Engelsfors (Ängelsfors) in Schweden, für schwedische Verhältnisse mit 13000 Einwohnern schon verhältnismäßig groß. Die Stadt stirbt langsam aber sich aus und vor allem die Teenager sind mächtig genervt und gelangweilt, nie passiert etwas. Doch dann gibt es einen Todesfall am örtlichen Gymnasium, der Außenseiter Elias wird nach einem Gespräch mit der Direktorin tot in einer Toilette aufgefunden, alles deutet auf Selbstmord hin und so wird die Akte bald geschlossen. Die Schule steht unter Schock.
Eines Nachts scheint auch der Mond verändert, er ist plötzlich blutrot (was jedoch nicht alle sehen können) und sechs Mädchen werden magisch vom alten Vergnügungspark Kärrgruva angezogen. Minoo, die geheimnisumwobene Streberin. Rebecka, die Schulschönheit. Ida, die Niederträchtige. Anna-Karin, die graue Maus. Linnéa, die ein wenig an Lisbeth Salander aus der Millenium-Trilogie erinnert. Und Vanessa, die Lockere. Hier treffen sie auf Nicolaus Elegisius, der Hausmeister der Schule, und dieser erzählt ihnen eine unglaubliche Geschichte. Von diesem Moment an liegt eine große Verantwortung auf den Schultern dieser sechs Mädchen und ihr gesamtes Leben wird auf magische Art und Weise auf den Kopf gestellt...
Es ist ein bisschen Buffy, Harry Potter, Der Hexenclub, gut durchgemischt aber komplett neu aufbereitet. Der Erzählstil ist absolut fesselnd, filmreif (die Filmrechte sind bereits verkauft, Kinostart wird 2013 sein) und im angenehmen Young-Adult-Stil. Diese zwei bringen uns sechs Mädchen näher, die alle mit dem alltäglichen Teenagerwahnsinn zu kämpfen haben, es geht um Liebe, Pubertät, familiäre Probleme, das Erwachsenwerden in einem kleinen Kaff, das kaum Arbeitsplätze zu bieten hat. Es geht also erstmal um ganz normale Dinge, doch Engelsfors hat eine besondere Geschichte zu bieten und die sechs werden darin verstrickt.
"Zirkel" ist ein schwedischer Bestseller mit allen typischen schwedischen Elementen: Sozialkritik, unbändige Spannung, Kleinstadtmief. Klingt erstmal nicht wirklich ansprechend für die eigentliche jugendliche Zielgruppe, doch diese Elemente werden ganz nebenbei in die Geschichte eingebunden. Elfgren und Strandberg würzten diese Zutaten mit Magie und heraus kam ein fantastisches Werk, das beste Leseunterhaltung bietet. Mit dem Werk "Zirkel" ist dem schwedischen Autorenduo ein echter Coup gelandet, über kaum ein schwedisches Buch wurde im letzten Jahr soviel geredet und geschrieben wie über dieses. Ich habe lange überlegt, ob mein Schwedisch für ein solches Werk ausreicht, und war umso erfreuter, als ich sah, dass es auf Deutsch erscheint. Meine Erwartungen waren also ziemlich hoch und wurden sogar noch übertroffen! Schade finde ich lediglich, dass nicht das originale schwedische Cover übernommen wurde, das gefällt mir persönlich eigentlich besser. In Schweden erscheint im April 2012 das zweite Buch der Reihe und wird bereits jetzt mit großer Spannung erwartet.
Kurzum: Wenn ein Buch den Begriff Pageturner verdient, dann "Zirkel" von Mats Strandberg und Sara Bergmark Elfgren.