Als ich dieses Jahr den Buchmessecon besuchte, sah ich, dass Thomas Backus ein eigenes Buch geschrieben hat. Ich hatte 'In Blut geschrieben' von den 'Apokalyptischen Schreibern' (hier scheibt Thomas als 'Hunger' Geschichten vom 'Essen und Gegessen werden') gelesen. Dieses Buch fand ich auf eine verstörende Weise sehr gut. Es war teilweise ein wenig heftig, aber für Horror ist das schon okay.
Ich war also voller Erwartung, als ich die Lesung der 'Apokalyptischen Schreiber' besuchte, die dann ganz im Zeichen der Zombies stand. Zuerst las die 'Pestilenz' Volker Ilse seine Gastgeschichte aus dem Zombiebuch, die recht kurz und sehr unblutig war, dann kam Thomas. Seine Geschichte hieß 'Ein Toter mit Herz', und Thomas trug sie so enthusiastisch vor, dass er sich dabei heiser 'hungte' (Seine Zombies geben im Buch vorwiegend den Laut 'Hungh' von sich). Die Geschichte ist sehr lustig, zumindest, wenn man schwarzen Humor mag. Einem toten Motorradfahrer gefällt es gar nicht, dass ihm sein Herz für eine Organtransplantation entnommen wird, und darüber beschwert er sich bei dem operierenden Arzt und der etwas beschränkten Assistenzschwester ... zum Schluss holt er sich wieder, was ihm gewaltsam entnommen wurde. Eine klassische Rache-Geschichte, aber köstlich erzählt.
Anschließend las Ralph Haselberger. Diesmal las er nicht aus seinem Zombieroman 'Fast tot' (den ich für ausgesprochen gut halte), sondern eine Geschichte, mit der der 'Tod' mal den 'Marburg Award' gewann. Auch hier ging es um Zombies, und auch diese Geschichte hat mir gefallen (muss dringend mal fragen, ob die schon veröffentlicht wurde).
Da der 'Krieg' Stefan Fels als verschollen gilt (seltsam), durfte Volker Ilse noch mal ran. Er las eine Geschichte, die er die Nacht zuvor geschrieben hatte. An einigen Stellen muss er noch mal feilen, aber an sich war sie schon gut. Der Zombiehund hat mir gut gefallen (fast so gut, wie der Zombiegoldfisch in Thomas' Buch).
Mittlerweile habe ich das Buch gelesen (innerhalb von 2 Tagen habe ich es verschlungen!), und es gibt darin einige lustige Geschichte, obwohl einem bei anderem (z.B. Überleben) das Lachen im Hals stecken bleibt.
Die Geschichten sind teilweise sehr krank. Aber auf eine verdrehte Art, auf eine gute Art. Wie ein bösartiger Tumor, der zwar das Gehirn zerfrisst, gleichzeitig aber Endorphine ausschüttet.
Der Humor ist böse. Die Ironie bitter. Die unverkennbare Sozialkritik erschreckend.
Thomas Backus redet nicht um den heißen Brei herum, er greift voll hinein, auch wenn man befürchten muss, dass er sich dabei die Finger verbrennt ... vielleicht gibt es deshalb 2 Versionen des Buches. (Natürlich habe ich mir die Unrated-Fassung gekauft ' das hat jeder auf dem Buchmessecon getan. Wirklich jeder.) Sollte die harte Fassung einmal indiziert werden (was wirklich passieren kann!), bleibt zumindest die normale Fassung auf dem Markt. Gottseidank habe ich dann noch die andere.