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Zombie
 
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Zombie [Taschenbuch]

Joyce Carol Oates , Renate Orth-Guttmann
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: btb Verlag (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442727421
  • ISBN-13: 978-3442727421
  • Größe und/oder Gewicht: 18,7 x 11,9 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 497.699 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Joyce Carol Oates ist ein Phänomen! Ihre geradlinige Prosa und ihre geradezu manische Beschäftigung mit entsetzlichen Ereignissen und krankhaften Bewusstseinszuständen weisen sie als moderne Repräsentantin der Gothic Novel aus. Damit dürfte sie eigentlich bei der gehobenen Literaturkritik keine Chance haben, doch es gibt wenige zeitgenössische Autoren, die ähnlich viele positive Rezensionen und Literaturpreise einheimsen konnten.

Der vorliegende Roman ist keine Ausnahme: Darin nimmt Oates sich der wahren Geschichte des Serienmörders Jeffrey Dahmer an, der seine Opfer bekanntermaßen sorgsam zerlegt hat und sich sogar als Menschenfresser versuchte. In Zombie erhält der Leser Einblick in das Gehirn eines vergleichbar "entarteten" Menschen. Ein einziger dramatisierter Monolog erzählt die Geschichte des 31-jährigen Quentin P., der als Sohn einer Akademikerfamilie in einer Universitätsstadt in Michigan aufgewachsen und gerade wegen eines homosexuellen Vergehens zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden ist.

Nicht alle seelischen Nöte Quentins sind ungewöhnlich und gesellschaftlich teilweise durchaus akzeptabel: Er mogelt sich um diverse Therapieversuche herum und verbringt sein Leben in einem Nebel aus Alkohol und Drogen. Eine weit verbreitete Verhaltensweise von Großstadtbewohnern erhebt er zur Religion: Schau nie jemand in die Augen. Doch dann treibt er es zu weit. Er richtet sein ganzes Streben darauf, einen Zombie zu erschaffen, ein geistloses, ihm völlig ergebenes Wesen, dass sowohl seine sadistische Ader wie auch sein Bedürfnis nach Liebe befriedigt. Zu diesem Zweck greift er schon einmal zum Eispickel, und Oates seitenlange Schilderungen können es an Unbarmherzigkeit problemlos mit American Psycho aufnehmen.

Wie auch bei American Psycho stellt sich hier die Frage, ob der Roman mehr bietet als Gewaltorgien für ein voyeuristisches Publikum. Sieht man genauer hin, wird unter der oberflächlichen Darstellung eines kranken Individuums die Pathologie einer ganzen Gesellschaft sichtbar. Durch geschickte Verweise auf den Umgang von amerikanischen Wissenschaftlern mit Kranken und Behinderten in den 40er- und 50er-Jahren wird Quentins Suche nach dem perfekten Zombie zu einer Parabel auf den genormten Menschen. Entsprach damals jemand nicht der Norm, wurde er schon einmal mit Radioaktivität behandelt oder irreversiblen Gehirnoperationen unterworfen. Auch die moderne, therapeutische Gesellschaft weiß sich im Umgang mit Quentin P. nicht zu helfen -- niemand wird einem Urteil unterworfen, die Gleichheit aller Menschen ist zum Dogma geworden.

Zombie ist ein meisterlich geschriebenes und in seiner Sozialkritik erfrischend bösartiges Buch einer Autorin, die sich der Stilmittel der Horrorliteratur auf respektvolle Art und Weise bedient. Joyce Carol Oates lehrt uns das Grauen und schürt Funken in unserem Gehirn -- eine seltene Kombination. --Hannes Riffel

Kurzbeschreibung

Er ist ein Problem für seinen Professoren-Vater und seine ihn liebende Mutter - und natürlich glauben sie nicht, dass ihr Sohn tatsächlich für das verantwortlich ist, was man ihm vorwirft.
Er ist eine Herausforderung für seinen Psychiater, der sich ablenken lässt von der wachsenden Offenheit seines Patienten, Quentins Bereitwilligkeit, über seine Träume zu reden.
Er ist nichts als ein zauberhafter junger Mann, fragt man seine Großmutter, die ihm kaum etwas abschlagen kann.
Er ist einer der glaubwürdigsten und erschreckendsten Psychopathen und Serienkiller, die je von einem Autor zum Leben erweckt wurden.
Quentin P. ist der ewige Außenseiter, ohne eine Spur dessen, was man ein Gewissen nennen könnte. Kalt und gefühllos begeht er seine Verbrechen, umgeben von Leuten, die die Wahrheit nicht sehen wollen. Und so nimmt der Schrecken seinen Lauf, Quentins Wunsch nach einem Zombie, der ihm hörig und gefällig ist, fordert Opfer auf Opfer.

