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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schönes Buch über ein faszinierendes Thema,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Zivilisationen im All. Sind wir allein im Universum? (Gebundene Ausgabe)
Es ist schwer, ein gutes Buch über ein Thema zu schreiben, über das es kaum gesichertes Wissen gibt. Ulrich Walter ist dieses Kunstwerk gelungen. Die Frage, ob es (intelligentes) Leben im Universum gibt, ist so alt wie die Erkenntnis, daß es außer der Erde noch andere Welten gibt. Zuerst hatte man Lebenszeichen auf dem Mond gesucht, dann im restlichen Sonnensystem, und nachdem man auch hier nicht fündig wurde, galt das Interesse der Wissenschaftler den benachbarten Sternen. Mittlerweile wurden immerhin die ersten fremden Planeten gefunden - die Grundvoraussetzung für Leben. Der Autor beschäftigt sich mit der Geschichte der SETI-Forschung (Search for Extra-Terrestrial Intelligence) und geht auch darauf ein, was Leben eigentlich ist und wie außerirdische Lebewesen aussehen könnten. Diese Parameter sind in der Drakeschen Gleichung enthalten, die hier sehr schön dargestellt wird. Das nächste Thema sind die modernen Methoden, um Funksignale aus dem All zu empfangen. Zu den großen Problemen, die dabei auftreten, gehört nicht nur die Frage, ob die verwendeten Geräte empfindlich genug sind, sondern neben politischen Widerständen auch Störungen durch irdische Funkwellen von Kommunikations oder Militärsatelliten. Auch auf die leidige UFO-Thematik wird eingegangen. Dabei zeigt der Autor, daß nicht jede unbekannte Himmelserscheinung von Aliens stammen muß - wer Kontakte zu einer Sternwarte hat, kann selber nachvollziehen, wie viele UFO-Sichtungen auf helle Planeten oder Discostrahler zurückgehen. Es ist sehr angenehm, einmal wieder ein Buch in der Hand zu halten, das sich nicht in eine Reihe mit von Buttlar und Co stellt, sondern realistisch bleibt. Etwas befremdend wirkt der Abschnitt über die Zukunft der Menschheit im All, dessen Gedankengänge zum Teil aber schon hart an Science Fiction grenzen. Der Autor vertritt ein paar Annahmen, die mir eher zweifelhaft vorkommen. Wenn er die Zahl von Zivilisationen im All recht niedrig ansetzt, ist dies natürlich diskussionsfähig. Sein Skeptizismus gegenüber den modernen Methoden der SETI-Forschun erscheint mir jedoch unbegründet. Aber welche Schlüsse man aus den Fakten zieht, bleibt letztendlich jedem selbst überlassen. Was zählt ist, daß man hier die wesentlichen Fakten über dieses Thema - soweit bekannt - verständlich präsentiert bekommt. Das umfangreiche Literaturverzeichnis am Ende des Buchs zeigt nicht nur, daß Ulrich Walter sich nicht einfach alles aus den Fingern gesaugt hat, sondern gibt dem Leser auch die Möglichkeit, selbst tiefer in die Materie einzusteigen. Das ganze Buch ist in einem hervorragenden, gut verständlichen Deutsch geschrieben, so daß es schön zu lesen ist. Ich kann es jedem, der sich für SETI ernsthaft interessiert, nur wärmstens empfehlen: Lesen Sie es. Es ist ein gutes Buch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Alles Wissenswerte zum Thema,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Zivilisationen im All. Sind wir allein im Universum? (Gebundene Ausgabe)
