Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meisterwerk!, 10. März 2008
Vorweg: Wem der Sinn nach reißerischer Action oder gar stumpfsinnigen Gewaltorgien steht, sollte den Film meiden. Er würde enttäuscht oder gar überfordert.
Der Film thematisiert die Fahndung nach dem realen, berüchtigten und bis heute nicht gefassten Massenmörder Zodiac, nicht etwa dessen Geschichte oder die seiner Taten.
Regie-Genius David Fincher zieht den Zuschauer mit feinem Gespinst nach und nach immer tiefer in die Geschichte der Suche nach jenem Mörder, der sich selbst Zodiac nennt und mit Polizei und Medien ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Unwiderstehlich in ihren Bann gezogen folgt man Polizist David Toschi und Journalist Robert Graysmith (auf dessen Büchern der Film basiert) bei ihren Ermittlungen, folgt ihren immer neuen Verdächtigungen und wird Augenzeuge, wie beide beinahe ihr ganzes Leben auf der Jagd nach dem Killer hinter sich lassen. Großartig inszeniert Fincher (Drehbuch James Vanderbilt) das Ende des Filmes, das nur Anhänger einfallsloser cineastischer Massenware enttäuschen kann!
Fincher geleitet Ensemble (besonders stark R. Downey jr. und M. Ruffalo) und Zuschauer gleichermaßen traumwandlerisch sicher auf der verworrenen Jagd. Seine Ausnahmestellung in Hollywood untermauert er hier durch angenehm unaufdringliche Inszenierung und zielsichere Pointierung. Effekthascherei bleibt Fehlanzeige; die wenigen deutlich erkennbare Effects transportieren die Handlung elegant über Zeitsprünge hinweg. Mit außerordentlicher Detailbesessenheit lässt er die Siebziger Jahre wieder auferstehen: vom Soundtrack bis hin zu Bäumen, die heute an Schauplätzen nicht mehr stehen und extra für die Dreharbeiten errichtet wurden.
Zodiac ist nicht Fight Club oder Panic Room. Zodiac ist auf seine eigene Weise kompromisslos und spannend. Fincher erweist sich als begnadeter Erzähler, der seine Geschichte zu keiner Zeit aus den Augen und den Roten Faden nie aus den Händen verliert. Fesselndes, intelligentes, herausragendes Kino. Ein Meisterwerk!
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
There's more than one way to lose your life to a killer..., 29. August 2008
Regisseur David Fincher bringt erfreulicherweise keinen SE7EN-Neuaufguss, sondern legt ZODIAC als True-Crime-Dokumentation im 70er-Stil von "Die Unbestechlichen" an - als Recherchen- & Zeitgeist-Puzzle mit hohem Realitätsbezug.
Der offiziell immer noch ungelöste Kriminalfall aus den 60/70'ern ist ebenso kurios wie verstörend, und sorgt bis heute für rege Diskussionen unter Hobby-Ermittlern. Fincher und sein Team haben den Fall praktisch neu aufgerollt, sämtliche Polizeiakten gesichtet und alle wichtigen Zeitzeugen befragt, um die Ereignisse möglichst präzise nachzustellen. Wer keinerlei Vorwissen zu dem Fall mitbringt, darf sich also zunächst einmal auf eine wahre Flut an Informationen einstellen. Zusammen mit einem Karikaturisten, einem Reporter, und zwei Beamten des S.F.P.D. begibt sich der Zuseher auf die Spur des Killers, welcher ganz Kalifornien mit seinen unberechenbaren Morden, höhnischen Briefen und verschlüsselten Codes in Atem hielt.
Keine Frage, ZODIAC verlangt mit gut 2,5 Stunden Laufzeit einiges an Sitzfleisch, den offiziell letzten Auftritt hat der Killer nämlich bereits nach 40 Minuten, anschliessend wird vor allem diskutiert und ermittelt. Aber wer gerne miträtselt und sich vom Enthusiasmus der Beteiligten anstecken lässt, wird begeistert sein - auch wenn am Ende alles wie ein Puzzle scheint, das nicht so recht zusammenpassen will.