"Ein Buch von Joyce Carol Oates zu lesen, fühlt sich jedesmal an, als stünde man an der Schwelle zu einem dunklen Keller, in den hinunterzugehen man Angst hat, und dann geht man doch, weil es einem keine Ruhe lässt."
Berliner Zeitung

"Joyce Carol Oates bürgt für literarische Qualität."
Augsburger Allgemeine


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kurzweiliger Horror-Roman 29. April 2001
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Zu der Lektüre dieses Buches kam ich eher zufällig durch meine Freundin. Da dies keineswegs meine "Standardliteratur" ist, war ich dem Buch gegenüber eher skeptisch. Diese Skepsis baute der Roman (so möchte ich ihn mal nennen) dann doch recht zügig ab.

In einzelnen, tagebucheintragsähnlichen Kapiteln lässt Quentin P. uns an seiner Gedankenwelt teilhaben, schildert uns seine Beweggründe und seinen Antrieb, einen eigenen "Zombie" herzustellen und zu besitzen, lässt uns sogar teilweise an den Entführungen teilhaben. Am Ende fügt sich alles nahtlos in ein erschreckendes Gesamtbild und der Leser wird mit einer bedrückenden Ungewißheit hinterlassen...

Das Buch ist oft spannend und schildert die Gedanken und Vorgehensweisen von Quentin minuziös, ein Gefühl der Langeweile kommt beim Lesen nicht auf, fesselt aber nicht bedingungslos ans Buch, wie es andere Bücher schaffen. Dennoch halte ich das Buch für kurzweilig und kann die Lektüre durchaus empfehlen, wer hier "harten Stoff" im Sinne von Gore und Splatter erwartet, wird allerdings enttäuscht sein. Ebenso wie der Leser, der sich genauer mit der psychischen Beschaffenheit eines Serienmörders auseinandersetzen möchte. Es ist eben ein "Roman".

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Tagebuch der Kälte 11. Juli 2000
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
In 57 tagebuchähnlichen Aufzeichnungen beschreibt der 30jährige homosexuelle Serienmörder Quentin seine Tagesabläufe. Getrieben von dem Verlangen einen ihm hörigen Zombie zu erschaffen, eine Art Lustknaben, der nicht widerspricht und alle seine Wünsche befriedigt, richtet Quentin seine Aktivitäten darauf aus diesen Plan in die Wirklichkeit umzusetzen. Aus diesem Grund beschäftigt er sich mit der chirurgischen Vorgehensweise einer Lobotomie (Eingriffe ins Gehirn), die er versucht an den von ihm ausgewählten Opfern durchzuführen. Jedoch ohne Erfolg. Quentins Fantasien und die Verstümmelungen, die er seinen Opfern antut, sind schon schrecklich genug. Doch der eigentliche Horror liegt in der absoluten Emotionslosigkeit und der Kälte mit der Quentin seine Taten vollbringt. Er hat kein Unrechtsbewußtsein, keine Skrupel, keine Reue. Gefühle spielt er anderen (seinem Vater, seinen Psychiater) nur vor, weil diese das von ihm erwarten. Genau diese Abwesenheit von Gefühlen ist es, die diesen Roman so beängstigend macht. Das einzige Manko ist, daß - obwohl auch oberflächlich über Quentins Familienleben gesprochen wird - die psychischen Ursachen für sein Verhalten nahezu im Dunkeln bleiben. Diesen Roman liest man am besten bei großer Hitze, da man Seite für Seite das Gefühl bekommt, daß die Raumtemperatur drastisch nach unten absinkt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Faunin
Format:Taschenbuch
Ich habe bisher ein Buch von Oates gelesen, daß mir eher als befremdlich in Errinnerung ist -obwohl ich der Autorin schon damals zugestehen muß, daß mir einige sehr gut erzählte Szenen und komplexe Emotionsbilder im Gedächtnis geblieben sind. Als ich "Zomie" in der Bücherei fand, gab ich ihr jetzt-jahre später-nochmal eine Chance. Vielleicht war ich für die Stimmung Ihrer Bücher jetzt mehr bereit.

