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Zoff im Elfenbeinturm
 
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Zoff im Elfenbeinturm [Taschenbuch]

Hal Hellman
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 236 Seiten
  • Verlag: Wiley-VCH; Auflage: 1 (Oktober 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 352729984X
  • ISBN-13: 978-3527299843
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 15,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 576.288 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Streitgeschichte

Dass die Geschichte der Wissenschaft keine geradlinige und kohärente Entwicklung, sondern ein Hindernislauf war, zeigt der amerikanische Wissenschaftsjournalist Hal Hellman in seinem soeben auf Deutsch erschienenen Buch über grosse Wissenschaftsdispute. In kurzweiligen Essays beschreibt Hellman die zehn berühmtesten Streitfälle der Wissenschaftsgeschichte: Vom Disput zwischen Galileo und dem Papst Urban VIII. über den Konkurrenzkampf zwischen Newton und Leibniz um die Entdeckung der Infinitesimalrechnung bis hin zum Fossilienstreit zwischen Edward Cope und Othniel Marsh und zur «Nature versus Nurture»-Kontroverse zwischen Derek Freeman und Margaret Mead erzählt Hellman Wissenschaftsgeschichte als Streitgeschichte. Zwar stellt er die wissenschaftlichen Prämissen der Konflikte und ihren Ausgang dar, aber er ist vor allem bemüht, die Streitparteien zu porträtieren und den soziokulturellen Kontext und die Folgen der Dispute zu zeigen. So erfährt man auch von verschiedenen Nebenerscheinungen, die der Kampf um die Wahrheit mit sich brachte: Die Auseinandersetzung zwischen Newton und Leibniz trug wesentlich zur Entwicklung des modernen wissenschaftlichen Aufsatzes bei; durch den Fossilienstreit ging das Wort «Dinosaurier» in die Alltagssprache ein; der Streit um die Herkunft des Menschen schliesslich wurde politisch ausgenutzt. So ist das Buch eine amüsante Lektüre, die sich an ein breites wissenschaftlich interessiertes Publikum richtet, demjenigen, der mehr wissen will, aber weiterführende Literaturhinweise gibt.

Stefana Sabin

Kurzbeschreibung

Wenn durch neue wissenschaftliche Theorien das Weltbild komplett auf den Kopf gestellt wird, kann das weder im 17. noch im 20. Jahrhundert leise vonstatten gehen. Wortgewaltig und zum Teil auch emotionsgeladen verteidigen Forscher wie Galilei, Darwin, Wegener oder Mead ihre Vorstellungen, und dass diese "Kämpfe" unheimlich spannend und amüsant sein können, davon überzeugt Sie dieses Buch. Versprochen!
Wenn durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse das Weltbild komplett auf den Kopf gestellt wird, kann das nicht leise vonstatten gehen. Bei der Frage, was die Welt im Innersten zusammenhält, prallen Ideen und Persönlichkeiten aufeinander, und das so manches Mal nicht intellektuell und kühl, sondern wortgewaltig und emotionsgeladen.
Hal Hellman hat zehn der wichtigsten und heftigsten Wissenschaftsdispute - vom 17. Jahrhundert bis heute - lebendig werden lassen. Diese faszinierenden Geschichten bieten nicht nur Informationen über die unterschiedlichsten Wissenschaften und den Zeitgeist der jeweiligen Epochen, sondern verweben auch die Motive von spannenden Krimis: Ehrgeiz, Eifersucht, Missgunst und Intrigen. Glücklicherweise ging es nicht bei allen wie bei Galilei um den Kopf, doch auch Newton, Darwin und Wegener befanden sich im Auge eines Sturms, den ihre Ideen ausgelöst haben. Trotz allem würden sie sicherlich zustimmen, dass Auseinandersetzungen das Salz in der Suppe des wissenschaftliches Fortschrittes sind.
1. Urban VIII. gegen Galilei - Zwei ungleiche Gegner
2. Wallis gegen Hobbes - Die Quadratur des Kreises
3. Newton gegen Leibniz - Kampf der Titanen
4. Voltaire gegen Needham - Die Entstehung des Lebens
5. Darwins Anwalt gegen Sam, den Salbungsvollen - Die Evolutionskriege
6. Lord Kelvin gegen Biologen und Geologen - Das Alter der Erde
7. Cope gegen Marsh - Der Fossilienstreit
8. Wegener gegen alle - Die Kontinentaldrift
9. Johanson gegen die Leakeys - Das fehlende Kettenglied
10. Derek Freeman gegen Margaret Mead - Gene oder Umwelt?