Nach seinem faszinierenden Bildband "In 90 Minuten um die Erde" legt Ulrich Walter, Wissenschaftsastronaut der D-2 Mission, mit "Zivilisationen im All" sein neuestes Werk vor. Dieses Buch muß man gelesen haben, wenn man sich ernsthaft mit der Frage beschäftigen will, ob es außerirdische Intelligenzen gibt. Walter führt den Leser mit einem Blick zurück in die Thematik ein. Dabei spannt er den Bogen von den alten Griechen über das Mittelalter bis zur Neuzeit, "würzt" seine Darstellung mit Zitaten großer Denker wie Demokrit, Thomas von Acquin, Kepler oder Kant. Auch die Legende von den Mond- und Marsmenschen findet Berücksichtigung, und natürlich darf die Marsianer-Hysterie nicht fehlen. Nach dem beschaulichen historischen Rückblick wendet sich Walter entscheidenden Fragen zu: Was ist Leben, was ist Intelligenz, woraus besteht Leben, wie sehen Außerirdische aus? Wir erfahren, daß es bereits kaum möglich ist, eine einheitliche Definition für "Leben" zu finden, ebenso wie für Intelligenz, die Walter in Anlehnung an Barrow und Tipler mit "Lebewesen, oder allgemeiner Systeme, die sich solche Fragen zur Intelligenz überhaupt stellen können" definiert. Wir erfahren, aus welchen chemischen Elementen sich das Leben zusammensetzt, und wie ein außerirdisches intelligentes Lebewesen aussehen könnte: Außerirdische sind wie wir aus einer Evolution hervorgegangen, bestehen wie wir aus "Fleisch" und "Blut", sind zwischen 0,1 und 10 m groß, haben ein entsprechend dimensioniertes körpertragendes Skelett, sowie Sinnesorgane. Das muß aber nicht notwendigerweise humanoid angeordnet sein - hier läßt Walter der Phantasie freien Spielraum. Im 3. Kapitel befaßt sich Walter mit der Frage, die uns alle bewegt: Sind wir allein? Er kommt zu dem Ergebnis, daß es eigentlich nur zwei Ansätze gibt: entweder gibt es einen ursächlich begründeten Auslösemechanismus, der die Entstehung von Leben an jedem ansatzweise günstigen Ort ermöglicht (dann wimmelt die Galaxie vor Leben) oder aber die Entstehung des Lebens ist die nahezu unwahrscheinliche Ausnahme von der Regel, daß aus organischen Molekülen Leben nicht entstehen kann (dann gibt es außer auf der Erde nirgendwo im Universum Leben). Walter weist ausdrücklich darauf hin, daß nicht überall dort, wo Leben entsteht, sich notgedrungen Intelligenz entwickeln muß, denn die Evolution folgt nicht dem Weg des Einfachen zum Komplexen mit dem Menschen als Krone der Schöpfung. Mit dem von Barrow und Tipler 1986 entwickelten kosmologischen anthropischen Prinzip wird die Unwahrscheinlichkeit menschlicher Existenz belegt. Dabei wird davon ausgegangen, daß sich intelligentes Leben nur auf Planeten entwickeln kann, die einen sonnenähnlichen Stern umkreisen. Diese Sterne haben eine Lebensdauer von etwa 10 Milliarden Jahren. Davon abhängig ist die Entwicklung intelligenten Lebens. Zwei Möglichkeiten gibt es: entweder, die Evolution der Intelligenz ist wesentlich kürzer als 10 Milliarden Jahre oder aber sie ist wesentlich länger als 10 Milliarden Jahre. Wendet man auf die erste Alternative das Prinzip der Mittelmäßigkeit an, dann müßte es bereits vor sehr langer Zeit auf der Erde Menschen gegeben haben - das ist aber nicht der Fall, der Mensch trat erst 3,8 Milliarden Jahren Evolution auf der Erde auf. Dieses Szenario wird von Walter verworfen, eben weil es so lange dauerte, bis der Mensch entstanden war. Das Problem dabei ist nur, daß hier unsere Evolution als Maßstab genommen wird, was, wie Carl Sagan bereits in "Cosmos" schrieb, aber überhaupt nicht der Fall sein muß. Warum soll es nicht Intelligenzen geben, deren Evolution viel gradliniger als unsere verlief und die bereits 2 Milliarden Jahre nach Bildung der ersten Lebensformen entstanden waren? Doch folgen wir dem Autor weiter und schauen wir uns die zweite Alternative an. Sie besagt, die Evolutionszeit der Intelligenz sei wesentlich länger als 10 Milliarden Jahre. Das hat nicht zu bedeuten, daß sich intelligente Lebensformen immer so lange entwickeln, es kann, je nach Evolution, auch schneller gehen - wir sind ein gutes Beispiel dafür. Nimmt man an, es gibt 5x107 Planeten in der Galaxie, auf denen Leben entstanden ist, dann wäre die Wahrscheinlichkeit, daß