In dem Buch beschreibt Q.P. wie er sich selbst in der dritten Person oft nennt, seinen Alltag, seine Probleme mit dem vom Sohn enttäuschten Professorenvater, den Gefälligkeiten für die vom Enkel begeisterte Großmutter, seinen Hausmeisterjob in einem Studentenwohnheim, die rührende Arglosigkeit der ausschließlich ausländischen Studenten- die für ihn aber für seine Experimente tabu sein müssen-zu nah dran.

Er will sich einen Zombie schaffen, der "nur sagen kann, was wahr ist, weil er nichts im Kopf hat", der ihm sexuell untergeben ist, aber auch mit ihm dem Abendgeläut der Glocken zuhört, nebeneinander im Bett liegend und im selben Moment wie er, O.P.,einschläft.

Er beschreibt diese blutigen Experimente so schlicht und selbstredend wie er seine alltäglichen gängigen Markenbiere, Fastfoodmenüs ect. erwähnt.

Diese Parallelwelt-Perspektive macht die Beschreibungen so unheimlich. Durch die im Buch enthaltenen Zeichnungen hat man wirklich das Gefühl, ein fremdes Tagebuch (unerlaubt) zu lesen und dabei immer mehr sehen zu können, was der Ich-erzähler für ein berechnender, kalter Mensch ist.

Andererseits hat man aber gerade dadurch eine immer größer werdende Distanz, ein Grausen ohne sich von dem unvermeidlichen Zielpunkt der Handlung abwenden zu können. -Das offenen Ende macht vielelicht noch nachdenklicher, ist sicher auch realistisch- aber trotz aller schockierenden Geschehnisse und der Art, den Leser in höchst ambivalente Gefühle der Hauptfigur gegenüber zu bringen, fehlt auch irgendwas um dieses Buch zu einem außerordentlichen zu machen.
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Intensiver Horrorroman!
Ein unglaublich hartes Buch. Oates, die ja hierzulande vor allem durch diverse Veröffentlichungen in Horroranthologien bekannt ist, legt mit "Zombie" einen kurzweiligen,... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Apendix3000 veröffentlicht
Killing for company
Ihr erster Versuch ist fehlgeschlagen, ihr zweiter schlägt sich auf den Magen. Schon 1976 hat die amerikanische Autorin Joyce Carol Oates ein Buch über einen... Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Werner Schuster veröffentlicht
Portrait eines Psychopathen
Joyce Carol Oates hat mit diesem Psychogramm eines Serienmörders ein Buch vorgelegt, das aufgrund der Länge, der Kapiteleinteilung und der eingefügten Skizzen recht... Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von HeikeM veröffentlicht
Kein Schocker!
Die Beschreibung besagt, der Roman basiere auf der Geschichte des Serienmörders Jeffrey Dahmer.
Die Geschichte von Quentin P. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Oktober 2008 von Gittl
Es ist befriedigend...
Fuer meine Begriffe ist das Buch nur befriedigend.
Das Buch ist nicht wirklich gut aber auch nicht schlecht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. Oktober 2003 von "kb-cherryflavour"
Wie mach ich mir meinen eigenen Zombie?
Hier handelt es sich um keinen Serienmörder wie Hannibal Lecter & Co. Kein Genie, das aller Welt überlegen ist und nur durch grausame Tricks seine Umwelt... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. August 2003 von clean_bones_gone
genial nüchtern
Es war weniger die Geschichte ,die mich an dem Buch faszinierte als die Art wie Joyce Carol Oates sie erzählt . Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Mai 2003 von "spook21"
Alpträume inklusive
Es geht hier wohl um die Beschreibung der Gedanken des Serientäter J. Dahmer. Minimale Abweichungen von der Verfilmung machen den Stoff allerdings nicht weniger unappetitlich. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. Januar 2003 von Pape
Die Geschichte kenne ich doch....
Ein gelungener dunkler Trip ins Böse im Menschen. Der Leser wird mit einem gewaltigen Sog in die Geschichte hineingezogen. Kein Entrinnen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Januar 2003 von sunshine-tr
Psychogramm eines Serienmörders - anschaulich, interessant
Insgesamt fand ich das Buch sehr gut. Meiner Meinung nach, ist es äußerst verständlich geschrieben. Lesen Sie weiter...
Am 17. April 2001 veröffentlicht
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