Muss meinen Eindruck zweiteilen:
__________ Die ersten 2 Drittel __________
Dieses Buch wär ja durchaus eine interessante und witzige Urlaubslektüre, und ist auch ansprechend geschrieben, wenn nur in den ersten zwei Dritteln nicht so viele wilde Sprünge drin wären. Und zwar vor- und rückwärts! Und dann wieder vor... und wieder zurück... und vor... und... hä?? Wer-wo-was? Das verwirrt, und ich fand beim Lesen keine Notwendigkeit dafür. Vielleicht bin ich zu blöd, aber bei jedem neuen Kapi war ich erstmal wieder am Rudern, das zeitlich und örtlich und 'mensch'lich wieder ganz woanders einzuordnen als das vorherige. Meist stehen Zeit und Ort dabei, beides oder nur teilweise, aber trotzdem muss man sich geistig ständig umstellen und verliert dabei schnell den roten Faden.
Wobei, in den ersten zwei Dritteln fehlt dieser Faden einfach, bzw. besteht ausschließlich im Partymachen als Lebenszweck (naja), und ständig tauchen neue Leute auf. Jeder interessante Typ wird von der jungen Romanheldin Zoe sofort als Kandidat für die ersehnte 'große Liebe' einsortiert und auf ihn draufgestürzt, ONS nicht abgeneigt. Was aber, trotz offensichtlich großer gegenseitiger Zuneigung, meistens nix wird, siehe Titel, und für Zoe ein ums andere Mal in Frust und Liebeskummer endet - dann jedoch oft in tiefe Freundschaften mündet. Weil sie langsam loslassen kann, nachdem sie sich gefragt hat, ob sie den "Mann" oder den "Menschen" liebt, und falls ja, sich für den Menschen entschieden hat. Und weil die Gefühle erfreulicherweise meist gegenseitig sind. Freundschaftsliebe ist ja auch was sehr Schönes, und so hat sie langsam einen riesigen Freundeskreis in aller Welt. Toll! Tja, und weiter geht die endlose Jagd, nach ihrem "Mr.Right"....
Soweit sind die einzelnen Begebenheiten und Menschen ja durchaus interessant und symphatisch, aber kaum hat man die diversen Personen als Leser einigermaßen erfasst, verschwinden sie schon wieder, und tauchen irgendwann später wieder auf - bzw. zwar später im Buch, oft jedoch zeitlich "früher"! Sorry, aber so ein wildes Rumgehopse bringt mich als Leser mit nur durchschnittlichem Gedächtnis beim 'Auswendiglernen der Personen' total durcheinander, und hab ständig gerätselt, warum man das jetzt nicht hätte chronologisch erzählen können. Schade! Dann wärs viel interessanter gewesen, und hätte mir die Leute besser merken können. Vielleicht gar sowas wie eine Entwicklung erkennen können? Wegen dem ständigen "Rudern" in dem Durcheinander hätt ich ein paarmal das Buch fast abgebrochen, aber hab's dann halt nur noch eher flüchtig weitergelesen, quasi als Anekdotensammlung ohne inneren Zusammenhang.
Denn ansonsten ist es eigentlich recht humorvoll und amüsant geschrieben. Auch wenn ich Zoes Hobbies nicht teilen kann (1.Party, 2.Party, 3.Party) und das Mädel unglaublich eitel ist, so hat sie doch das Herz auf dem rechten Fleck und ist immer für eine Überraschung gut. Mit Schlagfertigkeit und Frechheit schlägt sie sich überall durch, ist extrem flexibel und spontan. Vor allem sehr aufgeschlossen gegenüber Menschen, und ihre Freunde sind auch alles andere als langweilig.
__________ Das letzte Drittel __________ (Jobverlust, Spanien, Unfall...)
Ja - endlich! Da nimmt das Buch dann tatsächlich Fahrt auf. Jetzt wird es sogar richtig gut, spannend und echt witzig. Da bin ich dann einige Male spontan in lautes Lachen ausgebrochen :-)
Zoes Leben nimmt jetzt eine Wende. Sie verliert von heute auf morgen den Job, aber anstatt in Panik zu verfallen, hört sie auf ihr Herz, ist eher erleichtert, geradezu happy, und fliegt sofort spontan zu Freunden nach Spanien. Die Ereignisse überschlagen sich, nun entwickeln sich die Dinge endlich chronologisch! Die Ereignisse bauen nun aufeinander auf, und die Leute kann man sich so viel besser merken. Es gibt kaum noch Rücksprünge, und nur solche, die hier auch Sinn machen und zur Aufklärung dienen. Jetzt ist endlich ein roter Faden da, auch wenn Zoe selbst den erstaunlicherweise nicht zu bemerken scheint, bzw. überhaupt nix reflektiert. Sie ist halt ein Mensch, der immer nur vorwärts sieht, nie rückwärts, lebt total im Augenblick (weswegen auch die wilden Sprünge in der ersten Buchhälfte so sinnlos sind). Hmm, eigentlich sieht sie auch vorwärts nicht viel länger als einen Tag... okay das war jetzt fies ;-) Jedenfalls ist sie ein "Macher", langes Grübeln ist nicht ihr Ding. Anstatt groß über irgendwas nachzudenken, tut sie einfach irgendwas, egal wie verrückt.
Also der rote Faden ist nun gleich in Seilstärke da, die vielen Zufälle sind schier unglaublich, und so führt eins fast zwangsläufig zum anderen. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, Zoe lernt so einiges von ihren Freunden und wird ein bisschen erwachsener, es gibt jetzt auch noch andere Sachen als immer nur Party, Party. Die Geschichte entwickelt sich jetzt vorwärts! Und die Story mit Nico und dem Unfall ist einfach nur zum Brüllen :-)