sich auf einem dieser Planeten Intelligenz entwickelt, geringer als 2x10-3. Das bedeutet: Außer uns gibt es in dieser Galaxie keine weiteren intelligenten Lebensformen. Walter schließt sich mit Tipler und Barrow dieser Alternative an, denn nur sie entspreche dem Anthropischen Prinzip, das hier in seiner schwachen Form angewandt wird. Das schwache Anthropische Prinzip ist unumstritten: Wenn wir in dieser Welt sind, um sie zu beobachten, muß sie so beschaffen sein, daß wir in ihr existieren können, d.h., alle Naturgesetze und Konstanten ermöglichen erst das Leben. Ändert man ein Naturgesetz oder eine Konstante, entsteht wahrscheinlich ein Universum, das völlig lebensfeindlich wäre. Soweit kann Tipler und Barrow noch gefolgt werden. Eigenartig mutet aber der Gedankengang an, wenn mit diesem richtigen und grundlegenden Prinzip argumentiert wird, außer uns könne es keine weitere Intelligenz in unserer Galaxie geben. Folgt man Tipler und Barrow, darf Intelligenz erst nach der mittleren Lebensdauer eines sonnenähnlichen Sterns auftreten, also nach etwa 5 Mrd. Jahren. Das, so wird argumentiert, sei die ntwort auf die Frage, warum der Mensch gerade jetzt, in der gegenwärtigen Evolutionsstufe des Universums entstanden ist. Und weil die Entstehung weiterer Intelligenzen rechnerisch nahezu unwahrscheinlich sei, gäbe es in unserer Galaxie keine weiteren Intelligenzen. Walter versteht diesen Gedankengang nicht als Glaubensdogma, sondern als Denkansatz. Immerhin will er nicht die Existenz Außerirdischer in anderern Galaxien ausschließen. Das Problem dabei ist aber, daß unsere Evolution als Maßstab für die Evolution auf anderen Planeten genommen wird, ja, man sogar von einer sehr viel längeren Evolution ausgeht. Wie gesagt - wir wissen derzeit nicht, ob es Lebensformen auf Planeten ferner Sonnensysteme gibt, wir kennen nur unsere Erde mit der Evolution ihrer Lebensformen. Doch ist es wohl nicht angebracht, diese als generelles Modell zu nehmen, denn die Evolution auf der Erde wurde nicht zuletzt auch durch diesen Planeten geprägt. Wenn uns die Erforschung des Universums etwas gezeigt hat, dann ist es der Umstand, daß es uns immer wieder überrascht hat und alte, liebgewonnene Theorien über den Haufen geworfen werden mußten. Hinzu kommt - und hier kann man es drehen und wenden, wie man will: Das anthropische Prinzip ist der Versuch, nach einer irgendwie privilegierten Stellung des Menschen in unserer Galaxie oder dem Universum zu suchen, ein Abglanz des menschlichen Bemühens, sich zur Krone der Schöpfung zu erklären, als Maßstab allen Seins. Nach der Diskussion des Anthropischen Prinzips wendet er sich dem Weg der Logik zu: wenn es "sie" gibt, dann müßten "sie" hier sein. Grundlage dieser Überlegung ist, daß irgendeine beliebige Zivilisation irgendwann vor der Entscheidung steht, die Galaxie zu kolonisieren. Nimmt man an, die Galaxie hat etwas mehr als 100 Milliarden Sterne und ein Raumschiff braucht 1000 Jahre zu einem 10 Lichtjahre entfernten Stern, dann wäre die Galaxie in etwa 50 Millionen Jahren kolonisiert. Gäbe es viele Zivilisationen, dann müßte die Galaxie durchweg kolonisiert sein und die Außerirdischen wären hier zwangsläufig aufgetaucht. Doch so logisch dieser Ansatz auch sein mag, überzeugend ist er nicht. Wer sagt denn, daß jede Zivilisation zwangsläufig die Galaxie durch und durch kolonisieren muß? Selbst wenn wir es uns für die Menschheit vorstellen könnten, heißt das noch nicht, daß andere Intelligenzen genauso denken.Den Abschluß dieses Kapitels macht die Frage "Wo sind sie?" Walter kommt zu dem Ergebnis, daß die Annahme, es gäbe sehr viele ETI-Kulturen in unserer Galaxie, falsch sei. Wäre sie richtig, müßte die Galaxie bereits vollständig