Technisch gibts an dem Film absolut nichts zu bemängeln. David Fincher trägt visuell weniger dick auf als gewohnt und konzentriert sich darauf eine gute Geschichte möglichst authentisch einzufangen. Ausstattung, Schnitt, Musik, Farbpalette und CGI-Effekte passen einmalig zur Materie. Die Schauspieler sind ebenfalls perfekt gewählt. Jake Gyllenhaal als anfangs schüchterner, dann immer mehr vom ZODIAC-Fall besessener Cartoonist, Robert Downey Jr. als extravaganter Szene-Reporter mit Hang zur Selbstzerstörung, und Mark Ruffalo als Columbo/Bullit-Verschnitt David Toschi. Dazu gibt es noch hochkarätige Darsteller in zahlreichen Nebenrollen. Ganz nebenbei bekommt man interessante Einblicke in die zermürbende Bürokratie von Kriminalermittlungen vor dem Computerzeitalter sowie den oftmals verheerenden Einfluss der Presse.
Drehbuchautor James Vanderbilt hat den Film nicht nur ausgezeichnet strukturiert, sondern auch mit starken Dialogen und überraschend viel Humor gewürzt, sodass er trotz zäher Ermittlungsarbeit nie langweilig wird. Er versetzt den Zuseher vielmehr in dieselbe Lage wie die Ermittler: es ist anstrengend ZODIAC zu folgen - aber man kann nicht anders als es zu tun... es gibt Filme die unnötig in die Länge gezogen sind, und solche die lang sein müssen weil sie soviel zu erzählen haben. ZODIAC gehört zur letzteren Kategorie.
Noch ein Wort zu den Extras: der Director's Cut selbst bietet nicht allzu viel Neues, dafür finden sich zwei gute Audiokommentare zum Film. Auf Disc 2 sind neben einem einstündigen "Making-of" ausserdem zwei ausführliche Dokumentationen zum Fall zu finden, bei der auch zahlreiche Zeitzeugen zu Wort kommen, und teils sehr widersprüchliche Aussagen tätigen, was einmal mehr beweist wie gut die Spuren des ZODIAC bereits verwischt sind.
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35 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Nicht mit falschen Vorstellungen rangehen..., 19. August 2007
Ich sag's gleich zu Anfang: ich war anfangs enttäuscht von Zodiac und glaube auch jetzt noch, dass an dem Film einiges zu verbessern wäre: Er weist keines der üblichen Fincher-Markenzeichen auf; er konzentriert sich statt den Mordszenen auf zähe Polizeiarbeit und er ist mit einer Laufzeit von zweieinhalb Stunden deutlich zu lang. Und trotzdem hing mir der Film noch nach Wochen nach, und einige Szenen sind auch jetzt noch unvergessen.
Fincher benutzt einen eher ungewöhnlichen Ansatz, auf den man sich erst einlassen muss: Statt den Mörder bei der Arbeit zu zeigen, widmet sich der Film ganz dem Leben einer kleinen Handvoll Polizisten, die alle eine eigene Theorie zur Lösung des Falls haben, und dabei ihr Privatleben vernachlässigen. Der Zeitraum von ca. 30 Jahre (von den 60er in die 90er), den der Film umfasst, zeigt den Niedergang vieler veschiedener Leben, die sich alle an der besessenen Jagd nach dem Mörder zerreiben.
Es ist dieses bewusste Ausklammern der eigentlichen Hauptfigur, die den Film so befremdlich macht. Nach ca. 40 Minuten hatte der Zodiac-Killer seinen offiziell letzten Auftritt im Film. Was dann folgt, sind lange Dialogsequenzen und viel unergiebige Recherche. Es bleibt ein Rätsel, wie der Film es trotzdem schafft, den Zuschauer bei der Stange zu halten: Denn jeder der Verdächtigen, die im Film auftauchen, wird so zwielichtig präsentiert, dass man tatsächlich bis zum Schluss miträt. Und da der Fall offiziell nie gelöst wurde, bleiben zum Schluss alle Fragen offen und das ist wahrscheinlich das beste an dem ganzen Film.
Nochmal zum Mitschreiben: "Zodiac" ist kein Schlitzerfilm. Die wenigen Mordszenen im ersten Viertel sind zwar brutal inszeniert und bieten intensives Terrorkino; die eigentliche Geschichte einer kleinen Gruppe von Männern, die ihre Ehen scheiden lassen, Einsiedler werden, oder anfangen zu trinken, zeigen aber, dass es mehr als eine Möglichkeit gibt, sein Leben an einen Mörder zu verlieren.
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