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Zehn historische Streitfälle versucht Hal Hellman in seinem Buch "Zoff im Elfenbeinturm" zu rekonstruieren. Unter anderem sind dies Galilei gegen den Papst, also die Popularisierung der Idee, dass die Erde um die Sonne kreist und nicht die Sonne um die Erde. Newton gegen Leibnitz, festzumachen ist ihr Disput vor allem an der Frage, ob Raum und Zeit absolut und real seien oder nicht und welche Macht Gott dann jeweils zukomme. Darwins Angriff auf die Konstanz der Arten wird nachgezeichnet, Lord Kelvins eigensinnige Messungen zum Alter der Erde, Alfred Wegeners lebenslanger Kampf um die von ihm formulierte Theorie der Kontinentalverschiebung, womit man dann schon im 20. Jahrhundert angekommen ist. Zu erwähnen ist schließlich auch der noch anhaltende Disput zwischen dem Leakey-Clan und Donald Johanson um die Einordnung ihrer Vormenschen-Fossilien in den gemeinsamen Stammbaum von Mensch und Affe. Ferner die vor allem von Margaret Mead popularisierte These, der Mensch sei primär ein Produkt seiner Umwelt und nicht so sehr seiner Gene - ein Disput, derimmer noch ausgetragen wird. "Zoff im Elfenbeinturm" ist also für jeden ein lesenswertes Buch, der sich ein profundes Hintergrundwissen verschaffen möchte zu einigen wichtigen Weichenstellungen in der Geschichte der Naturwissenschaften.

Dramaturgisch und redaktionell ist das Buch in seiner deutschen Fassung aber derart misslungen, dass man gar nicht oft genug mit dem Kopf schütteln kann.

Die Auseinandersetzung "Evolutionstheorie versus Konstanz der Arten" kulminiert beispielsweise in Oxford in einem historischen Disput, ohne dass dieser Disput im Buch angemessen ausgeführt wird - die Spannung beim Lesen steigt und steigt, aber wo der Höhepunkt sein müsste, bricht die Schilderung einfach ab - es wirkt, als wenn der deutsche Verlag Lizenzkosten für ausführliche Zitate gescheut hätte. Noch viel ärgerlicher aber ist die schlampige Übersetzung, ständig trifft man auf Satzgebilde, deren Wortstellung mehr englisch ist als deutsch und auf fachliche Ungenauigkeiten, wie z.B. - Zitat - "Änderungsparagraphen der Verfassung der USA", wo es schlicht "Verfassungszusatz" heißen müsste; "bones" wurden mit Knochen übersetzt, wo es Skelett heißen müsste, und ausgerechnet Margred Mead wird durch eine falsche Übersetzung von "human instincts" unterschoben, aufgrund ihrer - Zitat - "menschlichen Instinkte" ihre Zivilisationstheorie des Verhaltens entwickelt zu haben - falscher kann man Frau Mead nicht einordnen. Ganz unentschuldbar aber sind fachliche Fehler - Gregor Mendel werden Experimente mit Bohnen untergeschoben, er forschte aber - Mittelstufenwissen deutscher Gymnasien - mit Erbsen. Und der Afrikanische Graben, der Fundort vieler Vormenschenknochen, wird mehrfach mit Amerikanischer Graben übersetzt. Die Mängelliste ließe sich fortsetzen.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Exakte Naturwissenschaft ist nichts selbstverständliches. Irgendwann waren alle Ideen neu und standen im Gegensatz zum Weltwissen und im Gegensatz zur Weltordnung repräsentiert durch Klerus und Staat. Revolutionäre Ideen haben in den ersten Jahren ihrer Entstehung mächtige Gegner. Ihre geistige Väter haben es nicht leicht. Sie werden angefeindet, verleumdet und gar als verrückt bezeichnet.

Der Autor Hal Hellmann greift diese Problematik auf und zeigt an zehn spannenden Beispielen, wie Naturwissenschaftler mit unterschiedlicher Ansichten sich begegnen und miteinander privat und öffentlich umgehen. Existenzielle Aussagen, die keinen Kompromiss zulassen schaffen eine gladiatorenähnliche Arena. Nur einer kann Recht haben und nur einer wird der Nachwelt namentlich in Erinnerung bleiben. Deshalb ist der Einsatz hoch und die feine gesellschaftliche Etikette wird allzu leicht Opfer wissenschaftlicher Besessenheit. So muß Galilei seinen Standpunkt gegenüber Papst Urban VIII mit dem Leben bezahlen. Auch Leibniz und Newton schenkten sich nichts beim Streit um die Differenzialgleichung. Erfreulicherweise finden nicht nur sehr ernste und lebensgefährliche Auseinandersetzungen Erwähnung sondern auch erheiternde wie die zwischen Cope und Marsh, zwei Fossiliensucher prähistorischer Dinosaurier. Ihr Streit erheiterte jahrelang die Leser der amerikanischen Presse.

Die Buchidee, wissenschaftliche Aussagen quasi als Lebensduelle dargestellt zu vermitteln ist originell und verdient Anerkennung. Neben einem übersichtlichen Inhaltsverzeichnis sind jeden Kapitel helfende Erläuterungen am Ende des Buches hinzugefügt. Die Bibliographie von zwanzig Seiten lässt kaum Wünsche offen und ist eine weitere Fundgrube für den interessierten Leser. Ein ordentliches Sachregister macht das Buch zu einer runden Sache.

Wünschenswert wäre ein Band 2, denn es gibt sicher mehr als zehn bemerkenswerte wissenschaftliche Dispute in der Geschichte der Menschheit.

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