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Zitatenschatz für Aktionäre
 
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Zitatenschatz für Aktionäre [Gebundene Ausgabe]

Ernst G. Tange
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 100 Seiten
  • Verlag: Eichborn (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821835478
  • ISBN-13: 978-3821835471
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 12,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.056.292 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.12.2000
In diesem "kleinen Büchlein", sagt uns Karen Horn, finde sich "so mancher" bei passender oder unpassender Gelegenheit zu verwendende Spruch aus mal klugem und "mal bloß berufenem Munde". Und die staunenmachende Liste der Satzspender in diesem Buch reicht von Bert Brecht über John Kenneth Galbraith bis zu Zsa Zsa Gabor. Kleine Kostproben klingen nach launiger Lektüre.

© Perlentaucher Medien GmbH

Auszug aus Zitatenschatz für Aktionäre. von Ernst Günter Tange. Copyright © 2000. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Jeder kennt die Weisheit "Geld regiert die Welt". Es ist eben nicht die Liebe,
nicht das Vorurteil, nicht die Religion, nicht das Militär, nicht der König,
nicht die Mafia, nicht das Bundeskabinett, nicht die Kunst, nicht der Glaube,
auch wenn er angeblich Berge versetzt. Es ist das Geld, das alles im Innersten
zusammenhält.
Aber was ist das eigentlich für ein Wunderstoff? Eigenartigerweise weiß niemand
eine ganz und gar überzeugende Antwort auf diese Frage. Geld ist die größte
Macht und zugleich das größte Geheimnis auf Erden. Vielleicht gibt es hier sogar
einen Zusammenhang. Sicher ist, dass Buchmacher, Nationalökonomen, Banker,
Croupiers, alle Fachleute also, gehörig ins Schwimmen kommen, wenn man sie nach
dem Wesen des Geldes fragt. Die Antworten sind entweder ein bisschen falsch oder
ziemlich nebelhaft. Dies wird sich übrigens noch steigern, je weiter wir ins
bargeldlose Zeitalter rutschen, wenn Geld nicht einmal mehr greifbar sein wird,
sondern sich zum bloßen Speicherphänomen auf Festplatten entmaterialisiert hat.
Schon der Übergang vom Muschel-, Gold-, Silber- übers Kupfergeld zum Papiergeld
ist die Geschichte seiner zunehmenden Vergeistigung, Verflüchtigung ins
Irrationale. Erst wenn Geld am Schluss dieser Entwicklung nicht einmal mehr auf
dem PC als Nummer existiert, werden wir am Ende der Fahnenstange angelangt sein.
Dann ist Geld gleichbedeutend mit Gott, der Allmacht, die nie in Erscheinung
tritt.
Halten wir fest - es gibt sechs Stufen der gradweisen Entmaterialisierung des
Geldes:
I. nützliche Naturprodukte (wie Kühe)
II. unnütze, aber schöne Naturprodukte (wie
Muscheln)
III. seltene Edelmetalle (wie Gold)
IV. symbolisch-materielle Ersatzformen
(Papiergeld)
V. symbolisch-immaterielle Ersatzformen
(bargeldloses Zahlen mit Schecks,
Computergeld)
VI. das Verschwinden des Geldbegriffs
Hiernach ließe sich sehr gut die Geschichte der Menschheit in sechs Epochen
einteilen. Wir sind jetzt mitten im Übergang von der V. zur VI. Epoche. Nach dem
Erreichen der sechsten Epoche, der des geldlosen Geldes, wird sich der Kreis
schließen, wir werden wieder zum Natur- oder Muschelgeld zurückkehren. Findige
Urlauber sollten jetzt schon beginnen, am Strand von Sylt oder wo auch immer,
sich mit Vorräten von Herzmuscheln, Miesmuscheln, Bademuscheln einzudecken. Es
ist gut möglich, dass bei der derzeitigen Explosion der Entwicklungen im
Klimatischen die Zeit nicht mehr fern ist, in der man für den Kauf eines
Solarautos fünfzehn Austernschalen, drei Miesmuscheln und eine halbe Herzmuschel
hinlegen muss.
Liegt das Wesen des Geldes auch völlig im Dunkeln, die Herkunft des Begriffes
ist weniger rätselhaft. Die Experten sind sich einig, dass es vom
mittelalterlichen Wort "gelten" kommt. So ist es im Deutschen jedenfalls.
"Gelten" bedeutete damals nicht, was es heute meint. Also nicht "gelten im Sinne
von etwas gelten", zum Beispiel, wenn man Geld hat. "Gelten" hieß einst vielmehr
so viel wie "jemandem mit etwas gerecht zu werden", eine Bedeutung, die heute
noch in "abgelten", "vergelten" vernehmbar ist. "Die Sache gilt" hieß so viel
wie "wir sind uns einig, wir hauen uns gegenseitig nicht übers Ohr". Von daher
also kommt der Begriff Geld im Deutschen! Und das angesichts der Tatsache, dass
Geld heute ein Hauptmittel des Übers-Ohr-Hauens geworden ist.
In anderen Sprachen kommt der Begriff eher von den ursprünglich als
Zahlungsmittel verwendeten Naturalien, der oben erwähnten Stufe I also. Im
Lateinischen "pecunia" von "pecus, Vieh", im Französischen "d'argent" von
"argentum, Silber", im Italienischen "denaro" von "dinar", also einer
Währungseinheit aus der Stufe III. Nur im Deutschen entstammt das Wort einer
moralischen Haltung. Typisch für unser Volk. Unsere Chance und unser Elend sind
hier wieder einmal charakteristisch vereint!
Börse, Kurse, Aktionäre
Es wird viel Geld verloren, um Geld zu gewinnen.
Englisches Sprichwort
Börse:
Monte Carlo ohne Musik.
Carl Fürstenberg

