass man im BIOS sehr weitgehende Konfigurationsmöglichkeiten findet, von der Lüfterkennlinie über Einstellungen diverser Onboard-Hardware bis zum Abschalten des farbigen Leuchtrings auf der Oberseite.
Die Leistung der CPU genügt für eine flüssige Bedienung unter Windows 7. Bei ausgesprochen rechenintensiven Anwendungen wird es natürlich zäh, das Kistchen ist aber auch eher auf Energiesparen als auf Leistung ausgelegt. Office und Internet funktionieren wunderbar, und dank der Hardwarebeschleunigung (DXVA) der doch sehr modernen Fusion-Plattform laufen praktisch alle gängigen Videoformate bis hin zu Full HD makellos und flüssig. Die 3D-Leistung der integrierten Grafikeinheit genügt nur für ältere Spiele, solange man nicht auf viele Grafikeffekte verzichten oder mit Diashow-Framerates leben möchte. Aber Spiele sind auch definitiv nicht das anvisierte Einsatzgebiet dieser Plattform.
Das erste Backup meiner frischen Installation konnte ich dafür über eSATA mit ca. 75 MB/s auf eine externe Festplatte speichern. Da kommt Freude auf.
Nachdem ich bereits diverse netzwerktaugliche Media-Player im Einsatz hatte (zuletzt u.a. ein WD TV live) die allesamt mit Einschränkungen zu kämpfen hatten und/oder fummelig zu bedienen waren, empfinde ich den Einsatz eines "ausgewachsenen" Windows-PC als wahre Erholung.
Fazit
Mit seiner hervorragenden Ausstattung ist das kleine Kerlchen tatsächlich für die meisten Einsatzzwecke eines normalen PC gerüstet, solange keine hohe 3D-Grafik- oder CPU-Leistung erforderlich ist. Nennenswerte Nachteile oder Hardware-Probleme konnte ich bisher nicht entdecken. Für das überragende Preis-Leistungs-Verhältnis und das genaue Treffen meiner Vorstellungen eines multimediatauglichen Zweit-PCs gebe ich eine klare Kaufempfehlung und gerne fünf Sterne *****.