Also stellen wir uns vor: Die Zukunft, wie sie in der Vergangenheit geklungen haben könnte. Zoot Woman hörten sich auf ihrem ersten Album "Living in a Magazine" an wie eine Band, die von Lifestyle-Heftmachern erfunden wurde, die eine vergangene Epoche neu beleben wollten, und jetzt klingen sie wie eine Erfindung, die sich von ihrem tyrannischen Erfinder gelöst hat. Also wie eine Band, die sich immer noch gern in der Ästhetik der 80er Jahre ausdrückt, deren Augenmerk aber weggeht von der Mode, hin zum Design. Weniger Style, mehr Ausdruck. Das macht dieses zweite Album weniger mitreißend als das erste, womöglich aber beständiger. Zumindest könnte es in 10 Jahren in Wiederentdecker-Kolumnen gelobt werden. Und wonach klingen Zoot Woman heute? Nach Human League auf "Dare" und New Order auf den B-Seiten ihrer Maxis. Ausgezeichnet also.