besiedelt sein - doch das sei nicht der Fall. Wahrscheinlicher gebe es, wenn überhaupt, nur sehr wenige, höchstens eine Handvoll Zivilisationen in der Galaxie. Im vierten Teil des Buches beschäftigt sich Walter mit der Möglichkeit, Kontakt mit Außerirdischen aufzunehmen, wobei hier neben SETI auch die Voyager- und Pioneer-Raumsonden Erwähnung finden. Das fünfte Kapitel befaßt sich mit der Zukunft der Menschheit im Kosmos. Walter hält die Kolonisation der Galaxie, die Auswanderung für erforderlich, da die Menschheit durch kosmische Katastrophen ausgelöscht werden könnte und auch die Sonne nur ein begrenztes Alter hat. Insgesamt ist "Zivilisationen im All" ein gelungenes und sehr lesenswertes Buch, das jeder, der sich mit der Frage nach der Existenz Außerirdischer beschäftigt, gelesen haben muß und auch dem Einsteiger in die Materie reichhaltige Informationen bietet. Erfreulich ist besonders die wissenschaftlich fundierte Argumentation, die Spannung ohne jede wüste Spekulation erzeugen kann.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
In 50 Millionen Jahren durch die ganze Galaxis?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Außerirdische und Astronauten (Taschenbuch)
"D 2"-Astronaut Ulrich Walter blickt in "Außerirdische und Astronauten" in die ferne Zukunft der raumfahrenden Menschheit. - Dass der deutsche Physiker und Astronaut von 1993 die Raumfahrt aus Erfahrung kennt, gibt seinen Aussagen Gewicht, selbst wo sie sich auf den ersten Blick widersprechen. So schreibt er: "Es ist so gut wie sicher, dass es im Universum Außerirdische gibt. Es ist so gut wie ausgeschlossen, dass wir jemals mit ihnen kommunizieren oder ihnen begegnen . . ." Die beiden Sätze sind zwei Seiten der selben Medaille, denn die Möglichkeit technischer Zivilisationen außer der unseren ist in der Milchstraße mit ihren 100 000 Lichtjahren Durchmesser und 200 Milliarden Sternen fast ausgeschlossen. Für das gesamte Universum rechnet die "Drake-Gleichung" sie im Gegenteil fast zur Sicherheit hoch.Walter handelt in sechs Kapiteln von dem, was Menschen aller Zeiten über ferne Welten mutmaßten, was Leben ausmacht und wie "ETs" aussehen müssten. Weiter schildert er, wieso wir als irdische Intelligenz ohne unseren Fliegenfänger, den Jupiter, und den Garanten unserer Klimazonen, den Mond, nicht entstanden wären. Er vermerkt das Schweigen der Galaxie.Als Naturwissenschaftler klärt er uns über das Anthropische Prinzip auf, das die religiös-gläubige Reaktion auf den unglaublichen Zufall unserer Existenz für gegenstandslos erklärt - und vollzieht dann, in einer Randbemerkung, eine Kehrtwendung: "Dass diese unendlich unwahrscheinliche Balance der Naturkonstanten auf der Nadelspitze in unserem Universum trotzdem eingetreten ist, genau darin sehen viele Wissenschaftler das Wirken eines Schöpfers - so auch ich." Am interessantesten wird es, wo der Realist Walter voraus sagt, die Menschheit werde "zwangsläufig" binnen 50 Millionen Jahren mit Weltschiffen und Raumarchen die ganze Milchstraße bevölkern: nicht mit x-facher Lichtgeschwindigkeit à la "Star Trek", sondern mit einem schneckenhaft-realistischen Zehntel von ihr. Ausführlich informiert er über alle erdenklichen Antriebsarten. eine der aus sichtsreichsten, der gepulste Nuklearantrieb auf der Basis kleiner Atombomben, wurde 1963 mit sicherem Instinkt sabotiert - von Politikern. Noch weiß niemand, ob der Komet Swift-Tuttle am 14. August 2126 knapp an der Erde vorbeischrammt oder einschlägt. Walters Buch legt vernünftig dar, dass die aktuellen Saurier (wir) den galaktischen Kieselstein diesmal umlenken oder ihm davon fliegen könnten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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