Das hat alles nicht mehr viel mit den Leningrad Cowboys zu tun, die Anfang der Neunziger mit dem Chor der Roten Armee übers Land zogen und mit ihren schrägen Outfits und balalaika- und wodkaseligen Aufgüssen diverser Rock- und Popklassiker für Furore sorgten. Mit "Go Space" gingen sie 1996 mit eigenen Kompositionen neue Wege, bis sie allerdings 2000 nach dem eher schwachen "Terzo Mondo" (auch wenn diese CD bei amazon überwiegend gut bis sehr gut beurteilt wird) und zunehmender Einfallslosigkeit die kreative Notbremse zogen.
Sechs Jahre später kamen sie fast unbemerkt zurück - wahrscheinlich so unbemerkt, dass sie ihr Paradies der Untoten 2008 noch einmal auf den Markt brachten! Mit altem Konzept, aber völlig neuer Be- und Umsetzung: Statt Polka und Balalaika düsterer Schwermetall, der nur noch in ganz wenigen Momenten an die alten Cowboys erinnern lässt, wie etwa bei "Goldfinger". Ansonsten werden auch belangloseste Liedchen wie "You're My Heart, You're My Soul" (genial!) oder "Manic Monday" durch den Metalwolf gedreht. Das ist für Fans der ersten Stunde zum einen gewöhnungsbedürftig, zum anderen nicht wirklich innovativ, so dass man spätestens ab dem vierten Stück geneigt ist, nach ein paar Sekunden weiterzuskippen in der Hoffnung, noch ein richtiges Highlight auf dieser CD zu finden. Das gibt es aber neben dem Opener und der wirklich guten, weil eher old-fashioned, Goldfinger-Adaption nicht. Bowies "Starman" ist noch ganz gelungen, "Ring Of Fire" hatten wir vor ein paar Jahren von H-Blockx schon besser und Fred Bertelmanns lachender Vagabund ist auch nur bedingt lustig.
Alles in allem ein durchwachsenes Album, das weder die alten Fans noch die Metal-Fraktion so richtig zu überzeugen vermag und ganz gewiss nicht für eine allererste Kontaktaufnahme mit den Finnen geeignet ist.