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Happyx TOP 50 REZENSENT
...was für Nachteile aus flüchtiger Lektüre entstehen können. (Brecht). Dieses Büchlein müsste eigentlich den Titel "Zitatenschatz über Geld" tragen. Aber es wurde 2000 - zum Börsenhype ? aufgelegt und deswegen schuldete es den Aktionären wohl einen Titel. Die 24 Kategorien bieten ein umfassendes Vermögen zur Verzinsung Ihres Wissens im Hinblick auf den Umgang mit Geld.

Hier aus 10 Kategorien meine Favoriten:

(Börse, Kurs, Aktionäre) Börse: Monte Carlo ohne Musik. (Carl Fürstenberg)
(Was ist Geld?) Ein Mittel, um alles zu haben bis auf einen aufrichtigen Freund, eine uneigennützige Geliebte und eine gute Gesundheit. (Shaw)
(Banken und Versicherungen)
Bank: eine Institution, die die das bisschen Geld, das arme Leute zu viel haben, an reiche Leute austeilt, die nicht genug haben. (Lemke)
Bankraub: eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank. (Brecht)
(Über den Umgang mit Geld)
Geld regiert die Welt. So sieht sie auch aus. (R. Katz)
(Wer viel Geld in der Tasche hat)
Millionär: ein Mann ohne Eigenschuften (Trinkewitz)
(Arm sein ist keine Schande)
Armut: Zustand ehrlicher Leute nach Bezahlung aller Steuern. (Hörzu)
(Geld und Frauen)
Finanzgenie: ein Mann, der sein Geld schneller verdient, als seine Frau es ausgeben kann. (Ronner)
(Macht Geld glücklich?)
Mit Geld kann man einen Hund kaufen, aber nicht das Wedeln eines Schwanzes. (Billings)
(Steuern und Finanzen)
Steuerhinterzieher: ein Mann der sein Geld noch mehr liebt als sein Vaterland. (Anonym)
(Korruption, Bestechung und Betrug)
Korruption: das feine Schmieröl der Demokratie. (Churchill)

Selbst die abschließenden offenen Fragen sind interessant. Z.B. "Wie kommt es, dass am Ende des Geldes so viel Monat übrig bleibt." (Anonym) Und diese Feststellung sollte uns alle viel mehr beschäftigen bzw. sie wird zur zentralen Überlebensfrage überhaupt: "Wo steht geschrieben, dass die Wirtschaft ununterbrochen wachsen muss? Der Mensch wächst ja auch nicht ununterbrochen." (Donald Nash) Und dieser Spruch ist wohl eine Erfindung, er wird Henriette Marx zuge-dichtet: "Wenn Karl, anstatt viel über Kapital zu schreiben, eine Menge Kapital gemacht hätte, so wäre dies besser gewesen."
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